Die litauische Ostseeküste: Mit Hund nach Palanga, Klapeida und in die Kurische Nehrung

Die weitläufigen Strände des Baltischen Meeres sind noch immer ein echter Geheimtipp. Sie zählen zu den längsten Europas und während sich im Hochsommer an den deutschen, holländischen und inzwischen auch polnischen Stränden die Besucher nur so tummeln, findest du an der litauischen Küste so gut wie keine Strandkörbe, Hundeverbote oder laute Beach Clubs. Stattdessen trittst du in der Hafenstadt Klaipėda ein in das Tor zur Ostsee, kannst im größten Kur- und Badeort des Landes in Palanga seltenen Bernstein kaufen, dich in die unberührte Natur der Kurischen Nehrung verlieben und durch malerische Fischerdörfer entlang der Küste spazieren. Litauen hat mich so begeistert, ich kann einfach nicht aufhören von dem südlichsten der drei baltischen Länder zu schwärmen.

Reiseinformationen

Zwischen der lettischen Stadt Nida im Norden und der russischen Seite der Kurischen Nehrung, erstreckt sich auf über 150 Kilometern die litauische Ostseeküste. Zwei der insgesamt vier litauischen Flughäfen liegen an der Ostseeküste, einer in Kaunas (KUN) und der andere in Palanga (PLQ), die aber beide vermehrt für Inlandsflüge genutzt werden. Die günstigste Möglichkeit, um von der Hauptstadt Vilnius nach Klaipėda zu reisen, ist mit dem Bus, Tickets kannst du hier kaufen. Informationen über die Anreise mit dem Zug kannst du hier abrufen; litglink.lt. Wer mit eigenem Fahrzeug unterwegs ist, fährt in der Regel über die A1 oder die E272. An der litauischen Ostseeküste bist du außerhalb von Klaipėda und Palanga ohne eigenes Fahrzeug ziemlich aufgeschmissen, was ich schmerzlich feststellen musste, als mein Auto ausgerechnet an einem Sonntagnachmittag eine Panne hatte. Während dieser Zeit nutzte ich die Taxiapp Bolt, bei der du auch angeben kannst, dass du mit Hund unterwegs bist.

Eiskalte Temperaturen Ende Februar auf der Kurischen Nehrung: Schneesturm am Strand

Auch wenn die litauische Küste (litauisch: Baltijos jūra) im Vergleich zu vielen anderen Strandregionen Europas noch relativ wenig besucht ist, sind doch viele Apartments und Hotels zur Hochsaison ausgebucht. Besonders an den beliebten Stränden in Palanga und Nerida tummeln sich in den Sommermonaten die Besucher, daher empfiehlt es sich bei Reisen mit Hund an ruhigere Strandabschnitte auszuweichen. Es gibt viele hundefreundliche Unterkünfte, am besten informierst du dich vor der Buchung. Ich kam für einige Nächte in einem Apartment direkt am Rande eines Pinienwaldes und nur wenige Gehminuten vom Palanga Strand entfernt unter. Den Link dazu findest du hier.

Reise mit Hund

Für die Einreise nach Litauen benötigt dein Hund den blauen Heimtierausweis mit allen eingetragenen Impfungen, allen voran der gültigen Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage alt) und einen Mikrochip bzw. eine Tattowierung. Es dürfen maximal fünf Hunde pro Person eingeführt werden und Welpen erst ab einem Alter von 12-16 Wochen. In den öffentlichen Verkehrsmittel gilt außerhalb einer Transportbox, Leinen- und Maulkorbpflicht. Auch in vielen Hotels und Restaurants ist die Mitnahme von Tieren kein Problem, es empfiehlt sich immer vorher nachzufragen. Eine Liste mit hundefreundlichen Restaurants (allerdings auf litauisch) findest du hier; https://draugiskigyvunams.lt.

Mein Hund Gismo und ich am Strand von Palanga

Hunde kommen in den wilden Wäldern Litauens, an den einsamen Stränden und in den Stadtparks voll auf ihre Kosten. In der Hochsaison sind Hunde nicht an allen Stränden zugelassen, auch wenn es dafür nicht immer eindeutige Hinweisschilder gibt. Es empfiehlt sich die etwas abgelegenen Naturstrände und die Kuhrische Nehrung aufzusuchen, die an den meisten Tagen im Jahr so windig ist, dass sowieso kaum Sonnenanbeter am Stand liegen. Hier kannst du endlose Spaziergänge mit deinem Vierbeiner unternehmen. Achte dabei aber unbedingt auf die Gezeiten, denn bei Flut wird oftmals der gesamte Strandbereich weggespült.

