Drei Tage im Yala-Nationalpark

Mit 658.000 Besuchern im Jahr 2016 ist der Yala-Nationalpark das mit Abstand beliebteste Ziel für Safaris auf Sri Lanka. Zugleich ist er auch das älteste Naturschutzgebiet der Insel und Lebensraum für zahlreiche inzwischen selten gewordene bzw. sogar vom Aussterben bedrohte Tierarten. Kaum irgendwo auf der Welt ist die Chance einer Leopardensichtung so hoch wie im Yala-Nationalpark, denn mit circa 30 Tieren befindet sich hier eine der größten Leopardenpopulationen weltweit. Auf der ganzen Welt gibt es nur noch etwa 12.000 bis 14.000 Leoparden. Auch landschaftlich ist der Nationalpark mit seinen weitläufigen Dünen, tropischen Wäldern, Lagune, Küstenstreifen und ungewöhnlichen Felsformationen absolut sehenswert.

Reiseinformationen

Der Nationalpark ist bis auf die Zeit zwischen Mitte August und Ende Oktober, die sogenannte Trockenperiode, ganzjährig geöffnet. Am besten eignen sich die Monate Februar bis Juli für einen Besuch des Parks, wenn die Regenzeit geendet hat und die Trockenzeit noch bevorsteht. Generell ist Sri Lanka aber ein Land, das problemlos ganzjährig bereist werden kann.

Die nächstgelegene Stadt ist Tissamaharama, wo es zahlreiche preisgünstige Übernachtungsmöglichkeiten und Tourenanbieter für Safaris gibt. Sehr empfehlen kann ich übrigens das Lak Chand Restaurant, welches unschlagbar gutes und preiswertes Essen in großen Portionen anbietet. Tissamaharama ist auch aufgrund der indischen Riesenflughunde, die tagsüber in den Bäumen ruhen, einen Besuch wert.

Der Elefantenfels im Nationalpark

Daher ist eine Übernachtung im Nationalpark, die dazu recht teuer ist, nicht unbedingt notwendig, denn die Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr gelten für alle Besucher.

Safarianbieter

Schon bei meiner Ankunft in Tissamaharama wurde ich von den ersten Tourenanbietern angesprochen. Von solchen spontanen Buchungen würde ich jedoch eher abraten und stattdessen vorher im Internet einen Überblick verschaffen, sowie auf die Empfehlungen anderer Reisender hören. Meine erste Safari buchte ich über meine Unterkunft und war absolut enttäuscht, denn trotz der gebuchten Ganztagessafari sahen wir kaum Tiere. Das lag daran, dass mein Fahrer sich nicht gut im Park auskannte, ausschließlich auf den größeren Wegen blieb und auch keine Kontakte zu anderen Fahrern im Park hatte, was das wichtigste für einen Safariguide ist. Denn sobald ein Leopard, Bär, Elefant oder ein weiteres seltenes Tier gesehen wird, kontaktieren sich die Guides untereinander und diesem Netzwerk ist es zu verdanken, dass die Besucher überhaupt so häufig Tiersichtungen machen.

Da ich doch noch mehr vom Yala-Nationalpark sehen wollte, als bloß den rotsandigen Hauptweg, wechselte ich die Unterkunft und buchte meine Safari mit einem der beliebtesten Tourenanbieter. Die folgenden Tage unternahm ich zwei Ganztagessafaris mit Daya Safari, dem meiner Meinung nach besten Anbieter für Safaris im Yala-Park. Die meisten Tiersichtungen machst du nämlich abseits der großen Wege, weshalb ein guter Fahrer und ein wenig Glück notwendig sind, für erfolgreiche Tiersichtungen.

Asiatischer Elefant im Yala-Nationalpark

Die Kosten für eine Safari variieren je nach Anbieter und Gästeanzahl. Für eine Ganztagessafari zahlst du circa 10.000 bis 15.000 Rupien (circa 25 bis 38 Euro), für eine Privatsafari mehr.

Der Yala-Nationalpark

Mit 1.500 km² ist der Yala-Nationalpark zudem der größte Nationalpark des Landes, jedoch ist nur ein kleiner Teil überhaupt für Besucher zugänglich. Der Großteil des Parks ist Naturschutzgebiet und bietet so einen geschützten Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Zudem grenzt der Yala-Park an den Indischen Ozean und an einigen Strandabschnitten legen Schildkröten Nachts ihre Eier ab, weshalb diese Bereiche besonderen Schutzes benötigen. Auch zahlreiche einheimische Vogelarten brüten in Küstennähe, wie auch in den Wintermonaten Zugvögel aus aller Welt. Über 30 Säugetierarten sind im Park beheimatet, darunter neben den Leoparden auch Lippenbären, Elefanten, Sambar- und Axishirsche und Goldschakale.

Meine schönsten Safarifotos:

Zudem leben auch zahlreiche Reptilienarten im Park, wie Schildkröten, Sumpfkrokodile, Warane und Schlangen.

Über 130 verschiedene Vogelarten leben im Yala-Nationalpark, in allen Farben und Größen.

Dank meines Guides sah ich außerdem einen der seltenen Goldschakale an einem Wasserloch. Es war faszinierend, wie viele Tiere mein Guide entdeckte, die ich so perfekt getarnt und versteckt auf Bäumen und in Gebüschen, niemals gesehen hätte. Und das obwohl der Mann bereits weit über 70 Jahre alt war.

Fazit

Eine Safari im Yala-Nationalpark solltest du nicht mit zu hohen Erwartungen antreten, denn nur weil viele Leoparden im Park leben, bedeutet das noch lange nicht, dass du auch tatsächlich welche zu Gesicht bekommst. Ich hatte das große Glück mit viel Zeit im Gepäck angereist zu sein und so konnte ich nach der ersten enttäuschenden Safari, noch zwei weitere unternehmen. Nicht nur in Afrika, auch auf Sri Lanka gibt es in den Nationalparks eine Big Five des Tierreichs. Neben dem Elefanten und Leoparden, zählen auch der Lippenbär, Pottwal und Blauwal dazu.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Ich studiere Pferdewirtschaft im siebten Semester und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

2 Kommentare zu „Drei Tage im Yala-Nationalpark

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