Soussusvlei: Roadtrip ins touristische Zentrum der Namib-Wüste

Obwohl der Namib-Naukluft-Nationalpark mit rund 49.800 km² einer der größten Nationalparks Afrikas ist, sogar größer als die Schweiz, wirkt er dennoch völlig menschenleer – zumindestens abseits des Soussusvlei. Er umfasst ein Meer aus Dünen, darunter einige der höchsten der Welt, schroffe Gebirge, Canyons und weitläufige Ebenen. So lebensfeindlich die trockenen Ebenen zwischen Walvis Bay im Norden und Lüderitz im Süden auf den ersten Blick scheinen, bilden sie doch einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Wüstentiere. Oryxe, Springböcke, Sträuße und zahlreiche Reptilien, wie das Namib-Sandgecko, dem selbst der bis zu 70 °C heiße Wüstenboden nichts ausmacht, haben sich an die rauen Lebensbedingungen der Wüste angepasst. Anders als die vielen Touristen, die mit ihren klimatisierten Jeeps in Massen an einen Ort strömen: Soussusvlei! Wieso in dem riesigen Dünenmeer ausgerechnet alle nach Soussus wollen, die Wildtiere nicht die einzigen sind, die im Park wandern und sich die Tourismusbranche Ende 2025 gegen den Willen der lokalen Behörden durchsetzte, erfährst du in diesem Artikel.

Reiseinfos für den Namib-Naukluft-Nationalpark

Mit ihren rund 95.000 km² ist die Namib riesig, auch wenn sie nicht die größte Wüste der Welt ist – diesen Titel machen ihr Antarktis, Arktis und Sahara streitig. Innerhalb Namibias übertrifft die Kalahari mit ihrer schier unfassbaren Fläche von etwa 930.000 km² die Namib sogar deutlich. Und doch ist mir keine andere Wüste bekannt, die Namensgeberin eines ganzen Staates ist: Der Name Namibia leitet sich von der Namib ab. Dem Politiker Mburumba Kerina war es bei der Namensfindung wichtig, einen Begriff zu wählen, der keine der zahlreichen Ethnien und Kulturen des Landes ausschließt. Tatsächlich scheint die Namib genau jener Ort zu sein, der Gegensätze zusammenführt: Meer und Binnenland, Berge und Wüste, Einheimische und Touristen. Hier begegnen sich die Lebensfeindlichkeit der Küstenwüste und die Annehmlichkeiten des Tourismus, wie Lodges mit Pools, klimatisierte Mietwagen und ein Hauch von Infrastruktur mitten im Niemandsland. Willkommen in der Namib!

Lage & Anreise

Soussus wie die Namibier das wohl beliebteste Postkartenmotiv Namibias nennen, liegt im Westen des Landes, im Herzen des Namib-Naukluft-Parks. Der Name setzt sich zusammen aus den Wörtern: „Sossus“ aus der Nama-Sprache, was so viel bedeutet wie blinder Fluss oder Ort, und „Vlei“ aus dem Afrikaans, das eine flache Senke oder feuchte Niederung bezeichnet. Gemeint ist damit die Salz-Ton-Pfanne, die sich mitten in der Namib-Wüste gebildet hat. Hier endet der Tsauchab-Fluss. Sein Wasser versickert im Sand oder verdunstet, anstatt weiterzufließen, und formt so die charakteristische Pfanne. Nur nach seltenen, außergewöhnlichen Regenfällen, wie etwa im Frühjahr 2025, füllt sich das Vlei mit Wasser und wird für kurze Zeit zu einer spiegelnden Oase in der Wüste. Im Laufe der Jahre hat sich der Begriff Sossusvlei jedoch über die eigentliche Pfanne hinaus etabliert. Heute umfasst er im allgemeinen Sprachgebrauch auch die umliegenden ikonischen Landschaften und Orte, wie die Dünen Big Daddy und Dune 45, das Deadvlei, den Sesriem Canyon sowie die Unterkünfte vor dem Parktor.

Die Anreise in die Namib-Wüste erfolgt über meist gut befahrbare Gravel Roads.

Reisende erreichen Soussusvlei meist aus Richtung Windhoek, Swakopmund oder vom Fish River Canyon aus. Der Großteil der Strecke führt über sogenannte Gravel Roads, also unbefestigte Schotterpisten. Sie sind häufig staubig und holprig, dafür landschaftlich aber umso schöner. Entsprechend solltest du für die Anreise ausreichend Zeit einplanen. Je näher du der Namib Wüste kommst, desto spärlicher wird die Infrastruktur. Es empfiehlt sich daher, Lebensmittel und vor allem ausreichend Wasser bereits im Voraus einzukaufen. Tanken ist letztmalig noch im Ort Sesriem möglich.

Die Entfernungen geben einen guten Eindruck von den Dimensionen: Von Windhoek sind es etwa 305 km, von Swakopmund rund 347 km und vom Fish River Canyon ungefähr 540 km. Ab dem Sesriem Gate führt eine einzige Straße weitere 60 km bis zum 2WD-Parkplatz im Inneren des Parks. Verfahren ist dabei praktisch ausgeschlossen. Alle Fahrzeuge bewegen sich sowieso in dieselbe Richtung und die Dünen sind sogar ausgeschildert.