Sehenswürdigkeiten

Klaipėda

Klaipėda liegt gegenüber dem nördlichsten Ende der Kurischen Nehrung und ist die älteste Stadt Litauens. Sie verfügt über den einzigen Hafen des Landes und ist daher Knotenpunkt für den internationalen Schiffsverkehr. Der bezaubernde Fischerhafen im Kurischen Haff liegt zwischen der Kurischen Nehrung und dem Festland und wirkt daher eher wie eine Flussmündung, als wie ein Ostseehafen. Übrigens ist er der nördlichste eisfreie Hafen in der Ostsee. In Klaipėda gibt es relativ wenig Sehenswürdigkeiten. Das Leben, die Restaurants und Cafés, Clubs, Bars und Hotels konzentrieren sich auf die Nebenstraßen, rund um den Hafen. Von hier können Bootsausflüge unternommen werden. In den Sommermonaten kannst du mit einem Tretboot die Ostseekanäle erkunden.

Der Hafen in Klaipėda

Vereinzelte Fachwerkhäuser die den zweiten Weltkrieg überlebt haben, kannst du in Klaipėda finden, ebenso wie zahlreiche über die Stadt verteilte Kunstwerke. Zum Beispiel modernen Street Art, Skulpturen oder kreative Wetterzeichen. Empfehlenswert ist das Restaurant Etno Dvaras in Klaipėda.

Palanga

Die Stadt und das Seebad Palanga liegen 25 Kilometer südlich der lettischen Grenze in der südkurischen Landschaft Megowe. Übersetzt heißt Palanga übrigens so viel wie „beim Sumpfloch.“ In den letzten Jahren haben sich die jährlichen Besucher fast verdoppelt. So sind immer mehr Hotels, Apartments und inzwischen auch Campingplätze entlang den 20 Kilometer langen Stränden von Palanga entstanden. Palanga verfügt neben Nerida nicht nur über die saubersten Strände des Landes, diesen wurde aufgrund ihrer Sauberkeit sogar die Blaue Fahne verliehen, sondern auch über eine 470 Meter lange Seebrücke, von der aus du spektakuläre Sonnenuntergänge beobachten kannst. Im Seebad strahlen liebevoll restaurierte Gebäude aus dem 19. Jahrhundert um die Wette und im Schloss des Grafen Tyszkiewicz, das übrigens im neoklassizistischen Stil errichtet wurde, befindet sich seit 1963 das weltweit größte Bernsteinmuseum.

Die Fassade des Schlosses in Palanga

Auch kulinarisch hat Palanga die volle Bandbreite der herrlichen litauischen Küche zu bieten. Im Restaurant Vandenis gibt es lokale Gerichte in gemütlicher, rustikaler Atmosphäre und im A-petit, wird französische mit litauischer Küche kombiniert.

Die Kurische Nehrung

Die Kurische Nehrung ist eine 98 Kilometer lange Halbinsel vor der litauischen Küste und bietet ihren Besuchern kilometerlange Sandstrände, einzigartige Dünenlandschaften, dunkle Kiefernwälder mit Wildschweinen, Hirschen und Füchsen, sowie viele bunt bemalte Holzhäuser. 52 Kilometer der Landzunge gehören zu Litauen, der übrige Teil zu Russland. Nachdem vor etwa 500 Jahren die Menschen einen Großteil der Kiefernwälder abgerodet hatten, begannen die Dünen zu wandern und begruben so insgesamt 14 Dörfer unter sich. Die Wanderdünen breiteten sich auf der gesamten Nehrung aus und vertrieben die Menschen. Erst im 19. Jahrhundert begann die Wiederaufforstung der Kiefern und die Dünen beruhigten sich zum großen Teil. Wer einmal durch die weitläufigen Dünen gewandert ist, versteht, weshalb die Einheimischen die Kurische Nehrung auch als die „litauische Sahara“ bezeichnen.

Die endlosen Dünen der Kurischen Nehrung

Es führt keine Straße auf die Kurische Nehrung. Stattdessen erreichst du den Nationalpark mit einer Fähre ab Klaipėda. Die Tickets können direkt am Hafen erworben werden und die Autofähren fahren im 30-Minuten Takt. Die Kurische Nehrung gehört zum UNESCO-Welterbe und unterliegt besonders strengen Naturschutzgesetzen. Nach einer ausgiebigen Wanderung lädt das Restaurant Kuršis i Nida zu köstlichen litauischen Gerichten ein.

Fazit

An den Sandstränden des Baltischen Meeres kannst du endlose Spaziergänge unternehmen, in dem ausgesprochen sauberen Wasser der Ostsee baden (nur nicht unbedingt bei Schneesturm in Februar) oder einen Einblick in die faszinierende litauische Fischereikultur in der drittgrößten Stadt des Landes, Klaipėda, erhalten. In Palanga strahlen neoklassizistischen Bauwerke um die Wette und auf der Kurischen Nehrung bedecken riesige Dünenlandschaften und Kiefernwälder die Inselzunge.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im Augenblick studiere im sechsten Semester Pferdewirtschaft und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

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