Manila: Perle des Orients oder albtraumhafte Hauptstadt?

In Manila begann meine Rundreise auf den Philippinen und hier endete sie schließlich auch. Um einen Besuch in der philippinischen Hauptstadt kommt kein Reisender vorbei, denn von dort starten die meisten nationalen und internationalen Flüge.

Direkt zu Beginn ein kleiner, aber wichtiger Tipp: Der Flughafen in Manila ist der Einzige, auf dem du, bei Verlassen des Landes, keine 750 Pesos zahlen musst, wie es an JEDEM anderen philippinischen Flughafen üblich ist.

Mein Verhältnis zu Manila ist jedoch ein wenig gestört und so sehr ich mich auch bemühe, Sympathien für diese Stadt aufzubringen, ich schaffe es einfach nicht. Natürlich überzeugt meine Heimat Köln auch nicht unbedingt mit äußerlicher Schönheit, aber es ist nunmal meine Heimatstadt.

Wo liegt also das Problem mit Manila?

Das Problem während meiner Aufenthalte war ein gewisses Zusammenspiel aus vielen negativen Erlebnissen und schlechten Erfahrungen, die ich in dieser Stadt gemacht habe.

Manila ist keine Stadt für Anfänger! Anfänger wie ich einer war, als ich am Abend des neunten September völlig übermüdet aus dem Flughafen trat und der Abholservice meines Hotels nicht auftauchte.

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Sei gewarnt, vor der Abzocker-Masche, der Kutschfahrer Manilas

Es ist nicht so, als ob mir nicht auch an anderen Orten blöde, vermeidbare Dinge passiert wären, aber Manila toppt wirklich alles. Hier die Top fünf meiner „Manila-Fails“:

  1. Vom Taxifahrer auf der Fahrt zum Hotel abgezockt: 750 Pesos, statt den üblichen 120.
  2. Von einem Kutschfahrer, der mich zu einer Stadttour überredet hat, veräppelt: Statt den zuvor besprochenen 100 Pesos, pro halbe Stunde, waren es am Ende 500 und er konnte meinen Schein zudem nicht wechseln und hat dadurch noch ein ordentliches Trinkgeld bekommen.
  3. Ich saß einmal vier Stunden in einem Taxi, wobei nicht unbedingt Manilas verlässlich, chaotischer Verkehr Schuld war, sondern der Taxifahrer, der die Adresse meines Couchsurfers nicht fand.
  4. Ich wurde am Flughafen von vier Taxifahrern versetzt, die ich über eine philippinische Taxi-App gerufen hatte, und mit nur noch ein paar Prozent Akku, habe ich es letztendlich doch geschafft, zum Hostel zu kommen.
  5. Ich musste mein Zahlenschloss knacken lassen, was ich ausversehen verstellt hatte und dann nicht mehr aufbekam. Spät Abends fuhr ich also noch durch eine düstere Ecke Malates, auf der Suche nach jemandem, der sich mit dem Knacken vierstelliger, äußerst sicherer Zahlenschlösser auskennt. Natürlich kann Manila nichts für meine Dummheit, aber trotzdem hat es mein Wohlbefinden ziemlich beeinflusst.

Transport

Wer sich in Manila fortbewegen möchte, sollte viel Zeit und Geduld mitbringen, denn der Verkehr in der Hauptstadt ist ein einziges, tägliches Chaos.

Für kurze Strecken nimmst du am besten eines der vielen Jeepneys. Das Endziel steht auf einem Schild, über dem Lenkrad und es ist zudem üblich, dass du das Geld nach vorne zum Fahrer durchreichst.

Das Taxifahren auf den Philippinen ist eine Kunst für sich, doch mittlerweile weiß ich, mit welchem Taxi man fahren sollte und mit welchem nicht. Die gelben Taxis sind, aus Gründen die niemand nachvollziehen kann, die teuersten. Auch die Taxis, die direkt am Flughafen warten, sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie haben oft kein Taxameter, wie das Taxi, mit dem ich bei meiner Ankunft fuhr. Die besten und günstigsten Taxis findest du, wenn du dir die App GRAB auf dein Smartphone herunter lädst und über diese dann buchst.

