Palawan: Zurecht die Lieblingsinsel aller Backpacker?

Palawan liegt im Westen der Philippinen und ist die Backpackerinsel. Doch wie ist die Realität auf Palawan? Ist es wirklich das Paradies, von dem alle berichten?

 

Ich verbrachte anderthalb Wochen auf Palawan, startete in der Hauptstadt Puerto Princesa und reiste weiter, in den Norden der Insel, nach El Nido. Ich erreichte Palawan mit sehr hohen Erwartungen, denn alle Traveller die ich getroffen hatte, berichteten mir, wie toll es auf Palawan sei.

Wie kommt man nach Palawan?

Um nach Palawan zu fliegen, kannst du zwischen einer der vielen Billigfluglinien Südostasiens wählen. Den besten Preis gab es, als ich gebucht habe, bei Cebu Pacific, wobei jedoch Hin- und Rückflug, jeweils über anderthalb Stunden Verspätung hatten.

Deutlich pünktlicher, jedoch ein wenig teurer, ist Air Asia. Desweiteren gibt es noch Philippine Airlines, mit denen ich zuvor nach Cebu und zurück geflogen war. Natürlich existieren noch weitere Airlines, doch diese drei sind die Gängigsten.

Ich würde dir empfehlen, als erstes nach Puerto Princesa zu fliegen, auch wenn der Flughafen lächerlich klein und ungemütlich ist, denn nur in der Hauptstadt gibt es Geldautomaten. Richtig, auf der 450 km langen Insel Palawan kann man nur in einer Stadt Geld abheben.

Transport auf Palawan

Auf Palawan gibt es, sowie auf den meisten größeren Inseln, Jeepneys, Tricycles, Taxis, Minivans und Busse. Ich fuhr mit dem Roro Bus nach El Nido, was ich dir jedoch nicht empfehlen kann.

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Neue Freunde aus dem Jeepney in El Nido

Stattdessen nimmst du lieber einen Nachtbus des Busunternehmens Cherry, mit dem ich auf der Rückfahrt reiste und welche deutlich empfehlenswerter sind als Roro. Warum? Der Bus mit dem ich nach El Nido fuhr, war heillos überfüllt und hielt zudem an jeder zweiten Ecke, um Passagiere ein und aussteigen zu lassen, sodass wir eine Stunde länger als vorgesehen brauchten. Es war nur eine Stunde, da der Bus mit einem rekordverdächtigem Tempo über den National Highway raste und zudem bei jedem Stopp so abrupt bremste, dass alle Passagiere einen Satz nach vorne machten. Gut, dass wäre alles noch verkraftbar gewesen, wenn es wenigstens Platz für mein Gepäck gegeben hätte. Den gab es jedoch nicht und so hielt ich sieben Stunden lang meinen zehn Kilo schweren Backpack auf dem Schoß.

Vergiss nicht zu handeln, wenn du mit dem Tricycle fährst, denn die Fahrer auf Palawan sind wirklich besonders dreist.

Unterkunft

Ich war ziemlich faul auf Palawan und verbrachte meine Zeit daher nur in zwei Unterkünften. In Puerto Princesa schlief ich in dem äußerst beliebten und guten Sheebang Hostel, deren einzige Kritikpunkte die kleinen Essensportionen und gelegentliche Stromausfälle sind.

In El Nido blieb ich fünf Tage im Where 2 next-hostel. Dieses Hostel ist äußerst speziell und wenn ich mich nicht in den Wochen zuvor bereits an den einfachen philippinischen Lebensstil gewöhnt hätte, hätte ich hier wirklich zu kämpfen gehabt. Das Hostel wird noch gebaut, sodass mich der Baulärm von halb sieben Uhr am Morgen bis halb sechs am Abend begleitete.

Die ersten beiden Nächte schlief ich in einem Zelt, welches jedoch beide Male aufgrund der heftigen Regenmassen vollkommen überflutete, sodass ich schließlich in ein Zimmer umzog.

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Da war der Weg zu meinem Hostel noch passierbar und nicht völlig überflutet

In dem Hostel lebte, außer mir, nur ein weiterer Gast, ein Italiener. Die Mitarbeiter nahmen mich, ganz die philippinische Gastfreundlichkeit, wie ein Familienmitglied auf, wir aßen alle Mahlzeiten zusammen, verbrachten die langen regnerischen Tage gemeinsam und prophezeiten jeden Abend: Morgen wird gutes Wetter!

Nach fünf Tagen verließ ich das Hostel, jedoch wurde die Rückfahrt zu einer größeren Herausforderung, als gedacht. Die Massen an Regen, hatten den Weg zum Hostel unpassierbar für Mensch, Tier und Maschine gemacht. Trotzdem nahm unser Hostelkoch die Herausforderung an, mich und meinen Backpack, zum Bus Terminal zu fahren. Nachdem wir schließlich, was eine Überraschung, im Stockdunkeln im Schlamm stecken blieben, kämpften wir uns zu Fuß durch die Böschung weiter, nur mit Handtaschenlampe bewaffnet. Für den restlichen Weg liehen wir uns ein Motorrad, sodass ich eine halbe Stunde vor Abfahrt den Busbahnhof erreichte.

Das große Problem…

Das große Problem während meines Aufenthalts war das Wetter! In Puerto Princesa regnete es „nur“ einige Stunden am Tag, in El Nido jedoch regnete es circa 22 Stunden täglich und die zwei trockenen Stunden verbrachte ich natürlich am Strand, denn mein Hostel lag am wunderschönen Nacpan Beach.

