Die Reisterrassen von Banaue: Die völlig andere Seite der Philippinen

Ich verbrachte drei Tage in Banaue, einer kleinen Stadtgemeinde, deren Reisterrassen UNESCO-Weltkulturerbe sind und die sich so vollkommen vom Rest der Philippinen unterscheidet.

 

Gerade dachte ich, ich hätte die Philippinen, den Lebensstil und die Menschen verstanden, da erreichte ich Banaue. Banaue ist gerade einmal zwölf Autostunden von der philippinischen Hauptstadt Manila entfernt, doch ich hatte das Gefühl, als befände ich mich plötzlich in einem ganz anderen Land.

Wie kommt man nach Banaue?

Es gibt verschiedene Busunternehmen, die nächtlich die Strecke zwischen Banaue und Manila befahren. Ich bin mit Ohayami Trans gefahren, alternativ kannst du aber auch mit dem Busunternehmen Florida reisen.

Die Hinfahrt zog sich über vierzehn Stunden, da der Busfahrer entschied, es sei Zeit für ein Päuschen, einen ungeplanten einstündigen Zwischenstopp einlegte und auch ansonsten sehr langsam fuhr. Die Rückfahrt war mit nur neun Stunden und einem beinahe leerem Bus dagegen deutlich angenehmer.

Unterkunft

Ich verbrachte meine Zeit in Randy’s Brookside Inn und teilte mir ein Zimmer mit einer Schweizerin. Unser Gastgeber Randy war ein typischer Filipino, gastfreundlich, offen und hilfsbereit und er hat uns sehr mit der Organisation aller Touren geholfen.

Als wir also um die Mittagszeit in Banaue aus dem Bus stiegen, warteten mehrere Filipinos mit selbstgebastelten Namensschildern der Gäste, die sie abholen sollten. Ein Filipino, klein, etwa Mitte zwanzig, mit nur noch wenigen Zähnen, die nicht von Karies befallen waren, hob breit grinsend zwei Schilder hoch und auf meinem stand mein Name.

Völlig gerädert, nach vierzehn Stunden Busfahrt, erreichten wir schließlich das Hostel. Randy begrüßte uns und wir saßen noch keine zwei Minuten, da breitete er eine Landkarte vor uns aus und erläuterte genauestens den Plan, den er für unseren Aufenthalt entworfen hatte. Das keiner von uns beiden ihm und seinen Plänen wirklich zuhörte und wir viel mehr vor uns hin dösten, schien ihn nicht weiter zu stören.

Aktivitäten

Wir wollten Randy natürlich nicht enttäuschen und machten uns daher gleich auf, zum obersten Viewpoint der Reisterrassen von Banaue. Das es bis dahin, vier Kilometer steil den Berg hinauf gehen würde, hatte Randy nicht für erwähnenswert gehalten, oder wir hatten es in unserem halb wachen Zustand nicht mitbekommen. Der anstrengende Aufstieg ist es jedoch absolut wert gewesen, denn auf dem Weg zum obersten Viewpoint, hatten wir eine wundervolle Aussicht, auf die Reisterrassen, das Dorf und die Weiten Banaues.

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Reisterrassen von Batad

Am nächsten Tag fuhren wir früh Morgens, mit dem Tricycle nach Batad, wo wir von unserem Guide Vincent, einem 65-jährigen Filipino, durch die über 2000 Jahre alten Reisterrassen und zu den Tappiya Wasserfällen geführt wurden. Der Weg, wenn man ihn denn als solchen bezeichnen kann, bestand zum Großteil aus Treppenstufen und schmalen Stegen zwischen den Reisterrassen.

Nach einem erfrischendem Bad in den Tappiya Wasserfällen, machten wir uns auf den Rückweg, den ich zuvor bewusst verdrängt hatte. Der Rückweg ging ausschließlich bergauf und die Treppenstufen waren kleine, hohe, teuflische Exemplare. Wir machten bestimmt sieben Stopps, allesamt nach Luft ringend und knallrot im Gesicht, mit Ausnahme von Vincent, welcher der schnaufenden Horde Europäer hinter sich, nur ab und an einen Blick zuwarf.

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Besuch einer Schule in Batad

Auf den Muskelkater den ich am nächsten Morgen hatte, muss ich wohl nicht weiter eingehen. Randys straffes Programm führte uns am dritten und letzten Tag zu den Hot Springs in Bogyah. Vielleicht lag es daran, dass ich keine Lust mehr auf Wandern hatte, aber ich konnte den Aufenthalt nicht so genießen, wie die Ausflüge der beiden vorherigen Tage.

Die Hot Springs sind auf jeden Fall einen Besuch wert und der Weg dorthin ist nicht zu vergleichen, mit dem zu den den Tappiya Wasserfällen, jedoch war ich nach zwei Tagen und gefühlten 3000 Stufen, nicht mehr so entdeckungsfreudig.

Essen und Trinken

Banaue ist ein niedliches kleines Bergdorf, mit günstigen Restaurants und einer Bäckerei. Bei den Restaurants lohnt es sich, verschiedene auszuprobieren, denn die Preise sind zwar meist sehr ähnlich, die Qualität des Essens unterscheidet sich jedoch enorm.

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Leben in Banaue

Kosten

Das Teuerste in Banaue waren die Transportkosten zu den jeweiligen Ausflugszielen, wohin gegen das Essen sehr günstig war, sodass ich für drei Tage insgesamt 2712 Pesos, sprich 50 Euro ausgab.

 

 

Und warum unterscheidet sich Banaue nun so vom Rest der Philippinen?

Banaue ist ein Ort, der von den meisten Philippinen-Reisenden leider ausgelassen wird, denn er bietet keine Partyszene oder Strände, stattdessen ist er eine echte kulturelle Bereicherung. Der Anblick der saftig grünen Reisterrassen und das dahinter liegende Gebirge, werde ich nicht mehr so schnell vergessen.

Banaue ist eine ruhige, kleine und besinnliche Stadtgemeinde, in der es von Tricycles nur so wimmelt. Die Einheimischen sind zudem nicht so aufdringlich, sondern eher zurückhaltend und so wurde ich nicht wie sonst üblich, dauernd angestarrt und angesprochen, was ich äußerst erholsam fand.

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Menschen wie unser Guide Vincent, machen Banaue so besonders

Auch ansonsten scheinen die Uhren in Banaue anders als zu ticken, als im Rest des Landes und genau das macht diesen Ort zu einem so besonderen Erlebnis. Mir fällt es wirklich schwer, die Stimmung und die besondere Atmosphäre in Banaue zu beschreiben, aber manche Dinge sind wohl einfach nicht dazu da, dass man sie in Worte fasst. Manche Dinge sind einfach dazu da, erlebt zu werden.

 

Danke, dass du dir die Zeit für diesen Artikel genommen hast. Wenn du Anregungen, Fragen, oder einfach Wünsche für einen neuen Blogpost hast, dann schreib doch in die Kommentare, oder kontaktiere mich per Mail.

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Nach einer achtmonatigen Asienreise, befinde ich mich nun auf einem Roadtrip durch Europa, auf der du mich und meinen Hund Gismo auf diesem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Roadtrips und Reisen mit Hund.

5 Kommentare zu „Die Reisterrassen von Banaue: Die völlig andere Seite der Philippinen

  1. Liebe Nadine, deine Berichte werden mit jedem Mal besser, mit Gefühl und Humor findest du die richtigen Worte, so dass das Lesen einfach nur Spaß macht 🙂

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