Bis zum Parkeingang führen gut ausgebaute Straßen, teils asphaltiert, teils als gepflegte Schotterpisten. Ein klassischer 4×4-Jeep ist für diesen Abschnitt nicht zwingend notwendig. Empfehlenswert ist jedoch ein hochgelegenes Fahrzeug, um mögliche Schäden am Unterboden zu vermeiden und insgesamt entspannter unterwegs zu sein. Erst ab dem 2WD-Parkplatz ist die Weiterfahrt ausschließlich mit Allradantrieb möglich. Dort befinden sich Toiletten, ein kleiner Kiosk sowie Shuttlefahrzeuge für alle, die sich die Tiefsandstrecke nicht zutrauen oder kein geeignetes Fahrzeug haben (ab ca. 180 NAD pro Person). Die letzten fünf Kilometer bis zum Deadvlei führen durch eine anspruchsvolle Tiefsandpiste. Ende 2025 hatte die Parkverwaltung des Namib-Naukluft-Park angekündigt, diesen Abschnitt künftig ausschließlich für Fahrzeuge mit offiziellen Guides freizugeben und Selbstfahrer auszuschließen. Der Widerstand innerhalb der Tourismusbranche war jedoch so groß, dass die Entscheidung vorerst wieder zurückgenommen und auf Eis gelegt wurde.

💡 Tipp: Stopps entlang der Strecke nach Soussusvlei einlegen. Die schönsten Fotos habe ich in Namibia oft ganz spontan gemacht. Es gibt auch einige ausgeschilderte View Points.

Frage in deiner Unterkunft nach einer Karte vom Soussusvlei.

Die beste Reisezeit (um die totale Hitze zu vermeiden)

Die Namib ist mit 55 bis 80 Millionen Jahren die älteste Wüste der Welt. Sie entstand schon zur Zeit der Dinosaurier und seit jeher lautet die Überlebensstrategie der Tiere und Pflanzen: Anpassung. Keinem Schakal, Oryx oder Warzenschwein würde es in den Sinn kommen, so wie vielen Touristen, in der prallen Mittagshitze im Tiefsand auf einige der höchsten Dünen der Welt zu klettern. Noch dazu in kurzer, wenig vor der Sonne schützender Kleidung und mit teuren Kameras um den Hals. Oder sich so wie viele asiatische Touristen, einfach Plastikbeutel über die Schuhe bis hoch zu den Knien zu ziehen, damit der feine Wüstensand nicht in die Schuhe rieselt.

Bei der Reiseplanung solltest du unbedingt die Jahreszeiten berücksichtigen, die in Namibia entgegengesetzt zu den europäischen verlaufen. In der Namib Wüste können die Temperaturen nicht nur im Jahresverlauf, sondern auch innerhalb eines einzelnen Tages extrem schwanken. Im namibischen Sommer (Oktober bis März) steigen die Temperaturen im Inneren der Wüste teils auf bis zu 45 °C. Im Winter (Mai bis August) hingegen, kann es vor allem nachts beim Campen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt richtig kalt werden. Gerade diese Kälte wird von vielen Reisenden unterschätzt, da die Tage meist sonnig und angenehm mild sind. Aufgrund der angenehmen Tagestemperaturen gilt der Winter jedoch als beste Reisezeit für das Sossusvlei. Seit den außergewöhnlich heftigen Regenfällen im Frühjahr 2025 wird eine Reise zwischen Januar und April nur unter Vorbehalt empfohlen. In diesem Jahr regnete es selbst in Regionen der Wüste, die seit über 30 Jahren keinen Niederschlag erlebt hatten. Dennoch lohnt sich der Anblick der sattgrünen Landschaft und der Pfanne, die sich mit Wasser füllt. Ich plane übrigens gerade einen Artikel über meine Packliste für Safaris. Darin erfährst du, welche Ausrüstungsgegenstände sich neben einer Wärmflasche für kalte Nächte auf Reisen durch Sossusvlei, Etosha und den Caprivi-Streifen wirklich bewährt haben.

Echte Überlebenskünstler: Vogelsträuße tolerieren extreme Hitze, kommen lange ohne Trinkwasser aus, ernähren sich flexibel und legen große Distanzen zurück, um in der kargen Wüstenlandschaft zu bestehen.

Wie eigentlich immer in Namibia, lohnt sich auch in Soussusvlei das frühe Aufstehen. Wie im Etosha macht das Gate zum Sonnenaufgang auf und schließt pünktlich zum Sonnenuntergang. Diese Vorschrift wird streng beachtet! Jedes Fahrzeug wird beim Einfahren registriert und es fällt sofort auf, wenn noch einer fehlt. Ich habe mich einmal verspätet, weil ich am Sesriem Canyon die Zeit vergaß, und der Parkranger am Gate war gar nicht begeistert.

