Pleite in Luang Prabang

Aus Fehlern lernt man, ganz besonders auf Reisen. Als ich in Luang Prabang war, streikte meine Kreditkarte und ich lernte wie man nicht nur in Laos, sondern ganz allgemein auf Langzeitreisen mit wenig Geld auskommt.

Ich würde mich allgemein als sparsame Reisende bezeichnen, allerdings fallen besonders auf Roadtrips für meinen VW-Bus und meinen Hund Gismo ständig laufende Kosten an. Ganz ohne Geld kann wohl kaum einer von uns leben, auf Reisen fällt es mir jedoch immer leichter, mit sehr wenig auszukommen. Weg von unserer materiellen Gesellschaft, die sich nur über Handys, teure Autos und weitere kostspielige Anschaffungen zu identifizieren scheint. Desto länger am Stück ich in Deutschland bin, desto mehr gerate ich ebenso in diesen Strudel des Konsums, ein paar Wochen on the road und schon reduziere ich meine notwendigen Einkäufe wieder auf Benzin und Öl für den Bus, Hundefutter für Gismo, Lebens- und Bedarfsmittel für mich. Ich weiß nicht, ob dies nur bei mir so ist, aber auf Reisen spüre ich immer wieder, was wirklich wichtig ist.

Geld regiert die Welt

Auch wenn sich die meisten Länder Südostasiens sehr günstig bereisen lassen und Laos da absolut keine Ausnahme bildet, ist es meiner Meinung nach fast unmöglich, völlig ohne Geld unterwegs zu sein. Ich weiß, es gibt Leute, die schon nur mit Trampen, Jobben und durch Nächstenliebe um den Globus gereist sind. Aber das war nie so meins. Ich mache gerne Work and Travel, um mir meine Reisekasse aufzubessern. Außerdem bin ich ein großer Unterstützer von Couchsurfing und AirBnb, weniger um Geld zu sparen, als viel mehr um Land und Leute kennenzulernen. Unterwegs als Backpacker versuche ich kostengünstig zu leben, die Transportmittel der Einheimischen zu nutzen, lokal bevorzugt Streetfood zu essen und mittlerweile tappe ich auch nicht mehr in die üblichen Touristenfallen.

Mehr über meine Erfahrungen mit Couchsurfing insbesondere in China, kannst du in meinem Artikel Couchsurfen und Trampen durch China nachlesen.

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Dieses Schild mit der Aufschrift, „There are no strangers here, only friends who haven’t met yet“, begrüßte mich vor meiner Unterkunft in Luang Prabang

Als ich in Luang Prabang ankam stand ich direkt vor dem ersten Problem, da alle Guesthäuser, Hostels und Homestays bereits ausgebucht waren, denn von Oktober bis März ist absolute Hochsaison in Laos. Schließlich fand ich dann doch noch ein Bett im gemischten Mehrbettzimmer eines kleinen, privaten Homestays, der sogar kostenloses Frühstück anbot. Allein schon um die Möglichkeit zu haben, Preise vergleichen zu können und nicht ewig auf der Suche nach einer Unterkunft, mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken durch die Mittagshitze latschen zu müssen, lohnt es sich etwas im Vorhinein zu buchen.

Aber zurück zum Thema Geld. Geld regiert die Welt, dass wissen wir alle und doch scheint es ja möglich zu sein, ohne Geld auf Reisen auszukommen, diese Botschaft wird zumindest auf vielen Backpackingblogs vermittelt.

Ein Tag ohne Ausgaben

Nach dem kostenlosen Frühstück in meiner Unterkunft am nächsten Morgen, spazierte ich durch die ruhigen und besinnlichen Straßen Luang Prabangs. Ein Teil der Stadt ist auf einer Art Insel bzw. Landstreifen errichtet, zwischen dem Mekong Delta und dem Nam Khan Fluss. Generell kann man sagen, dass Luang Prabang eine ziemlich gelassene Stadt ist, deren Altstadt dem Status als UNESCO-Weltkulturerbe absolut gerecht wird. Die Straßen sind im französischen Kolonialstil errichtet und viele Häuser aus dieser Zeit sind noch sehr gut erhalten. Dies und die vielen kleinen Boutiquen, Bäckereien, Schmuckläden und Restaurants erwecken den Anschein als spaziere man durch das Frankreich des 19. Jahrhunderts.