Unterkunft

Während meiner insgesamt drei Aufenthalte in Manila schlief ich in verschiedenen Unterkünften, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Die ersten beiden Nächte verbrachte ich in einem absolut furchtbaren Hotel, dem Casa Nicarosa, indem ich mich so unwohl fühlte, wie danach an keinem anderen Ort auf meiner Reise. Furchtbar deswegen, da ich mich als einziger Gast in dem großen Gebäude, vollkommen fehl am Platz gefühlt habe, niemand hat mit mir gesprochen und Möglichkeiten des Essens oder Trinkens, gab es auch nicht.

Bei meinem zweiten Aufenthalt in Manila übernachtete ich im Stadtteil Tagung City, bei einem Couchsurfer. Für alle die es nicht wissen, Couchsurfing ist eine Website, wo Einheimische aus beinahe allen Ländern, Reisende kostenlos bei sich übernachten lassen.

Bei meinem dritten und letzten Mal in Manila, wohnte ich in einem ziemlich coolen, jedoch auch nicht ganz preiswerten Hostel, namens Pink Manila Hostel, welches jedoch mit Pool auf der Dachterasse, kostenlosem Frühstück und pinkem Bettzeug überzeugte.

Aktivitäten

Trotz allem möchte ich dir die, zugegebenermaßen, wenigen Sehenswürdigkeiten und Attraktionen Manilas vorstellen:

Wer sich für die Geschichte der Philippinen, die spanische Kolonialzeit, interessiert, sollte sich das Intramuros nicht entgehen lassen, der Ort der ehemaligen spanischen Kolonialverwaltung. Auch der Rizal-Park ist einen Besuch wert.

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Weihnachtliche Stimmung in der Mall of Asia, bereits Anfang Oktober

Mich hat besonders die Mall of Asia überzeugt, das drittgrößte Einkaufszentrum der Welt, welches jedoch in einem erschreckendem Kontrast, zu den vielen Slums in Manila steht. Die Lücke zwischen Arm und Reich ist auf den Philippinen sehr groß, und manchmal hatte ich das Gefühl, es gäbe überhaupt keine Mittelschicht.

Kosten

In keiner anderen philippinischen Stadt bin ich so häufig übers Ohr gehauen worden, wie in Manila, dass sieht man vor allem an den Transportkosten von 3164 Pesos, was etwa 60 Euro sind. Insgesamt gab ich ganze 10828 Pesos für eine Woche aus, sprich 200 Euro, was für Südostasien wirklich unverhältnismäßig viel ist.

Fazit

Ich möchte nicht so weit gehen, Manila als albtraumhafte Hauptstadt, als die ich sie sooft erlebte, zu bezeichnen. Manila ist eine Stadt der Extreme, mit viel Armut und Slums und auf der anderen Seite, der protzigen Einkaufszentren und Luxushotels. Und sie ist eine Stadt mit zwei Seiten, einer Schönen, die ihr die den Namen der Perle des Orients verliehen hat und welche sich so gut vor mir versteckt hat und zum anderen, einer nicht ganz so Schönen, von der ich mehr als genug gesehen habe.

Leider kann ich nicht immer nur positive Dinge von dieser Weltreise erzählen, denn das Leben auf Backpackerreisen ist nicht immer so märchenhaft, wie es oft dargestellt wird. Aber was wäre das Leben, ohne ein paar Hoch und Tiefs?

 

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Nach einer achtmonatigen Asienreise, befinde ich mich nun auf einem Roadtrip durch Europa, auf der du mich und meinen Hund Gismo auf diesem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Roadtrips und Reisen mit Hund.

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