Übernachten & Verpflegung

Zwar ist die Namibwüste größtenteils immer noch ein absolutes Niemandsland (bezogen auf Menschen), sie wird jedoch rund um die Zentren Soussusvlei/ Sesriem, Solitaire, Swakopmund und Walvis Bay, sowie Lüderitz, zunehmend touristisch erschlossen. Seit 2013 zählt sie zum UNESCO-Weltnaturerbe, was auch dazu führt, dass Übernachten in den Schutzgebieten streng reglemeniert ist. Wildcampen ist verboten und du darfst nur in einer den offiziellen Unterkünfte übernachten. Rund um Sesriem, das Tor zum Soussusvlei, hast du die Qual der Wahl zwischen rustikalen Wüstencamps, komfortablen Lodges und hochpreisigen. Luxusunterkünften. Viele der Unterkünfte liegen eingebettet zwischen den riesigen roten Sanddünen. Oryxe streifen gelassen vorbei, während sich Reisende am Pool von den Strapazen ihrer Dünenbesteigung erholen.

Plane für deinen Aufenthalt im Sossusvlei mindestens zwei volle Tage ein – also zwei Übernachtungen. Schon allein deshalb, weil das extrem frühe Aufstehen seinen Tribut fordert und ein zusätzlicher Tag hilft, wirklich anzukommen und die Wüste zu genießen. Wenn du Unterkünfte über Online-Buchungsportale suchst, achte unbedingt darauf, dass sie möglichst nah am Sesriem-Gate liegen. Du willst nicht noch vor Sonnenaufgang im stockdunklen Niemandsland kilometerweit bis zum Parkeingang fahren, nur um ein paar namibische Dollar zu sparen. Zwar sind Lodges und Campingplätze direkt am Tor meist etwas teurer, dafür bekommst du das echte Wüstenerlebnis.

Übernachten unter freiem Himmel nahe des Gates auf dem Soussus Oasis Campsite.

Früh am Morgen, noch im Morgengrauen, bildet sich vor dem Parkeingang eine lange Autoschlange – sei also unbedingt zeitig dort. Den Sonnenaufgang über dem Sossusvlei erleben ausschließlich jene Reisenden, die direkt im Namib-Naukluft-Park übernachten. Alle anderen dürfen das Parkgelände erst pünktlich zum offiziellen Sonnenaufgang betreten. Die Unterkünfte innerhalb des Parks, die diesen exklusiven Zugang zu den Dünen vor Sonnenaufgang ermöglichen, sind:

  • Sossus Dune Lodge: Diese von Namibias staatlicher Tourismusgesellschaft Namibia Wildlife Resorts betriebene Lodge ist die einzige, die mitten in der Dünenlandschaft liegt. Die Chalets sind in der Hochsaison oft monatelanglang im Vorhinein schon ausgebucht.
  • Dead Valley Lodge: Liegt zwischen Eingangstor und Elim-Dünengürtel und bietet Chalets, sowie Stellplätze für Camper an.
  • Sesriem Campsite: Dieser ebenfalls von NWR betriebene Campingplatz bietet pures Wüstenfeeling – inklusive einer Nacht im roten Sand, der anschließend unweigerlich im Zelt, im Gepäck, im Auto und gefühlt überall sonst landet. Rustikal, aber mitten drin.
  • Sesriem Oshana Campsite: Bereits von weitem ist Sesriem Oshana an den futuristisch anmutenden Bambusdächern über den Parkplätzen zu erkennen. Er ist der zweite Campingplatz innerhalb des Parks. In puncto maroder Infrastruktur und vergleichsweise hoher Preise soll er dem Sesriem Campsite übrigens in nichts nachstehen.

Mein Tipp: Schlafe die erste Nacht auf einem der Campingplätze im Park und gönne dir dann eine Nacht zum Erholen in einer der vielen schönen Lodges rund um Sesriem. Besucht habe ich:

