Arbeiten auf einer kambodschanischen Pferderanch

Drei Wochen habe ich als Volunteer auf der Liberty Ranch in Otres Village, Sihanoukville gearbeitet, einer Ranch mit fünfzehn Pferden. Ich hatte eine unbeschreiblich tolle Zeit und habe viel über den kambodschanischen Lebensstil gelernt.

 

Volunteering

Jetzt lüfte ich mal das Geheimnis, wie ich mir diese Reise finanziere: Durch Volunteer Projekte. Ich arbeite also täglich einige Stunden, bekomme dafür freie Unterkunft und manchmal auch Verpflegung. Für mich ist es wichtig, dass ich auch wirklich etwas sinnvolles mache und gebraucht werde.

Denn im Internet gibt es unzählige Organisationen, über die man vermeintliches Volunteering „kaufen“ kann, zum Beispiel um auf einer südafrikanischen Löwenaufzuchtstation oder im Schildkrötenschutz mitzuhelfen. Die Kosten dafür liegen meist bei 1500 Euro aufwärts, also keine Möglichkeit um wirklich Geld zu sparen. Dies sind oftmals keine nachhaltigen und tiergerechten Projekte, so gab es zum Beispiel Fälle, wo die Löwen als sie älter wurden, zum Jagdtourismus verwendet wurden, sprich westliche Reisende durften sie abknallen.

Wenn du an einem sinnvollen, bezahlten Projekt teilnehmen und wirklich helfen möchtest, empfehle ich dir dich bei Tierschutzorganisationen wie dem WWF zu informieren, welche eigentlich immer Voluntäre für ihre diversen Projekte suchen.

Oder du machst es wie ich und suchst dir Jobs über Webseiten, wie Workaway oder WWOFING. Über letztere habe ich auch Kontakt mit der Liberty Ranch aufgenommen.

Die Liberty Ranch

Zurück zum eigentlichen Thema, der Ranch! Die Liberty Ranch liegt im Süden Kambodschas, im beschaulichen Otres Village und ist ein wunderschöner Ort. Auf ihr leben fünfzehn Pferde, sowie die kambodschanischen Mitarbeiter. Es gibt einen Reitplatz und es werden abgesehen von Reitstunden und Ponyreiten, auch Trail Rides durch die kambodschanische Countryside, Ritte am Strand, sowie Schwimmen mit den Pferden, angeboten.

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Ausreiten mit Charly

Die Pferde sind gesund und es wird sich gut um sie gekümmert, was für mich die Grundvoraussetzung war, um auf der Ranch anzufangen, denn leider habe ich auf den Philippinen das Gegenteil erlebt.

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Mikey und Tempete

Das Ranchleben

Das Leben auf einer Ranch ist nicht immer einfach, gerade in der Low Season, wo die monatlichen Rechnungen trotz weniger Einnahmen bezahlt werden müssen.

Zu meinen täglichen Aufgaben gehörte natürlich die Arbeit mit den Pferden. Ich habe einige Jungpferde trainiert, beim täglichen Striegeln, Satteln und Waschen geholfen, Reitunterricht gegeben und Trail Guides begleitet, mich um Ausrüstung (Sättel, Zaumzeug) und den Kompost gekümmert. Zudem habe ich die beiden Hunde Toby und Raven gefüttert, Gäste betreut, teilweise auch mit dem Management geholfen und einmal Flyer am Strand verteilt.

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Begleiten eines Trail Rides auf Michael

Dafür habe ich freie Unterkunft im Otres Village bekommen, wo ich mit der anderen Voluntärin Julie zusammen in einem kleinem Haus am Fluss lebte, mit eigener Küche, sodass wir für uns selbst kochen konnten. Außerdem durfte ich ausreiten und habe ein kleines Gehalt, beispielsweise für die Reitstunden, bekommen.

