Manila: Perle des Orients oder albtraumhafte Hauptstadt?

In Manila begann meine Rundreise auf den Philippinen und hier endete sie schließlich auch. Um einen Besuch in der philippinischen Hauptstadt kommt kein Reisender herum, denn sie ist Dreh- und Angelpunkt für die meisten nationalen und internationalen Flüge.

Reiseinformationen

Manila ist die philippinische Hauptstadt und liegt auf der Halbinsel Luzon. Zwei Millionen Einwohner leben in der Stadt und insgesamt 13 Millionen in der gesamten Region Metro Manila. Damit belegt die Region Platz 19 der bevölkerungsreichsten urbanen Agglomerationen der Welt. Der Fluss Pasig teilt die Stadt in zwei Hälften, große Slumviertel auf der einen und Hochhäuser, Luxusapartments und teuere Hotelkomplexe auf der anderen Seite.

Bei der Einreise in die Philippinen auf dem Luftweg, führt eigentlich kein Weg an dem Flughafen Manila vorbei Dieser ist übrigens der einzige im Land, in dem du beim Verlassen der Philippinen, keine 750 Pesos zahlen musst. Trotz allem habe ich einige unschöne Erlebnisse in Manila zu verzeichnen, die meine positiven Eindrücke der Stadt etwas dominierten.

Was in Manila passiert, bleibt in Manila

Manila ist eindeutig keine Stadt für Anfänger! Dies kann ich auch jetzt noch, nach diversen Soloreisen u.a. nach Marrakesch, Barcelona oder Bukarest behaupten. Anfänger wie ich damals einer war, als ich am Abend des neunten September völlig übermüdet aus dem Flughafen trat und der Abholservice meines Hotels nicht auftauchte. Der erste Tag auf Reisen, zu der ich mit nur 18 Jahren im Rahmen meiner achtmonatigen Backpackingreise durch Asien angetreten war.

Sei gewarnt, vor der Abzocker-Masche der Kutscherfahrer in Manila

Es ist nicht so, als ob mir nicht auch an anderen Orten blöde und vermeidbare Dinge passiert wären, aber Manila toppt irgendwie wirklich alles. Hier die Top fünf meiner „Manila-Fails“:

  1. Vom Taxifahrer auf der Fahrt zum Hotel abgezockt: 750 Pesos, statt den üblichen 120.
  2. Von einem Kutschfahrer, der mich zu einer Stadttour überredet hat, veräppelt: Statt den zuvor besprochenen 100 Pesos, pro halbe Stunde, waren es am Ende 500 und er konnte meinen Schein zudem nicht wechseln und hat dadurch noch ein ordentliches Trinkgeld bekommen.
  3. Ich saß einmal vier Stunden in einem Taxi, wobei nicht unbedingt Manilas verlässlich, chaotischer Verkehr Schuld war, sondern der Taxifahrer, der die Adresse meines Couchsurfers nicht fand.
  4. Ich wurde am Flughafen von vier Taxifahrern versetzt, die ich über eine philippinische Taxi-App gerufen hatte, und mit nur noch ein paar Prozent Akku, habe ich es letztendlich doch geschafft, zum Hostel zu kommen.
  5. Ich musste mein Zahlenschloss knacken lassen, was ich ausversehen verstellt hatte und dann nicht mehr aufbekam. Spät Abends fuhr ich also noch durch eine düstere Ecke des Stadtteils Malate, auf der Suche nach jemandem, der sich mit dem Knacken vierstelliger, äußerst sicherer Zahlenschlösser auskennt.

Transport

Wer sich in Manila fortbewegen möchte, sollte viel Zeit und Geduld mitbringen, denn der Verkehr in der Hauptstadt ist ein einziges, tägliches Chaos. Für kurze Strecken nimmst du am besten eines der vielen Jeepneys. Das Endziel steht auf einem Schild über dem Lenkrad und es ist zudem üblich, dass du das Geld nach vorne zum Fahrer durchreichst.