  • Soussus Oasis Campsite: Zugegeben: Direkt der erste Punkt auf dieser Liste ist streng genommen gar kein Lodge-Erlebnis, sondern ein einfacher Campingplatz. Dennoch haben mir die großzügigen Stellplätze mit überdachtem Outdoor-Badezimmer und die Lage direkt am Eingangstor zum Park ausgesprochen gut gefallen. Als meine Mama und ich in aller Herrgottsfrühe aus dem Dachzelt kletterten, um uns für die Fahrt nach Sossusvlei bereit zu machen, entdeckten wir rund um das Auto zahlreiche Pfotenspuren – Schakale hatten uns in der Nacht besucht.
  • Gondwana Namib Desert Lodge: So wie bei wirklich alle Unterkünfte von Gondwana, die ich in Namibia besucht habe, bot auch die Namib Desert Lodge wirklich einen sehr hohen Standard. Wir hatten ein geräumiges Doppelzimmer, vom Pool aus konnten wir die Oryxe beim Trinken an den Wasserstellen beobachten und ein Warzenschwein lebt ganzjährig auf dem Gelände der Lodge und „mäht“ das Gras im Garten. Schon auf der Anfahrt zur Lodge entdeckten wir zahlreiche Sträuße, Springböcke, Schakale und Oryxe.
  • Desert Homestead Lodge: Die Lodge liegt etwa 30-Autominuten von Sesriem entfernt und ist etwas ganz besonderes. 20 Cottages bilden eine Halbmondform und bieten eine fantastische Sicht von den privaten Terassen auf die Ausläufer der Namib. Auf die Empfehlung eines namibischen Freunds, der selbst einmal für Desert Homestead gearbeitet hat, besuchte ich die Lodge auch zum Reiten. Es gibt einen kleinen Stall mit 12 Araber Pferden und einem Zebra, das irgendwann einfach zur Herde dazu gestoßen ist. Die Pferde werden artgerecht gehalten und sind gesund, das Material ist gepflegt und die Guides sprechen gutes Englisch.
Desert Homestead’s Herde besteht aus selbstgezüchteten Pferden und einem Zebra
  • Soussusvlei Lodge: Die 4-Sterne Soussusvlei Lodge zählt zu den größten Unterkünften in Sesriem. Als ich durch das hohe Tor in die Eingangshalle trat, fühlte ich mich, wie beim Betreten einer der alten Medinas in Marokko. Ähnlich einer kleinen Festung ist die Lodge errichtet. Das Wildfleisch frisch vom Grill, das ich beim abendlichen Buffet gegessen habe, zählt zu den besten Gerichten, die ich in Namibia überhaupt probiert habe.
  • Elegant Desert Lodge: Etwas kleiner, aber ebenfalls mit Pool, geräumigen Zimmern und einer hervorragenden Küche ausgestattet, liegt die Elegant Desert Lodge rund 15 Autominuten vom Parktor nach Sossusvlei entfernt. Die Lodge befindet sich auf dem Gelände der Farm Hyas, eingebettet zwischen den Naukluft-Berge im Norden und den Tsaris-Berge im Süden.
  • Camp Gecko: Eine der schönsten Übernachtungen in Namibia erlebte ich am Rande der Namib, im Camp Gecko. Wer kein eigenes Dachzelt dabei hat, kann in den zweistöckigen Zelten des Camps übernachten. Es gibt Outdoorduschen, Betten so nah am Sternenhimmel, wie man ihm nur kommen kann, und eine eigene Terrasse, von der aus ich abends die Wildpferde der Namib beobachtete.

Sehenswürdigkeiten rund um Soussusvlei

Die Lodges in und um Sesriem bieten eigentlich alle auch organisierte Touren nach Soussusvlei an. Du musst also nicht zwingend selbst fahren. Eines haben sowohl die Fahrer von Mietautos als auch Einheimische Guides gemein – sobald sie eingelassen werden, gibt es kein Halten mehr. Da du Eintrittstickets sowiso erst später am Tag kaufen kannst, rasen die Autofahrer sofort los in Richtung Soussus. Und das obwohl es eigentlich ein Tempolimit von 60 km/h gibt. Dabei schaffen es die, die außerhalb des Parks übernachten, ja sowieso nicht mehr bis zum Sonnenaufgang zu den roten Sanddünen. Meine Mutter und ich haben uns stattdessen Zeit gelassen und zwischendurch Stopps eingelegt. Wenige Kilometer vom Eingangstor entfernt etwa gibt es einen ausgeschilderten Aussichtspunkt, von wo aus du beobachten kannst, wie die Heißluftballoons in der Ferne gemeinsam mit der Sonne über der Namib aufsteigen. Aufsteigen sollten im Soussusvlei übrigens tatsächlich nur die Heißluftballoons, denn Drohnen sind im Park verboten.

Barfuß auf die höchsten Dünen der Welt

Big Daddy, Big Mama, Dune 45, Dune 40 oder Elim Dune – das alles sind Namen einzelner Dünen rund um Soussus, die du besteigen kannst. Vor allen befindet sich ein Namensschild, damit Reisende auch wissen, um welche Düne es sich handelt, einen Parkplatz und häufig auch Sanitäranlagen. Wer was auf sich hält, klettert zum Sonnenaufgang auf die Dune 45 und anschließend auf den 350 Meter-hohen Big Daddy, die höchste Düne der Welt. Denk an ausreichend Wasser, Sonnenschutz und feste Schuhe, da die Wege im Sand sehr anstrengend sind. In den frühen Morgenstunden, wenn der Sand noch nicht zu heiß ist, kannst du die Dünen auch barfuß hinaufgehen. Entstanden sind die diese Sandberge übrigens über Millionen von Jahre durch das Zusammenspiel von Sandtransport, Wind und extremer Trockenheit. Der Sand stammt aus dem Inneren des südlichen Afrikas und wurde vom Oranje-Fluss bis an den Atlantik getragen. Küstenwinde bliesen ihn anschließend zurück ins Landesinnere bis in die Namib-Wüste. Dort formten wechselnde Windrichtungen sehr hohe, relativ ortsfeste Dünen. Diese blockierten den Tsauchab, sodass Tonpfannen (Vleis) entstanden.

Wie Wellen auf dem Ozean erstrecken sich die Dünen bis an den Horizont.

