Als Volontär auf einer Farm in Laos

Wer sich gewundert hat, warum ich die letzten Wochen so abwesend war, ich habe zuerst dreieinhalb Wochen in einem Tierheim auf Sri Lanka geholfen, wo es nur eine sehr begrenzte WLAN-Verbindung gab, und befinde mich nun seit einigen Tagen in China. Ich bin mal wieder sehr spontan hier hergereist und habe mich im Vorhinein nur um mein Visum und eine Unterkunft bei einem Couchsurfer am Rande Shanghais gekümmert, weshalb mir auch nicht bewusst war, dass in China sowohl Facebook, Instagram, YouTube als auch Google gesperrt sind. Nun weiß ich es. Glücklicherweise ist zumindest WordPress, die Seite auf der mein Blog gehostet ist, zugänglich.

 

Nun aber zum eigentlichen Thema, Volunteering! Ich habe sechseinhalb Wochen auf einer Farm in Laos gearbeitet und möchte dir in diesem Artikel davon erzählen.

 

Wenn ich eins in den letzten Wochen gelernt habe, dann das jeder Voluneerjob anders ist, sowie auch jedes Land anders ist. Man weiß nie wirklich was einen erwartet und so in etwa ist es auch beim Couchsurfing. Referenzen und Kommentare zu den jeweiligen Hosts können hilfreich sein, bereiten dich aber kein bisschen auf die Realität vor. Soviel man sich auch über ein Land, ein Volunteerprojekt oder einen Couchsurfer informiert, so wird einem doch schnell bewusst, dass nichts auf der Welt einen auf eine solch einzigartige Erfahrung vorbereiten kann.

Der Job

Die Arbeitstage in Vang Vieng waren lang, deutlich länger als die der anderen Hotelvoluntäre, die unter anderem im Hoteleigenen Cafe oder Garten arbeiteten, Yoga unterrichteten oder sich um Social Media Marketing kümmerten und doch hatte ich den coolsten und abwechslungsreichsten Job (sehr neutral berichtet).

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Auf einer der vielen Wanderungen durch den laotischen Regenwald

So begann meine Arbeit Morgens damit, dass ich mehrere schwere Eimer von den Hotelküchen der Hotels, die meiner Chefin Rachel gehörten, holte, in denen die Essensreste und Obst für die Ponys gesammelt wurden. Anschließend brachte ich diese Eimer in einem kleinen Boot auf die andere Seite des Nam Song Flusses, wo die Farm gelegen war. Ich fütterte die Gänse, Hühner und Enten mit den Essensresten der Hotels und sammelte bei Bedarf ihre Eier ein. Danach ging es schließlich zu den Ponys, die ich ebenfalls fütterte, striegelte und anschließend auch die Boxen mistete, denn die Ponys verbrachten den ganzen Tag auf der Weide und nur einige von ihnen blieben Nachts im Stall.

Wenn ich Nachmittags nach dem Mittagessen zur Farm zurückkehrte, longierte ich die Ponys, ging mit ihnen auf lange Wanderung oder schwimmen im Fluss.

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Nach der Reitstunde gingen zwei meiner Schüler ihre Ponys im Fluss waschen

Eine freiwillige Sonderaufgabe derer ich mich gerne annahm, war die Betreuung der Hotelhunde Lily, Nicky und Boo Boo. Lily schlief bereits ab der zweiten Nacht in meinem Zimmer und folgte mir zusammen mit Boo Boo täglich auf die Farm und überall sonst hin.

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Eine der vielen Ponytrekking-Touren, die ich während meiner Zeit in Vang Vieng leitete

Zur Hauptsaison im Dezember kamen viele westliche Familien ins wunderschöne Vang Vieng, deren Kindern ich Reitstunden gab oder auf Trekking zu Pony durch die Reisfelder und den Regenwald führte.

Hier auch noch einmal mein Artikel über Vang Vieng; Vang Vieng Backpacking: 10 Geheimtipps.

Volunteering

Volunteering bedeutet nicht bloß Arbeiten für kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Volunteering bedeutet, ein Land von einer ganz anderen Seite kennen zu lernen und zu verstehen, einer Seite die man als „normaler Reisender“ so nie zu Gesicht bekommt. Volunteering bedeutet einen internationalen Austausch, den man ansonsten nie ermöglicht bekommen hätte. Und damit meine ich nicht nur die Locals, die man natürlich während der Arbeit kennen lernt und die oft zu guten Freunden werden, auch wenn die Kommunikation nicht immer ganz einfach ist. Ich spreche von den anderen Voluntären aus aller Welt, die ich kennen lernen durfte. Volunteering ermöglicht es mir, überall auf der Welt einen Platz zum Schlafen zu haben, Freunde zu haben, ein Zuhause zu finden und ist nicht gerade das etwas, wofür jeder, ob Reisender oder nicht, unglaublich dankbar wäre?

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Mit Ali und Starlight am Weihnachtsmorgen

Volunteering gibt einem ein Zuhause, einen Rückzugsort, wo man den Backpack einfach mal ablegen kann und sich nicht ums nächste Hostel oder die nächste Busverbindung sorgen muss. In Vang Vieng habe ich mein erstes Weihnachten und Silvester in der Ferne verbracht und viele neue einprägsame Erfahrungen gesammelt, auch abseits der Ponyfarm. Vang Vieng ist, wie meine Chefin Rachel mir an meinem letzten Morgen sagte, für immer mein kleines Zuhause in Asien und ich werde definitiv eines Tages zurückkehren.

Die Vergütung

Über die Vergütung in Vang Vieng konnte ich mich wirklich nicht beschweren. Ich hatte ein Privatzimmer im Elephant Crossing Hotel, bekam dort kostenloses Frühstück, Mittagessen, Wasser, Laundry und Wifi, letzteres ist nicht selbstverständlich, und wenn Rachel an den Wochenenden in Vang Vieng war, lud sie mich oft zum Cafe oder zum gemeinsamen Abendessen mit den anderen Volontären ein. Zudem bekam ich die Hälfte der Einnahmen der Reitstunden und des Ponytrekkings.

Fazit

Ich hatte eine großartige Zeit in Vang Vieng, die mir wieder einmal gezeigt hat, dass man seine Reise zwar planen kann, am Ende aber sowieso alles anders kommt. So blieb ich statt drei Wochen am Ende sechseinhalb und das ich anschließend nach Sri Lanka weiterreiste und nicht wie geplant in Südostasien blieb, habe ich zwei französischen Weltreisenden zu verdanken, die überhaupt erst mein Interesse für dieses kleine, wundervolle Land weckten.

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Boo Boo und Lily

Zu guter Allerletzte war aber das Beste an meiner Zeit in Vang Vieng und eigentlich auch der Hauptgrund, dass ich solange blieb, die Arbeit mit den Ponys, Ali, Apache, Flashy, Starlight, Libby, Scarlett, Onyx, Silva und Coffee und die vielen Spaziergänge mit den Hunden. Die Tiere haben mich mal wieder ebenso viel gelehrt wie die Menschen, die ich in Vang Vieng kennen lernte und für beide Begnungen bin ich umbeschreibbar dankbar.

Veröffentlicht von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Im September 2016 bin ich auf Weltreise gestartet, auf der du mich auf meinem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Tauchen und tierfreundliches Reisen.

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