Backpacking in Peking: Fünf Tipps für deine Reise

Als Hauptstadt Chinas und Austragungsort der olympischen Spiele 2008, zählt Peking zu einem der beliebtesten Reiseziele des Landes. Während Shanghai eine der sich am schnellsten entwickelnden Städte der Welt ist, zeigt sich in Peking eine standhafte Mischung aus Moderne, Geschichte und Tradition. Die Stadt ist so riesig, dass du dir einige Tage Zeit nehmen solltest, um ihr auch wirklich gerecht zu werden. Mit einer Bevölkerungszahl von über 21 Millionen Menschen und einer Fläche von 16.808 km², was fast das dreifache von der Stadtfläche Shanghais ist (zum Vergleich, Deutschlands flächenmäßig größte Stadt Berlin ist gerade einmal 891,8 km² groß), gleicht Peking eher einer Provinz als einer Stadt.

1. Der Tian’anmen-Platz

Der Tian’anmen-Platz ist mit 39,6 ha Fläche einer der größten asphaltierten Plätze der Welt und bildet das politische Zentrum der Hauptstadt. Schlagzeilen machte er in den achtziger Jahren aufgrund des Tian’anmen-Massaker, als nach monatelangen Protesten für ein demokratisches China, die Aufstände schließlich brutal niedergeschlagen wurden. Insgesamt haben bei den Protesten circa 3.000 Menschen ihr Leben verloren, allerdings nicht auf dem Platz selbst.

Mao Tse Tungs Abbild auf dem Tian’anmen-Platz

Mao Tse Tung, der den Tian’anmen-Platz errichten ließ, wird in der Mitte des Platzes mit einem Mausoleum geehrt, in dem die einbalsamierte Leiche des „Befreiers Chinas“ liegt. Noch immer wird er von vielen Chinesen verehrt, und so unverständlich dies unweigerlich auf jeden wirken muss, der sich ein wenig mit den Kriegsverbrechen Mao Tse Tungs befasst hat, so selbstverständlich ist diese Verehrung jedoch für die Chinesen.

Heute ist der Platz des Himmlischen Friedens eine beliebte touristische Sehenswürdigkeit. Das Tiananmen-Tor führt in die Verbotene Stadt, und ist der Ort, wo Mao Tse Tung am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China ausrief und wo ein großes Abbild von ihm hängt.

2. Die Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt war einst Wohnsitz und Arbeitsplatz der chinesischen Kaiser. 1987 wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt und wirkt besonders aufgrund ihrer symbolischen Bauweise, wie der zahlreichen Drachen- und Löwenfiguren, spektakulär. Die Verbotene Stadt ist von hohen Mauern und einem Graben umgeben, rechteckig errichtet und besteht aus 890 Palästen mit angeblich 9.999,5 Räumen. Diese Zahl rührt daher, dass nur der Palast im Himmel ein Bauwerk mit 10.000 Räumen besitzen darf.

Der Name der Verbotenen Stadt kommt daher, dass dem einfachen Volk der Zutritt untersagt war. Heute erfreut sie sich täglich hunderten von Besuchern, jährlich über neun Millionen, und zählt damit zu einer der wichtigsten Stätte des Landes.

Eingang zur verbotenen Stadt
Eine der kunstvollen Verzierungen in der verbotenen Stadt

Im Sommer kostet der Eintritt 60 Yuan (circa sieben Euro) und im Winter 40 Yuan (circa fünf Euro). Das Tor des Himmelsfriedens, welches man zuerst passiert, ist ein beliebter Standort von Tourenanbietern und Verkäufern, auf deren Hilfe du aber gut verzichten kannst.

3. Der Jingshan Park

Wer die Verbotene Stadt durch das Nordtor verlässt, befindet sich unmittelbar vor dem bekannten Jingshan Park. Durch eine Unterführung kannst du die Straße überqueren und getrost die Taxifahrer, die dich für ein paar Yuan zum Park kutschieren wollen, ignorieren, denn der Weg beträgt nicht einmal fünf Gehminuten. Für nur zwei RMB (circa 25 Cent) darf man den Jingshan Park betreten und sich auf den etwas mühsamen Weg bis zum Aussichtspunkt an der Spitze machen. Dieser Hügel wurde übrigens künstlich aufgetragen und trägt den Namen Kohlehügel.

Der Aufstieg lohnt sich jedoch, denn von oben hast du einen wunderschönen Blick über Peking und vor allem auf die vor dir liegende Kaiserstadt.

Aussicht auf die Dächer der Verbotenen Stadt

4. Die Chinesische Mauer

Selten hat mich etwas auf meiner Reise so sehr beeindruckt, wie die Chinesische Mauer. Mit 21.196,18 Kilometern Länge ist sie die größte Mauer der Welt und zählt zurecht zu einem der neuen sieben Weltwunder. Mao sagte eins, „Bevor man die Chinesische Mauer erreicht hat, ist man kein Held.“ („不到长城非好汉“), nur einer der Gründe weshalb die große Mauer jährlich um die neun Millionen Besucher anzieht.