Je nach Sonnenstand wechseln die Dünen von Goldgelb zu Tiefrot. Der hohe Eisenoxid-Anteil im Sand sorgt für diese intensiven Farben. Wie eigentlich immer in Namibia sind es die frühen Morgen- und Abendstunden, welche sich am besten zum Fotografieren eignen. Übrigens wandern die Dünen in der Namib jedes Jahr um ein paar Meter, weil der Wind ständig ihren Sand aufnimmt, transportiert und neu ablagert. Vorherrschende Winde aus Südwest schieben Sandkörner die flachen Dünenflanken hinauf und auf der windabgewandten Seite rutschen sie dann wieder hinab. So „kriecht“ die Düne langsam vorwärts. Während ich zwar nicht die Dünen selbst, dafür aber die Menschen auf deren Kamm hinauf kriechen sah, fragte ich mich desöfteren, welchen Schaden wir eigentlich anrichten, in dem wir die Dünen besteigen. Naturschutzberichte aus dem Namib-Naukluft Park haben gezeigt, dass häufiges Besteigen zu lokaler Sandverdichtung, Erosions- und Trittspuren führt, besonders an den stark besuchten Dünen, die ich vorhin aufgelistet habe. Pflanzen und empfindliche Mikroorganismen werden vor allem durch das beliebte Hinabrutschen an den Hängen und durch das Wandern abseits der offiziellen Pfade zerstört. Gleichzeitig sind die Dünen äußerst groß und durch den stetigen Wind permanent in Bewegung. Dadurch regenerieren sich viele der betroffenen Bereiche mit der Zeit wieder, sodass die Eingriffe bislang vor allem auf die Region rund um Sossusvlei begrenzt bleiben.

Deadvlei und Hiddenvlei

Es ist das Postkartenmotiv Namibias schlechthin: eine ausgetrockneten Tonpfanne mit abgestorbenen Kameldornbäumen, vor der Kulisse weißen Lehmbodens und den riesigen roten Dünen, die das Vlei umrahmen. Entstanden ist das Deadvlei vor etwa 600–900 Jahren, als der Tsauchab hier zeitweise Wasser führte. Durch die zunehmende Dünenbildung wurde der Flusslauf später blockiert, das Gebiet trocknete aus und es blieb ein heller Tonboden zurück. Die abgestorbenen Kameldornbäume sind bis heute erhalten, da das extrem trockene Klima ihre Zersetzung verhindert. Übersetzt heißt der Name Deadvlei so viel wie „tote Pfanne“, als Anspielung darauf, dass kein Wasser mehr vorhanden ist. Vom Parkplatz sind es etwa 20-Gehminuten bis ins Vlei. Um die alten Bäume im Vlei zu schützen, dürfen sie nicht berührt werden.

Blick von der Spitze der Big Daddy-Düne auf das Deadvlei.

Um das Deadvlei zu erreichen, musst du eine etwa fünf Kilometer lange Strecke durch tiefen, weichen Sand zurücklegen. Am besten verringerst du vorab den Reifendruck, je nach Fahrzeugmodell auf etwa 1,3 bis 1,5 bar. Durch die größere Auflagefläche gewinnen die Reifen so deutlich mehr Halt im Sand. Für die Fahrt selbst gilt: konstant Gas geben, nicht anhalten und das Lenkrad möglichst ruhig halten. Die Mietwagenfirma Asco Car Hire, bei der ich mein Fahrzeug gemietet hatte, stellte mir auch einen Kompressor zur Verfügung. Damit konnte ich unterwegs nicht nur Luft aus den Reifen ablassen, sondern sie anschließend auch wieder aufpumpen. Alternativ lassen sich die Reifen an der Tankstelle in Sesriem wieder auf Normaldruck bringen. Grundsätzlich sind die Straßen in Namibia selbst für hohe Geländewagen mit robusten Reifen stellenweise anspruchsvoll. Viele Reisende berichteten mir von Reifenpannen. In sieben Monaten Namibia hatte ich jedoch keine einzige, was sicher auch daran lag, dass ich konsequent auf den korrekten Reifendruck aller vier Räder geachtet habe.

Heute ähneln die Kameldornbäume im Deadvlei schwarzen, skelettartigen Gestalten.

Das Deadvlei ist sicherlich kein Geheimtipp mehr. Wie auch, findet es sich doch gefühlt auf jeder Postkarte, in jedem Reiseführer und auf der Titelseite unzähliger Namibia-Blogs. Nicht weit entfernt ligt aber ein andere Salzpfanne, die zwar nicht ganz so spektakulär ist wie das Deadvlei, dafür aber die Ruhe und Abgeschiedenheit bietet, wie ich sie eigentlich in der Namib erwartet hatte. Ab dem 2×4 Parkplatz sind es 2 km bis zum Hiddenvlei. Folge einfach den mit Stangen markierten Weg.

Über den Wolken und der Namib

Die Namib erstreckt sich als schmaler Streifen über rund 2.000 Kilometer entlang der Atlantikküste im südlichen Afrika. Ihre gigantischen Ausmaße lassen sich am besten von oben bewundern. Von der Spitze des Big Daddy hast du bereits eine ziemlich spektakuläre Sicht auf das Dünenmeer, das sich bis in den Horizont erstreckt. Noch weiter ist die Aussicht nur mit einem Rundflug. Dafür gibt es in Soussus zwei Möglichkeiten:

Heißluftballonflug mit Namib Sky

Climb aboard, as the sun rises ist der Werbeslogan des einzigen Anbieters für Heißluftballoonflüge in Soussusvlei, Namib Sky. Pünktlich zum Sonnenaufgang starten die bunten Heißluftballoons im Kulala Wilderness Reserve oder alternativ im nördlichen Teil des NamibRand-Naturreservat. Mit den ersten Sonnenstrahlen heben sie sich ihre Farben spektakulär vom zerklüfteten Gebirge der Naukluft ab und Passagieren aboard bietet sich ein Blick weit über die Wüste mit ihren roten Sanddünen, trockenen Flussbetten und wenigen Grasflächen. Der Preis liegt 2026 bei 9.920 ND, also ca. 480 €/ Person.