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Die Hunde vor den buddhistischen Tempeln waren meine wahren Highlights in Laos

Der erste Tempel den ich an diesem Tag betrat und vor dem einige entzückende Straßenhunde nur darauf zu warten schienen, von der deutschen Touristin gestreichelt zu werden, war menschenleer und ich genoss einige Minuten der Ruhe und Stille an diesem heiligen Ort. Anschließend besuchte ich noch einige weitere Tempel, die allesamt an der Sisavangvong Street gelegen und menschenleer waren. Übrigens findet auf dieser Straße, in der Nähe des königlichen Palastes, täglich ab 17 Uhr der Nachtmarkt mit seinen vielen Souvenirs, günstigen Essenständen und traditionellen, laotischen Kleidungsstücken statt, dessen Besuch ich sehr empfehlen kann, allerdings solltest du hier auf keinen Fall das Handeln vergessen.

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Im Innern des Wat Pak Khan Tempels
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Die goldenen Buddhastatuen des Wat Xieng Muan Tempels

Wer die Sisavangvong Straße bis zum Ende durchgeht, erreicht einen kleinen Park, von wo aus du eine wunderschöne Aussicht auf den herrlichen Mekong Delta zur Linken und den mächtigen Nam Khan Fluss zur Rechten hast, die hier ineinanderfließen. Für ein paar Kip kannst du zudem eine Holzbrücke überqueren und auf der anderen Seite des Flusses spazieren gehen.

Abschied nehmen von Südostasien

Wie schon erwähnt, verbrachte ich in Luang Prabang meinen vorerst letzten Tag in Südostasien, welches nach fast fünf Monaten in den Ländern Philippinen, Kambodscha, Thailand und nun auch Laos, zu einer Heimat für mich geworden war. So verabschiedete ich mich an diesem Abend mit einem kühlen Lao Beer, dem besten Bier das ich die nächsten Wochen kriegen sollte, vom vertrauten und geliebten Anblick des Mekong Deltas, etwas wofür man doch gerne sein letztes Geld ausgibt.

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Die Bezeichnung „Mekong Delta“, leitet sich von dem thailändischen Wort „Mae Num“, was „Mutter Wasser“ bedeutet, ab.

Luang Prabang hat mich, nach fünf Wochen im widersprüchlichen Vang Vieng, was Party- und Naturoase zugleich ist und einigen Tagen im staubigen Vientiane, sehr positiv überrascht. Das liegt besonders daran, dass es sich trotz der vielen Touristen noch immer selbst treu geblieben ist. Neben den großen Schiffen, die täglich Touristengruppen über den Mekong Delta fahren, ankern die kleinen, alten Fischerboote aus Holz. Neben den vielen auf Touristen abgestimmten Restaurants, die mit gratis Wifi und westlichen Gerichten locken, befinden sich die unscheinbaren, viel kleineren, laotischen Restaurants, wo Laap, Pho oder Tam Mak Hung auf der Speisekarte stehen. Und neben den zahlreichen Hotels, Gästhäusern und Homestays, entdeckst du bei genauem Hinsehen die Holzhütten und bescheidenen Häuser der Laoten.

Fazit

Als Backpacker kannst du sehr sparsam die Länder dieser Welt bereisen. Wofür ich aber meine Hand ins Feuer legen würde ist, dass man Roadtrips mit eigenem Fahrzeug und Hund nicht kostenlos unternehmen kann. Alleine für Benzin, Öl, regelmäßige Wartungsarbeiten, Ersatzteile, sowie auf der anderen Seite Hundefutter, Medikamente und Tierarztbesuche benötigst du Geld. Roadtrips sind daher definitiv nicht die preisgünstige Möglichkeit zu Reisen, da bietet Backpacking doch ganz andere Möglichkeiten. Besonders in Luang Prabang kannst du einfach umherwandern, den ein oder anderen Tempel besichtigen und die Atmosphäre des französisch geprägte Städtchens genießen. Trotzdem empfehle ich jedem Reisenden natürlich, mindestens mit einer zweiten Kreditkarte, besser noch mit einem Notfallgroschen im Rucksack, ausgestattet zu sein.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 22 Jahre alt und ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor zwei Jahren kaufte ich mir meinen 41 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im Februar steht die nächste Reise nach Berlin an.

5 Kommentare zu „Pleite in Luang Prabang

  1. Genau das gleiche Gefühl hatte ich in Luang Prabang auch. Gelassen, ruhig, sich treu geblieben. Eine so tolle Stadt. Sehr schön, dass es auch anderen gefällt und schöner Beitrag übrigens 🙂
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com
    PS. Bei dem Tempel war ich auch und habe auch einen Post dazu geschrieben. Den findest du unter der Kategorie Travel, falls es dich interessiert 🙂

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