Sie wird auch als größter Friedhof der Welt bezeichnet, denn bei ihrer Errichtung starben zehn Millionen Arbeiter und sind in der unmittelbaren Umgebung begraben worden. Ihre Erbauung gilt als eine der größten menschlichen Leistungen in der Geschichte, denn kein Bauprojekt zuvor oder danach hat je solange gedauert (ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 17. Jahrhundert) und vor allem so viele Leben gekostet.

Die große Chinesische Mauer

Viele zu besichtigende Mauerabschnitte sind touristisch total überlaufen, weshalb du dich vor einem Besuch genau informieren solltest, welchen Teil der Mauer du sehen magst. Unser chinesischer Couchsurfer gab uns einen echten Geheimtipp, nämlich den circa 70 Kilometer von Peking entfernten Mauerabschnitt Mutianyu, der zu einem der best erhaltenen Bereiche der Großen Mauer zählt. Ziemlich cool war es, dass wir den Weg ins Tal auf einer Art Sommerrodelbahn zurücklegen konnten.

Einen ausführlichen Artikel über meine Erfahrungen mit Couchsurfing und Hitchhiking in China findest du hier; Couchsurfing und Trampen in China.

Chinesische Restaurants

Peking gilt als kulinarisch vielfältigste Stadt Chinas und ist gerade deshalb schon einen Besuch wert. Traditionelle Gerichte wie die Pekingente oder der mongolische Feuertopf stehen stellvertretend für die chinesische Küche Pekings, jedoch werden Vegetarier bei der Essenswahl ihre Schwierigkeiten haben, da spreche ich aus Erfahrung.

Essen gehen mit unseren Couchsurfer-Gastgebern

Der Besuch eines chinesischen Restaurants setzt in den meisten Fällen voraus, dass du entweder dem Mandarin, der chinesischen Sprache, mächtig bist, oder zumindest jemanden dabei hast, der über diese Fähigkeit verfügt. Ich besuchte verschiedene Restaurants mit meinem Couchsurfing-Gastgeber, ohne den ich noch nicht einmal in der Lage gewesen wäre, ein Getränk zu bestellen. Selbst in den Weltmetropolen Shanghai und Peking ist es völlig normal, dass ein Großteil der Einwohner kein Englisch spricht. Wie ich mich trotzdem in China zurechtfand kannst du in meinem Artikel Backpacking in China: In einem Monat von Nord nach Süd nachlesen.

Fazit

Chinas Hauptstadt Peking, deren weitaus gebräuchigerer Name Beijing übrigens vor allem von den Chinesen selbst und den internationalen Medien verwendet wird, vereint den Fortbestand der traditionellen chinesischen Kultur und zugleich die fortschreitende Weiterentwicklung so gut wie kaum eine andere Großstadt und sollte auf keiner Chinarundreise fehlen.

Weitere Artikel über meine Reise durch China:

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 22 Jahre alt und ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor zwei Jahren kaufte ich mir meinen 41 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im November steht die nächste Reise nach Berlin an.

6 Kommentare zu „Backpacking in Peking: Fünf Tipps für deine Reise

    1. Hey Marlene,

      schön von dir zu hören! Es gibt eigentlich kaum öffentliche Verkehrsmittel die dort hinfahren, zumindest haben wir keine gesehen, die einzige Möglichkeit besteht wohl darin, mit dem Auto zu fahren bzw. da man mit dem internationalen Führerschein in China ja nicht fahren darf, sich fahren zu lassen. Wobei ein normales Taxi wohl nicht diese weite Strecke fahren würde, eventuell aber ein Fahrer von deiner Unterkunft.

      Liebe Grüße

      Nadine 🙂

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  1. Danke für Deine Aufstellung! Da hast du ja die wesentlichen Sehenswürdigkeiten gesehen. In einem Punkt möchte ich aber was korrigieren: Mutianyu ist schon lange kein „Geheimtipp“ mehr und fast genauso beliebt wie Badaling. Man kann auch ganz gut mit Öffis dorthin kommen: https://www.travelchinaguide.com/china_great_wall/scene/beijing/mutianyu.htm
    Oder eine der zahlreichen Touren buchen, die in Peking überall angeboten werden.
    Happy Travels
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Ulrike,

      vielleicht lag es daran, dass ich im frischen März in China war, jedenfalls war ich an diesem Tag einer der wenigen Besucher der Mauer in Mutianyu. Auch andere Reisende vor Ort haben mir erzählt, dass sie nur durch Einheimische zufällig von diesem Mauerabschnitt gehört haben.

      Alles Gute für deine weiteren Reisen, du hast übrigens einen sehr schönen Blog!

      Nadine 🙂

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      1. Na klar ist im März dort nicht so viel los! Aber ein Mauerabschnitt mit Seilbahn und Sommerrodelbahn kann nicht unbekannt sein. Wer „zufällig“ von Mutianyu erfahren hat, hat sich einfach nicht vorbereitet. Sorry….

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