Zwischen 1.000 Seen im Aukštaitija-Nationalpark: Reise mit Hund

Unzählige Seen vernetzen sich im Aukštaitija-Nationalpark miteinander und nehmen dabei über 15 Prozent der gesamten Fläche des Parks ein. Im Aukštaitija-Nationalpark findest du alte Wassermühlen und Dörfer, wie aus einer vergangenen Zeit, mit den typischen gut bestückten litauischen Vorgärten und Kleinlandwirtschaften mit uralten Geräten. In der wald- und seenreichen Region kannst du lange Wanderungen in schöner Natur unternehmen, in den Sommermonaten in einem der vielen Seen schwimmen oder Boot fahren und im Winter die riesigen zugefrorenen Gewässer zu Fuß oder mit Schlittschuhen überqueren.

Reiseinformationen

Der Aukštaitija-Nationalpark im Nordosten Litauens im Dreiländereck Lettland-Weißrussland-Litauen, ist mit knapp 400 km² der zweitgrößte und mit seiner Entstehung 1974, auch der älteste Nationalpark des Landes. Der Nationalpark besteht aus ingesamt 126 Seen, die meist durch Flüsse und kleine Kanäle miteinander verbunden sind und 70 Kilometer an Wasserwegen. Im Besucherzentrum in Palūšė, kannst du Kajaks- und Kanus mieten, sowie dir außerdem Kartenmaterial für Rundwanderungen besorgen. Aufgrund der vielen möglichen Outdooraktivitäten, ist der Aukštaitija-Nationalpark nach der Kurischen Nehrung die beliebteste Naturlandschaft bei Touristen. Neben dem Wassersport kannst du hier auch Wandern, Radfahren und Campen.

Unser Haus am See im Herzen des Aukštaitija-Nationalparks

Wie im Dzūkija Nationalpark, bist du auch im Aukštaitija-Nationalpark ohne eigenes Auto ziemlich aufgeschmissen. Maximal zwei Mal täglich verkehrt ein Fernbus zwischen Palūšė und Kaunas bzw. Ignalina, öffentliche Verkehrsmittel gibt es so gut wie keine im Inneren des Parks und die Einheimischen bewegen sich größtenteils mit eigenen Autos, Fahrrädern oder Booten vorwärts. Zudem ist eigentlich ein Entgelt für Touristen von einem Euro pro Tag fällig. Wo diese Gebühr jedoch zu entrichten ist, ist mir bis heute nicht klar. Restaurants gibt es wenige im Nationalpark. Von anderen Reisenden empfohlen wird das traditionell litauische Romnesa Ignalina, wo an einer rotierenden Stange Sakotis gebacken werden, die in Deutschland auch als Baumkuchen bekannt sind. Es empfiehlt sich jedoch, sich während der Reisezeit im Nationalpark selbst zu versorgen. Wir übernachteten in einem Holzhaus direkt am See Pakasas, das du über diesen Link finden kannst; airbnb.de.

Reise mit Hund

Litauen ist ein sehr hundefreundliches Reiseziel und besonders der Aukštaitija-Nationalpark ist mit seinen vielen Seen, den tiefen Wäldern und einsamen Uferabschnitten perfekt geeignet für eine Reise mit Vierbeiner. Aufpassen solltest du nur, dass dein Hund in den Wäldern und im Uferbereich nicht jagen geht, besonders wenn hier Tiere brüten. Auch leben in den Dörfern im Aukštaitija-Nationalpark viele Tiere, manche Hunde laufen frei herum, achte hier also ebenfalls darauf, dass sich dein Hund in deiner Nähe aufhält.

Mein Hund Gismo und ich am Ufer des Sees Pakasas

Für die Reise nach Litauen benötigst du den Heimtierausweis deines Hundes mit der eingetragenen Tollwutimpfung. Außerdem muss dieser über einen Mikrochip oder eine Tätowierung zur Identifikation verfügen und in den öffentlichen Transportmitteln mit Leine und Maulkorb reisen. Alles was sonst noch bei gemeinsamen Reisen mit Vierbeiner wichtig ist, kannst du hier nachlesen; Reisen mit Hund: Planung und Packliste.

Wandern im Aukštaitija-Nationalpark

Ein Großteil des Nationalparks ist bewaldet, sogar ein Urwald ist noch vorhanden. Der Azvinka-Wald bietet Lebensraum für über 200 Jahre alte Kiefern und Eichen und gehört zu den am strengsten geschützten Gebieten im Aukštaitija-Nationalpark. Zwischen den Seen Aimajas und Sravinaitis liegt die alte Wassermühle Ginučiai, die bis 1968 tatsächlich in Betrieb war. Und in Stripeikiai kann das Museum der lokalen Imkereigeschichte besichtigt werden. Die Dörfer Vaisnoriškė, Salos II und Varniskės II stehen unter Denkmalschutz und sind ein Zeugnis der litauischen Kultur und Lebensweise vor hundert Jahren. Salos II liegt auf einer Insel ganz in der Nähe, der mit 176 Metern höchsten Erhebung des Parks, dem Ladakalnis. Der Aufstieg lohnt sich alle Mal, denn von oben hast du einen fantastischen Blick über die Nationalparklandschaft.

Zugefrorener See bei frostigen Temperaturen
Magische Landschaft im Aukštaitija-Nationalpark

Doch das tatsächliche Highlight des Parks ist die faszinierende Flora und Fauna. Neben den urwüchsigen Wäldern, tiefblauen Seen und lebhaften Flüssen, findest du einsame Moore, Heideflächen mit bunt blühenden Blumen und weite Wiesen. Besonders die Moore stehen allerdings unter einem besonderen Schutzstatus und können daher nicht betreten werden. Über 200 verschiedene Vogel- und 60 Säugetierarten soll es im Nationalpark geben, darunter auch Elche, Wölfe und Luchse. Wir hatten auf einer Wanderung im Tiefschnee Ende Februar das große Glück, einen Elch in einiger Entfernung im Schutze der Bäume entlang stapfen zu sehen. Doch als wir näher heranschlichen, um nachzusehen, waren nur noch seine Hufabdrücke zu sehen.

Fazit

Der Aukštaitija-Nationalpark ist ein absolutes Muss für alle Naturfreunde, die in Litauen unterwegs sind. Im Nordosten des Landes erstrecken sich seine Seen, Wälder und Wiesen auf einer weitläufigen Fläche und bieten nicht nur Heimat für einige bedrohte Säugetierarten in Europa, wie den Wolf, sondern sind auch Zeugnis der litauischen Kultur und Lebensweise. Die Dörfer Salos II und Varniskės II sind wahre Freilichtmuseen und in Stripeikiai kann eines der besten Museen der Imkereigeschichte in Europa besichtigt werden.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im Augenblick studiere im sechsten Semester Pferdewirtschaft und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

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