Am meisten Spaß hat mir der Reitunterricht gemacht. Zu sehen, wie die Kinder die Tipps die ich ihnen gab, annahmen und sich weiterentwickelten, war toll und auch die Pferde habe ich so noch besser kennen gelernt.

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Reitunterricht bei Sonnenuntergang

Das Leben auf einer Ranch bedeutet tägliche Arbeit, aber auch tägliches Lernen. Ich habe mich wirklich weiterentwickelt. Zum einen habe ich von den Kunden gelernt, mein Englisch verbessert und bin selbstbewusster gegenüber Fremden geworden.

Zum anderen haben besonders die kambodschanischen Mitarbeiter, Sopoa, sein Bruder Sopa und Ann mir viel mit auf den Weg gegeben. Ich durfte ihre Lebensweise kennen lernen und ihre traditionelle Art, mit Pferden umzugehen.

Und letztendlich hat mich meine Zimmergenossin Julie sehr inspiriert, ihre besondere Art mit Pferden zu sprechen und ihr äußerst inspirierender Lebensstil.

Was habe ich während meines Aufenthalts ausgegeben?

Volunteering ist für mich nicht nur die schönste Art des Reisens, sondern auch mit Abstand die Preiswerteste. So gab ich in drei Wochen in Sihanoukville 212 Dollar aus für Transport, Verpflegung und einige Souvenirs. Durch Trinkgelder und die Reitstunden nahm ich jedoch auch 87 Dollar ein, sodass ich für drei Wochen gerade einmal 125 Dollar, sprich 112 Euro ausgab.

Der letzte Abend

Der letzte Abend auf der Ranch war mit Abstand der Einprägsamste. Ich war gerade fertig mit der Springstunde, die ich einem französischem Mädchen auf dem Hengst Sok gegeben hatte, als die Sonne begann unterzugehen und ein farbenfroher Regenbogen sich über den Abendhimmel Kambodschas spannte. Selten zuvor habe ich einen solchen Regenbogen gesehen, einfach atemberaubend schön. Währenddessen schallten die Klänge kambodschanischer Musik aus einer kleinen Hütte, gegenüber der Ranch.

Die restlichen Pferde standen bereits in den Boxen und fraßen das frisch geschnittene Gras. Ich war seltsam traurig, während ich den Regenbogen beobachtete. Traurig darüber, dass die schöne Zeit auf der Liberty Ranch nun vorbei sein sollte, dass ich nun gehen würde.

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Sok und im Hintergrund der Regenbogen

Abends beim Abschiedsessen kam dann tatsächlich noch der Anruf, dass Polys Fohlen soeben geboren worden war, sodass die ganze Bar mit klirrenden Biergläsern anstieß. Das Fohlen ist das schönste Abschiedsgeschenk, was die Ranch mir machen konnte.

Fazit

Für mich ist diese Art des Reisens die Allerbeste. Wer einmal an einem Wasserbüffel vorbei, durch die kambodschanische Landschaft geritten ist, oder die Sonne auf einer Pferderanch hat untergehen sehen, der wird mich verstehen.

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Auch Pan war absolut fasziniert von Mama Poly und der kleinen Sky

Ich werde die Liberty Ranch sehr vermissen, die furchtbar schiefe Musik des Süßigkeitenwagens, welcher jeden Tag an der Ranch vorbei fuhr, meine neuen Freunde, aber vorallem die Pferde; Michael, Django, Sok, Nana, Mocca, Atila, Kyle, Tempete, Mikey, Pan, Stella, Liberty, Charly, Para, Poly und ihr Fohlen Sky.

Gemeinsam entschieden wir uns für den Namen Sky, aufgrund des Regenbogens der am Abend ihrer Geburt den Himmel schmückte und jeden in seinen Bann zog.

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Nach einer achtmonatigen Asienreise, befinde ich mich nun auf einem Roadtrip durch Europa, auf der du mich und meinen Hund Gismo auf diesem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Roadtrips und Reisen mit Hund.

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