Vorausgesetzt die Windverhältnisse erlauben es, schweben die drei Heißluftballoons jeden Morgen über der Namib.

Flug mit der Cessna von Soussusfly

Alternativ bietet Soussusfly (wie cool ist bitte dieser Name) Rundflüge mit der Cessna 210 über der Namib an, allerdings starten diese Touren in Swakopmund. Der Flug erstreckt sich über knapp 630 km, von denen nur etwa 20 % überhaupt bei einer Reise auf der Straße zu sehen wären. Allein deshalb lohnt es sich schon! Du fliegst beispielsweise über das ansonsten schwer zugängliche Kuiseb-Flussbett und den Kuiseb-Canyon, sowie über drei ehemalige Diamentenlager im Diamantensperrgebiet. Die Tour kostet pro Flugzeug, das bis zu vier Personen fassen kann, allerdings auch 48.000 ND, also ca. 2.500 €.

Wandern im Namib-Naukluft Park

In der Namib wandern nicht nur die Dünen, sondern auch Touristen, denen Hitze, Trockenheit und ein schwieriges Gelände (im besten Fall) nichts ausmachen. Besonders die schroffe Gebirgslandschaft der bis zu 2.000 Meter hohen Naukluft-Berge ist bei Wanderern beliebt. Einer der meistbegangenen Wanderpfade ist der rund 10 Kilometer lange Olive Trail im Namib-Naukluft-Park. Er führt durch ein abgelegenes Tal, über schroffe Hochplateaus oberhalb dramatischer Schluchten und entlang eines gesicherten Klettersteigs. Immer wieder kreuzt man dabei trockene Flussbetten und Wasserlöcher, an denen sich mit etwas Glück Wildtiere beobachten lassen. Besonders Bergzebras, Klippspringer und Springböcke sind in dieser Region heimisch. Der Olive Trail kann ohne Guide begangen werden, ebenso wie der 17 Kilometer lange Waterkloof Trail, der ebenfalls durch den Namib-Naukluft-Park verläuft und landschaftlich nicht minder eindrucksvoll sein soll. Dieser Trail ist bekannt für die vielen Canyons und Bäche, die das ganze Jahr über Wasser führen. Mit sehr viel Glück kannst du an deren Ufern sogar einen der seltenen Felsenadler entdecken. Während meiner Arbeit als Volontär auf der Düsternbrook Guestfarm habe ich die Wanderapp Komoot lieben gelernt. Mit ihr kann jeder seine Wanderungen per GPS verfolgen und anschließend für andere Nutzer in der App speichern.

Springböcke werden dich bei Wanderungen durch die Namib regelmäßig begleiten.

Wer den Fokus seiner Namibia-Reise noch mehr auf das Wandern legen will, kann auch mehrtägige Wandertouren unternehmen. Puretreks etwa bieten Wüstentrekking von Sossusvlei bis zur Namib Küste an und durchqueren dabei Regionen, die ohne Lizenz und Guide normalerweise gar nicht zugänglich sind.

💡 Tipp: Wer sich so wie ich auch lieber im Form eines sicheren Buchs über die Strapazen von Wanderern und Überlebenskünstlern in Namibia informiert, dem empfehle ich den Klassiker: Wenn es Krieg geht, gehen wir in die Wüste. Das Buch handelt von der wahren Geschichte zweier junger deutscher Geologen, die gemeinsam mit ihrem Hund Otto in den 30er Jahren nach Südwest-Afrika auswanderten, um dem politischen Geschehen im Deutschen Reich, und 10 Jahre später auch dem Zweiten Weltkrieg, zu entkommen. Fernab der Zivilisation lebten sie in einer einfachen Höhle im Kuiseb-Canyon. Autor Henno Martin schildert eindrücklich die Strapazen eines Lebens unter freiem Himmel. Hunger, Naturgewalten, Einsamkeit und den bewussten, radikalen Rückzug aus der Zivilisation.

Abseits der touristischen Routen im NamibRand-Naturreservat

Entlang der Ostgrenze des Namib-Naukluft Parks erstreckt sich eines der größten Naturschutzgebiete Afrikas, das NamibRand-Naturreservat. Es misst 202.200 Hektar und befindet sich innerhalb der Namib-Wüste, etwa 60 Kilometer südlich von Sesriem. Seine Entstehung verdankt das Reservat dem deutsch-namibischen Geschäftsmann Albrecht Brückner, der ab 1984 begann, ehemalige Schaffarmen in der Region aufzukaufen, mit dem Ziel, das Land in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuführen. Zäune wurden entfernt, Wildtiere wieder angesiedelt, und aus heutiger Sicht lässt sich sagen, dass dieses Vorhaben erfolgreich war. Denn es grasen wieder Oryxe, Springböcke, Zebras und Kuhantilopen auf den weiten Ebenen. Auch seltenere Arten wie Tüpfelhyänen, Leoparden und Löffelhunde sind in die Region zurückgekehrt. Rund 15 % der Gesamtfläche stehen mittlerweile als ausgewiesenes Wildnisgebiet unter besonderem Schutz. Der übrige Teil wird von den fünf Lodges im Reservat gepflegt und überwacht. Vor einigen Jahren erhielt das NamibRand-Naturreservat zudem die Auszeichnung als International Dark Sky Reserve und zählt damit zu den besten Orten weltweit für die Beobachtung des nächtlichen Sternenhimmels.