Das Taxifahren auf den Philippinen ist eine Kunst für sich, doch mittlerweile weiß ich, mit welchem Taxi ich unbesorgt fahren kann und mit welchem eher nicht. Die gelben Taxis sind, aus Gründen die niemand nachvollziehen kann, die teuersten. Auch die Taxis, die direkt am Flughafen warten, sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie haben oft kein Taxameter, wie das Taxi, mit dem ich bei meiner Ankunft fuhr. Die besten und günstigsten Taxis findest du, wenn du dir die App GRAB auf dein Smartphone herunter lädst und über diese dann buchst.

Nette Bekanntschaften in Manila; Mein Couchsurfing-Host in der Hauptstadt

Unterkunft

Während meiner insgesamt drei Aufenthalte in Manila schlief ich in verschiedenen Unterkünften, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Die ersten beiden Nächte verbrachte ich in einem absolut furchtbaren Hotel, dem Casa Micarosa, in dem ich mich so unwohl fühlte, wie danach an keinem anderen Ort auf meiner Reise. Furchtbar deswegen, da ich mich als einziger Gast in dem großen Gebäude, vollkommen fehl am Platz gefühlt habe. Keiner der Mitarbeiter sprach mit mir und es gab weder Essens- noch Trinkmöglichkeiten. Die ganze Szenerie erinnerte mich ein wenig an das Hotel in Stephen Kings „Shining.“

Bei meinem zweiten Aufenthalt in Manila übernachtete ich im Stadtteil Tagung City, bei einem Couchsurfer. Für alle die es nicht wissen, Couchsurfing ist eine Website, über die Einheimische aus beinahe allen Ländern, Reisenden kostenlos eine Unterkunft anbieten. Bei meinem dritten und letzten Mal in Manila, wohnte ich schließlich in einem ziemlich coolen, jedoch auch nicht ganz preiswerten Hostel, namens Pink Manila Hostel. Dieses verfügte über eine eigene Dachterrasse mit Pool, kostenloses Frühstück und natürlich pinke Bettwäsche.

Aktivitäten

Trotz allem möchte ich dir die, wenn auch wenigen, Sehenswürdigkeiten und Attraktionen Manilas vorstellen:

Weihnachtliche Stimmung in der Mall of Asia bereits Anfang Oktober

Wer sich für die Geschichte der Philippinen und die spanische Kolonialzeit interessiert, sollte sich das Intramuros nicht entgehen lassen, der Ort der ehemaligen spanischen Kolonialverwaltung. Außerdem lohnt ein Besuch im philippinischen Nationalmuseum. Auch der weitläufige Rizal-Park ist einen Besuch wert. Außerdem gibt es einige sehenswerte Kirchen in der Hauptstadt, wie die San Agustin Kirche oder die Kathedrale von Manila.

Schier umgehauen haben mich die Ausmaße der Mall of Asia, dem drittgrößten Einkaufszentrum der Welt. Dieses steht im erschreckend starken Kontrast zu den vielen Slums in Manila. Die Lücke zwischen Arm und Reich ist auf den Philippinen sehr groß, und manchmal hatte ich irgendwie das Gefühl, als gäbe es überhaupt keine Mittelschicht.

Kosten

In keiner anderen philippinischen Stadt bin ich so häufig übers Ohr gehauen worden, wie in Manila. Dies wird besonders an den horrenden Transportkosten von 3.164 Pesos, was umgerechnet etwa 60 Euro entspricht, deutlich. Insgesamt gab ich ganze 10.828 Pesos in Manila aus, sprich 200 Euro, was für Südostasien wirklich absolut unverhältnismäßig viel ist.

Fazit

Ich möchte nicht so weit gehen, Manila als albtraumhafte Hauptstadt, als die ich sie sooft erlebte, zu bezeichnen. Manila ist eine Stadt der Extreme, mit viel Armut und Slums mit teils grausigen Lebensbedingungen und auf der anderen Seite, protzigen Einkaufszentren und glamourösen Luxushotels. Und sie ist eine Stadt mit zwei Seiten, einer Schönen, die ihr die den Namen der Perle des Orients verliehen hat und welche sich so gut vor mir versteckt hat. Und zum anderen, einer nicht ganz so Schönen, von der ich leider mehr als genug gesehen und erlebt habe.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Ich studiere Pferdewirtschaft im sechsten Semester und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

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