Die Ruinen von Volubilis

Die römischen Ruinen von Volubilis sind die besterhaltenste Ausgrabungsstätte Marokkos. In diesem Artikel erzähle ich dir von meinem Besuch und gebe dir Tipps, wie du dich zwischen den Überresten der Stadt am besten zurechtfindest.

 

Volubilis liegt etwa 33 Kilometer nördlich von Meknès, an einem Südhang des Jbel Zerhoun-Massivs. Mit dem beeindruckenden Triumphbogen, den Überresten der Häuser und den schönen Mosaiken zählt die ehemalige römische Stadt zurecht zum UNESCO-Weltkulturerbe. 42 n. Chr. erhielt Volubilis erstmals das Stadtrecht, als entlegenster Vorposten des römischen Reichs. Zu seiner Glanzzeit zwischen 190 und 211 n. Chr. wurden die meisten Gebäude errichtet und bis ins 18. Jahrhundert lebten dort bis zu 20.000 Menschen.

Reiseinformationen

Von Meknès aus fahren keine Busse nach Volubilis. Stattdessen hast du die Möglichkeit, mit einem Taxi für maximal 350 Dirham zu fahren und dabei noch einen Abstecher zur Pilgerstätte Moulay Idris zu unternehmen. Eine günstigere Alternative wäre es, ein Sammeltaxi von Meknès nach Moulay Idris zu benutzen und im Anschluss eines der Grande Taxis nach Volubilis. Reist du mit eigenem Fahrzeug an, kannst du dieses für ein paar Dirham auf dem Parkplatz vor dem Museum parken.

Ich reiste in den frühen Morgenstunden zu Beginn des Jahres nach Volubilis, weshalb die Temperaturen angenehm mild waren. Im Frühling blühen hier bunte Wildblumen zwischen den Steinen und ringsherum strahlen sattgrüne Felder. Zu der frühen Stunde war ich an diesem Tag die einzige Besucherin der Ruinen, nur das Maultier des Wächters graste zwischen den ehemaligen Wohnhäusern. In den Sommermonaten soll es hier besonders um die Mittagszeit sehr heiß werden, weshalb du unbedingt an Sonnencreme und genügend Trinkwasser denken solltest und deinen Ausflug am besten auf den frühen Morgen oder den späten Nachmittag verschiebst.

 

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Das Maultier des Wächters war Gismos und meine einzige Gesellschaft bei unserem Besuch in Volubilis

Der Eintritt kostet 70 Dirham, zusätzlich kannst du einen Guide für  120 Dirham dazu buchen. Diese warten meist am Eingang der Ausgrabungsstätte, man kann sich aber auch recht gut selbst orientieren. Die Anlage fasst etwa 40 Hektar Fläche und du solltest dir mindestens ein, zwei Stunden Zeit nehmen, um in Ruhe hindurch zu spazieren, die (englischen) Anmerkungen der einzelnen Bauwerken zu lesen und die besondere Atmosphäre des Ortes auf dich wirken zu lassen.

Die römischen Ruinen

Die beeindruckendsten Bauwerke entstanden im zweiten und dritten Jahrhundert, der Caracalla-Triumphbogen, das Kapitol, die Thermen und die Basilika. Viele Teile der ehemaligen Stadt sind noch sehr gut erhalten, beispielsweise die Bodenmosaike und Abwasserkanäle. Viele der Ausgrabungen wurden zudem durch Archäologen bearbeitet und restauriert, beispielsweise die Säulen der Basilika.

Direkt am Eingang der Anlage befindet sich ein relativ neues, großes Museum, indem einige Antiquitäten ausgestellt sind und das dir mit einem geräumigen Lageplan einen groben Überblick über die Verteilung der Tempel und Gebäude liefert. Wenn du dem schmalen von einem Bach gesäumten Pfad hinter den Tempeln folgst, gelangst du zuerst zu den Gallienus-Thermen. Die Strukturen der ehemaligen Bäder lassen sich noch erkennen, jedoch sind sie ziemlich verfallen.

 

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Die Überreste der Gallienus-Thermen

Nach den Thermen gelangst du ins Zentrum der ehemaligen Stadt, dem Kapitol und der Basilika, die etwas höher errichtet wurden, als der Rest von Volubilis. Die Basilika erkennst du außerdem an den hohen Säulen, auf denen häufig Störche nisten.

 

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Auf den Steinsäulen der Basilika nisten zu bestimmten Zeiten im Jahr Störche

 

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Mein Hund Gismo am Rande des Kapitols

Der marmorne Triumphbogen liegt auf einem kleinen Hügel und bietet so eine wunderschöne Aussicht auf die umliegenden Felder. Errichtet wurde er zu Ehren des Kaisers Caracalla und dessen Mutter Julia Domina.

 

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Hinter dem Triumphbogen erstrecken sich weite Felder bis nach Meknès

Fast noch beeindruckender als die Bauwerke und das Zentrum von Volubilis sind die Wohnhäuser mit ihren Bodenmosaiken. Das größte und eindrucksvollste dieser Häuser ist das Haus des Orpheus. Aber auch andere bekannte Mosaike befinden sich hier in Volubilis, beispielsweise das Haus des Akrobaten. Es ist eine Parodie über einen Reiter, der falschherum auf dem Rücken eines Esels sitzt.

 

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Das Mosaik vom Haus des Akrobaten

Viele der Mosaiken stellen berühmte römische Szenen oder altgriechische Mythologien dar, beispielsweise die Entführung des Hylas durch die Nymphen.

Fazit

Volubilis ist ein Freiluftmuseum, das seinesgleichen sucht. Dadurch sind die Ruinen allerdings auch den Jahreszeiten und wechselhaften Witterungsverhältnissen ausgesetzt, jedoch vermitteln sie einen Eindruck, der absoluten Unzerstörbarkeit und Dauerhaftigkeit. Volubilis ist ein magischer Ort, besonders im Frühjahr, wenn die Wildblumen zwischen den uralten Steinen wachsen, bunte Schmetterlinge um die Säulen der Basilika flattern und sich die sattgrünen Felder rund um die Stadt bis nach Meknès erstrecken.

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 22 Jahre alt und ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor zwei Jahren kaufte ich mir meinen 41 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im Februar steht die nächste Reise nach Berlin an.

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