Der beste Weg, um das NamibRand-Naturreservat zu erkunden, ist auf dem geführten Tok Tokkie-Wandertrail. Die 22 Kilometer werden auf 2-3 Tage aufgeteilt, um so möglichst viel vom Reservat zu sehen. Ein Highlight sind die Feenkreise (Fary Circles), die in ganz Afrika nur hier in Namibia überhaupt vorkommen. Es handelt sich um kreisrunde Flächen mit Durchmesser von bis zu 12 m, deren Ursprung bis heute ungeklärt ist.

Sesriem Canyon

Wenige Kilometer vom Eingangstor nach Soussus entfernt, befindet sich auf linker Seite der Sesriem Canyon. Die Anfahrt über die holprige Straße ist zwar etwas mühselig, lohnt sich jedoch allemal. Während sich andere Reisende in der Mittagshitze bei Temperaturen von über 30 °C durch tiefen Sand hinauf zum Big Daddy oder auf andere Dünen quälen, findest du im rund einen Kilometer langen, meist ausgetrockneten Flussbett des Canyons eine überraschend kühle Oase. Der Canyon entstand vor rund 30 Millionen Jahren, als der Tsauchab Gestein und Sand hierher trug, es ablagerte und die steilen Felswände schliff.

Im Mai waren nur noch Pfützen des Tsauchab-Flusses übrig.

An seinen tiefsten Stellen misst er bis zu 30 Meter und die hohen Steinwände bieten nicht nur ein einzigartiges Fotopanorama, sondern auch Schatten und Kühle vor der erbarmungslosen Wüstensonne. Während der Regenzeit (November bis April) kann der Tsauchab manchmal so viel Wasser führen, dass der Sesriem Canyon kurzzeitig für Besucher gesperrt wird. Seinen Namen verdankt der Sesriem Canyon übrigens den frühen Siedlern: Sie mussten sechs Lederriemen („ses riem“) aneinanderknoten, um Wasser aus der Schlucht zu schöpfen.

Duwisib Castle

Geheimtipp oder absolute Einsamkeit? Zugegeben, als meine Mutter und ich auf der langen Fahrt durchs Niemandsland von Lüderitz nach Sesriem unterwegs waren, stellten wir uns diese Frage schon das ein oder andere Mal. Kilometerweit rund um Schloss Duwisib begegneten wir keiner Menschenseele. Schade eigentlich, denn das koloniale Herrenhaus aus dem Jahr 1908 gleicht mit den Mauern, Zinnen und Wehrtürmen einer mittelalterlichen Ritterburg, eine echte architektonische Seltenheit in Namibia. Errichtet wurde das Schloss von Hans Heinrich von Wolf als repräsentativer Wohnsitz für sich und seine Frau als Standort seiner pferdezüchterischen Ambitionen. Das Baumaterial wurde teilweise extra aus Europa importiert. Heinrich von Wolf gründete auch den rund 72 Kilometer von Duwisik entfernten Ort Maltahöhe, den er nach seiner Frau benannte.

Duwisib Castle wurde aus massiven Natursteinen erbaut.

Nachdem von Wolf im Ersten Weltkrieg gefallen war und auch seine Frau Afrika endgültig verließ, verwilderten jene Pferde, deren Zucht er zuvor mit so großem Ehrgeiz verfolgt hatte. Sie gelten als die Vorfahren der heutigen Wildpferde in der Namib. Duwisib Castle wurde in den 1970er Jahren verstaatlicht und in den folgenden Jahren stilgetreu renoviert. Heute ist das Schloss ein Museum und wird von NWR gemanagt. Auf dem Gelände des Schlosses befindet sich die Duwisib Guestfarm. Sie bietet insgesamt acht Gästezimmer in einem historischen Gebäude nur wenige Meter vom Schloss entfernt, zusätzlich einen Bungalow sowie fünf Stellplätze für Camper. Und wer weiß – vielleicht entdeckst du bei einem abendlichen Sundowner-Getränk tatsächlich die Wildpferde der Namib, deren Ursprung einst auf Duwisib Castle lag.

