Palawan: Zurecht die Lieblingsinsel aller Backpacker?

Palawan liegt im Westen der Philippinen und ist die Backpackerinsel schlechthin. Doch wie ist die Realität auf Palawan? Ist es wirklich das Paradies, von dem alle berichten? Ich verbrachte im Laufe meiner achtmonatigen-Asienreise auch anderthalb Wochen auf Palawan, startete in der Hauptstadt Puerto Princesa und reiste weiter, bis in den Norden der Insel, nach El Nido.

Reiseinformationen

Mehrere kleine Inseln im Westen der Philippinen bilden die Provinz Palawan und erstrecken sich zwischen Mindoro im Nordosten und Borneo im Südwesten. Um nach Palawan zu gelangen, kannst du zwischen einer der vielen Billigfluglinien Südostasiens wählen. Den besten Preis gab es, als ich gebucht habe, bei Cebu Pacific. Jedoch hatten Hin- und Rückflug jeweils über anderthalb Stunden Verspätung.

Deutlich pünktlicher, jedoch ein wenig teurer, ist Air Asia. Desweiteren gibt es noch Philippine Airlines, mit denen ich zuvor nach Cebu und zurück geflogen war. Natürlich existieren noch weitere Airlines, doch diese drei sind die Gängigsten. Ich würde dir empfehlen, als erstes nach Puerto Princesa zu fliegen, auch wenn der Flughafen lächerlich klein und ungemütlich ist, denn nur in der Hauptstadt gibt es Geldautomaten. Richtig, auf der 450 km langen Insel Palawan kann man nur in einer Stadt Geld abheben. Alternativ verkehren auch Fähren zwischen Palawan und den Nachbarinseln.

Transport auf Palawan

Auf Palawan gibt es, sowie auf den meisten größeren Inseln, Jeepneys, Tricycles, Taxis, Minivans und Busse. Ich fuhr mit dem Roro Bus nach El Nido, was ich dir jedoch nicht empfehlen kann.

Die zuckersüßen Kinder in El Nido

Stattdessen nimmst du lieber einen Nachtbus des Busunternehmens Cherry, mit dem ich auf der Rückfahrt reiste und welche deutlich empfehlenswerter sind als Roro. Warum? Der Bus mit dem ich nach El Nido fuhr, war heillos überfüllt und hielt zudem an jeder zweiten Ecke, um Passagiere ein- und aussteigen zu lassen, sodass wir eine Stunde länger als vorgesehen brauchten. Es war nur eine Stunde, da der Bus mit einem rekordverdächtigem Tempo über den National Highway raste und zudem bei jedem Stopp so abrupt bremste, dass alle Passagiere einen Satz nach vorne machten. Gut, dass wäre alles noch verkraftbar gewesen, wenn es wenigstens Platz für mein Gepäck gegeben hätte. Den gab es jedoch nicht und so hielt ich sieben Stunden lang meinen zehn Kilo schweren Rucksack auf dem Schoß, eingequetscht zwischen meinen Sitznachbarn.

Vergiss nicht zu handeln, wenn du mit dem Tricycle fährst, denn die Fahrer auf Palawan sind wirklich besonders dreist.

Unterkunft auf Palawan

In Puerto Princesa schlief ich in dem äußerst beliebten und guten Sheebang Hostel, deren einzige Kritikpunkte die kleinen Essensportionen und gelegentliche Stromausfälle sind.

In El Nido blieb ich fünf Tage im Where 2 next-hostel. Dieses Hostel ist äußerst speziell und wenn ich mich nicht in den Wochen zuvor bereits an den einfachen philippinischen Lebensstil gewöhnt hätte, hätte ich hier womöglich Probleme bekommen. Das Hostel wird noch gebaut, sodass mich der Baulärm von halb sieben Uhr am Morgen bis halb sechs am Abend begleitete. Die ersten beiden Nächte schlief ich in einem Zelt, welches jedoch beide Male aufgrund der heftigen Regenmassen vollkommen überflutete, sodass ich schließlich in ein Zimmer umzog.

Filipinos am Wochenende

Außer mir war nur ein Italiener in dem Hostel zu Gast. Die Mitarbeiter nahmen mich, ganz die philippinische Gastfreundlichkeit, wie ein Familienmitglied auf, wir aßen alle Mahlzeiten zusammen, verbrachten die langen regnerischen Tage gemeinsam und prophezeiten jeden Abend: Morgen wird gutes Wetter!