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Es gibt nichts Besseres, als einen ganzen Strand für sich allein zu haben (zumindest in den Morgenstunden noch)!

Leider waren die Bauarbeiten in meinem Hostel, noch nicht so weit fortgeschritten, dass es Wege gegeben hätte. Das Hostel bestand aus mehreren, halbfertigen Hütten und das WC und die Dusche lagen an einem, meine Hütte am anderen Ende. Zudem überflutete die komplette Fläche des Hostels, sodass wir uns alle barfuß und nur mit kurzen Hosen fortbewegen konnten und immer matschig bis zu den Knöcheln waren.

Es regnete soviel, wie ich es noch nie in einem Land erlebt habe. Ich weiß, im Augenblick ist Regenzeit auf den Philippinen, aber diese äußert sich normalerweise durch einen, circa ein bis zehnminütigen Regenguss am Tag und danach ist alles wieder gut. Nicht aber so in El Nido! Ich schätze der Grund dafür ist der Taifun, der gerade von Taiwan aus, auf die Philippinen zukommt.

Aktivitäten

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Und los ging es zur Underground River Tour

Fangen wir Mal mit Puerto Princesa an. Puerto Princesa ist, vor allem für den Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark, eines der sieben Weltwunder der Natur, bekannt.

Nach der schlimmsten Autofahrt meines Lebens, wir wurden in einem Minivan zum Nationalpark gebracht und der Fahrer war ein Raser der speziellen Sorte, waren meine Beine doch ein wenig wacklig. Auf dem recht schmalen, sehr kurvigen Highway, raste er mit Tempo 100 und bremste in den Kurven netterweise auf 90 ab!

Wir begannen mit einer Paddelfahrt über den Sabang-Fluss und ich kann gar nicht so genau sagen, ob es eigentlich die gewaltigen Mangroven oder aber die schwarz-gelb gestreifte Mangrovennachtbaumnatter oder der Waran waren, die mir am besten gefallen haben.

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Fahrt durch die Mangroven

Der Sabang-Untergrundfluss, der in eine düstere, jedoch atemberaubend schöne Höhle führt, ist eines der unglaublichsten Dinge, die ich in meinem Leben gesehen habe. In der Höhle gibt es hunderte von Fledermäusen, doch das wirklich Highlight, sind die Felsformationen, die an Lebensmittel, Tiere und andere Dinge erinnern und daher auch alle eigene Namen haben.

Empfehlenswert ist außerdem die abendliche Tour zum Beobachten der Glühwürmchen, die zu Fotografieren eine Sache der Unmöglichkeit ist. Das einzig Negative an dieser Tour, war das unappetitliche Abendessen.

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Die weihnachtliche Felsformation, die an die Szene in der Krippe erinnert

Kosten

In Puerto Princesa achtete ich deutlich weniger auf mein Geld als in El Nido, machte mehrere teurere Touren und sparte auch bei Essen und Unterkunft nicht. Zum Beispiel bezahlte ich für das Essen für vier Tage in Puerto Princesa 1230 Pesos, in El Nido für fünf Tage jedoch weniger als die Hälfte, da ich mich dort größtenteils von local food ernährte. Insgesamt gab ich in neun Tagen in El Nido 9025 Pesos, sprich 166,82 Euro aus.

Fazit: Ist Palawan einen Besuch wert?

Ich glaube, das Problem bei meinem Besuch in Palawan waren meine zu hohen Erwartungen… Und das schlechte Wetter sollte man auch nicht unterschätzen.

Trotzdem ist Palawan einen Besuch wert, allein schon aufgrund des Nationalparks. Außerdem ist die Insel sehr Backpacker freundlich und eignet sich daher wunderbar als Einstieg einer Rundreise durch die Philippinen und eher weniger als letztes Ziel, wie auf meiner Reise. Ich war bereits ein wenig verwöhnt, was menschenleere Sandstrände, günstige Preise und tolle Tierbeobachtungen angeht, dass Palawan mich einfach nicht mehr vom Hocker gehauen hat.

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Schon für den Anblick der Mangrovennachtbaumnatter, lohnt sich ein Abstecher nach Palawan

Nun, jeder Reisende auf den Philippinen, hat seine Lieblingsinsel. Ich persönlich schwanke zwischen Cebu und Apo Island. Das es so viele Menschen gibt, deren Lieblingsinsel Palawan ist, ist für mich nicht so ganz nachvollziehbar. Doch wenn man zur richtigen Zeit, am richtigen Ort ist, macht das, wie ich besonders auf Apo Island gelernt habe, einiges aus.

 

Ich schreibe diesen Blogpost bereits aus meinem Hostelzimmer, in Kambodscha. Ich habe mir bewusst den ersten Tag, im neuen Land, frei gehalten, um endlich mit den Blogbeiträgen weiter zu kommen.

Wenn euch der Artikel gefallen hat, dann gebt mir doch einen Daumen hoch, wenn ihr Fragen, Anregungen, Lob, Kritik, oder einfach was zu sagen habt, freue ich mich über einen Kommentar.

 

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Nach einer achtmonatigen Asienreise, befinde ich mich nun auf einem Roadtrip durch Europa, auf der du mich und meinen Hund Gismo auf diesem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Roadtrips und Reisen mit Hund.

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