Stopps auf dem Weg nach Swakopmund

Auf einem Roadtrip durch Namibia verbringst du häufig so viele Stunden im Auto, dass der Weg immer das Ziel sein sollte. Dementsprechend bereitete ich mich jeden Morgen vor Abfahrt nicht nur auf die eigentliche Strecke vor, sondern suchte auch nach schönen Stopps entlang der Route. Und davon gibt es viele, egal wo im Land du unterwegs bist. Oft begeisterte mich die Landschaft, die spontanten Wildtiersichtungen und die Farbnuancen des Himmels so sehr, dass ich einfach spontan am Straßenrand anhielt, um Fotos zu schießen. Von Soussus reisten wir weiter in die Küstenstadt Swakopmund und legten dabei Stopps an einigen sehenswerten Orten ein:

  • McGregor’s Bakery: So viel Wirbel um einen Apfelkuchen könnte man meinen, denn absolut jeder besucht diese Bäckerei im Örtchen Solitaire. Inhaber Percy „Moose“ McGregor soll hier das Rezept für den besten Apfelkuchen Namibias erfunden haben – und wirklich, er ist richtig gut! Einst versorgte er hier vor allem Farmer, Mechaniker und Durchreisende mit Süßspeisen aus der Backstube, inzwischen hat die McGregor’s Bakery regelrechten Kultstatus. Nach Moose’ Tod im Jahr 2014 wird die Bäckerei von seinen Mitarbeitern weitergeführt. Der Apfelkuchen aber ist geblieben.
  • Spreetshoogte Pass: Verlässt du die C14 und biegst rechts auf die D1275 ab, gelangst du nach etwa 30 km auf eine geteert Straße, den Spreetshoogte Pass, der das Khomas-Hochland mit der Namib-Wüste verbindet. Die Kurven sind eng, die Steigung von bis zu 22 % anspruchsvoll und die Aussicht von oben phänomenal. Um die Versorgung seiner Farm zu sichern, baute der namensgebende Farmer Nicolaas Spreeth Mitte des 20. Jahrhunderts den Pass. Angeblich mit seinen eigenen Händen. Heute befindet sich entlang einer der steilsten Serpentinen der Spreetshoogte Campingsite. Von hier aus eröffnet sich dir am Abend ein nahezu perfekter Sonnenuntergang und zwar genau dort, wo die Berge auf die Wüste treffen.
  • Tropic of Capricorn Sign: Etwa 50 km nördlich von Solitaire überquerst du den Tropic of Capricorn (Wendekreis des Steinbocks), genau genommen den 23,5 ° südlicher Breite. Er markiert die südlichste Stelle unseres Planeten, an dem die Sonne zur Sommersonnenwende im Zenit stehen kann und kennzeichnet die Grenze der Tropen. Ein Schild dient als beliebtes Fotomotiv.
  • Kuiseb Pass: Ein weiterer schöner Bergpass auf dem Weg nach Swakop ist der Kuiseb Pass. Die übereinander geschichteten Gesteinsschichten soweit das Auge reicht, erinnerten mich an die surrealen Landschaften auf den fernen Planeten in einem meiner Lieblingsfilme, Interstellar. Der Kuiseb Pass trennt die roten Sanddünen der Namib vom rauen Gestein. Obwohl ich noch nie dort gewesen war, kamen mir der Kuiseb Fluss und Canyon nach den umfangreichen Erzählungen Henno Martins in seinem Buch seltsam vertraut vor. Nur die Tüpfelhyänen und Oryxe, von denen er in Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste so oft erzählte, begegneten mir diesmal nicht.

Fazit: Lohnt sich der Ausflug ins touristische Zentrum der Wüste?

Zu einer Namibiareise gehört Sossusvlei einfach dazu. Das scheinbar endlose Sandmeer, die Vleis, der Sesriem Canyon und die surreale Kraterlandschaft, die beinahe unmerklich in die Dünen übergeht, musst du einfach einmal im Leben gesehen haben. Dazu der rote Wüstensand unter den nackten Füßen und der Triumph, wenn du es tatsächlich die 350 Meter bis auf den Big Daddy hinaufgeschafft hast. Das Gefühl sich im riesigen Dünenmeer wie im Traum von 1001 Nacht zu befinden, den Tee zwar nicht in der Sahara aber in der Namib zu trinken und die Wüstenbewohner Namibias, Oryxe, Springböcke, Sträuße oder Schakale ihren Weg durch diese so lebensfeindlich wirkende Region ziehen zu sehen. All das sind die Gründe, weshalb alle nach Soussus wollen.

In Erinnerung an die asphaltierte Straße, die sich quer durch die hohe Dünenlandschaft schlängelt, an die Menschenmassen, die sich die steilen Dünenkämme hinaufquälen, oder an die Pools der gepflegten Lodgeanlagen rund um Sesriem, frage ich mich, ob wir Tourismus in der Wüste wirklich brauchen. Betrachtet man jedoch die tatsächliche Größe der Namib mit ihren rund 95.000 km², erscheint es als ein vergleichsweise geringes Übel, den kleinen Abschnitt zwischen Sesriem und Sossusvlei dem Tourismus zu „opfern“, sofern der überwiegende Teil der Wüste dadurch geschützt und weitgehend unberührt bleibt. Vorausgesetzt, wir begegnen ihr verantwortungsvoll – beim Besuch des touristischen Zentrums der Wüste.

The same place every year
Beneath the sheltering sky
Across the desert he would fly

The Police (1983)

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-Folgen bald- (Versprochen)

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Hi, ich bin Nadine, 27 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer 8-monatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Gemeinsam mit meinem Hund Gismo war ich auf zahlreichen Roadtrips durch Europa bis nach Nordafrika unterwegs. Nach seinem Tod reise ich nun wieder viel mit dem Backpack durch ferne Länder. Hier auf meinem Blog Horseshoe Travel verbinde ich meine beiden großen Leidenschaften: das Reisen und das Reiten – und das schon seit 2016!

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