Nach fünf Tagen verließ ich das Hostel, jedoch wurde die Rückfahrt zu einer größeren Herausforderung, als gedacht. Die Massen an Regen, hatten den Weg zum Hostel unpassierbar für Mensch, Tier und Maschine gemacht. Trotzdem nahm unser Hostelkoch die Herausforderung an, mich und meinen Rucksack, zum Bus Terminal zu fahren. Nachdem wir schließlich, was eine Überraschung, im Stockdunkeln im Schlamm stecken blieben, kämpften wir uns zu Fuß durch die Böschung weiter, nur mit Handtaschenlampe bewaffnet. Für den restlichen Weg liehen wir uns ein Motorrad, sodass ich eine halbe Stunde vor Abfahrt den Busbahnhof erreichte.

Die Sache mit der Regenzeit

Das große Problem während meines Aufenthalts war das Wetter! In Puerto Princesa regnete es „nur“ einige Stunden am Tag, in El Nido jedoch regnete es circa 22 Stunden täglich und die zwei trockenen Stunden verbrachte ich natürlich am Strand, denn mein Hostel lag am wunderschönen Nacpan Beach.

Kanufahrt im Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark bei herrlichem Wetter

Leider waren die Bauarbeiten in meinem Hostel noch nicht so weit fortgeschritten, dass es Wege gegeben hätte. Das Hostel bestand aus mehreren, halbfertigen Hütten und das WC und die Dusche lagen an einem, meine Hütte am anderen Ende. Zudem überflutete die komplette Fläche des Hostels, sodass wir uns alle barfuß und nur mit kurzen Hosen fortbewegen konnten und immer matschig bis zu den Knöcheln waren.

Es regnete tatsächlich soviel, wie ich es noch nie in einem Land erlebt habe. Es empfiehlt sich also tatsächlich, außerhalb der Regenzeit die Philippinen zu bereisen. Normalerweise gibt es nur einen circa zehnminütigen, sehr heftigen Regenschauer am Tag während der Regenzeit. Das war dieses Jahr in El Nido etwas anders. Ich schätze der Grund dafür war der Taifun, der während dieser Zeit 2016 gerade von Taiwan aus, auf die Philippinen zurollte.

Aktivitäten auf Palawan

Die Hauptstadt Puerto Princesa ist vor allem für den Puerto-Princesa-Subterranean-River-Nationalpark, eines der sieben Weltwunder der Natur, bekannt. Meine Tour durch den Park begann mit einer besinnlichen Paddelfahrt auf dem Sabang-Fluss und ich kann gar nicht so genau sagen, ob es eigentlich die gewaltigen Mangroven oder aber die schwarz-gelb gestreifte Mangrovennachtbaumnatter oder der Waran waren, die mir am besten gefallen haben.

Die Mangrovennachtbaumnatter besitzt ausgesprochen scharfe Giftzähne

Der Sabang-Untergrundfluss, der in eine düstere, jedoch atemberaubend schöne Höhle führt, ist ein spektakulärer Anblick. In der Höhle gibt es Hunderte von Fledermäusen, doch das wirklich Highlight, sind die Felsformationen, die an Lebensmittel, Tiere und andere Dinge erinnern und daher auch alle eigene Namen haben.

Die Warane auf Palawan wurden erst vor etwa 12 Jahren überhaupt entdeckt

Empfehlenswert ist außerdem die abendliche Tour zum Beobachten der Glühwürmchen, die zu Fotografieren eine Sache der Unmöglichkeit ist. Das einzig Negative an der gebuchten Ganztagestour, war das unappetitliche Abendessen. Aber man kann eben nicht alles haben.

Kosten

In Puerto Princesa achtete ich deutlich weniger auf mein Geld als in El Nido, machte mehrere teurere Touren und sparte auch bei Essen und Unterkunft nicht. Zum Beispiel bezahlte ich für das Essen für vier Tage in Puerto Princesa 1.230 Pesos, in El Nido für fünf Tage jedoch weniger als die Hälfte, da ich größtenteils gemeinsam mit den Einheimischen aß. Insgesamt gab ich in neun Tagen in El Nido 9.025 Pesos, sprich 166,82 Euro aus.

Fazit: Ist Palawan einen Besuch wert?

Ich glaube, das Problem bei meinem Besuch in Palawan waren meine zu hohen Erwartungen. Und das schlechte Wetter sollte auch nicht unterschätzt werden. Natürlich ist Palawan trotz Wassermassen in der Regenzeit einen Besuch wert, allein schon aufgrund des sensationellen Nationalparks in Puerto Princesa. Außerdem ist die Insel sehr Backpacker freundlich und eignet sich daher wunderbar als Einstieg einer Rundreise durch die Philippinen. Ich war bereits ein wenig verwöhnt, was menschenleere Sandstrände, günstige Preise und tolle Tierbeobachtungen angeht, sodass Palawan mich einfach nicht mehr vom Hocker gehauen hat.

Jeder Reisende auf den Philippinen, hat seine Lieblingsinsel. Ich persönlich schwanke zwischen Malapascua und Apo Island. Oder ist es doch Cebu?

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Ich studiere Pferdewirtschaft im sechsten Semester und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

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