Pleite in Luang Prabang

Eine der unangenehmsten Situationen auf Reisen ist, wenn das Geld ausgeht oder die Kreditkarte streikt, letzteres war bei mir der Fall als ich im laotischen Städtchen Luang Prabang ankam.

 

Warum ein Besuch Luang Prabangs sich absolut lohnt und wie du die Stadt mit wenig Geld erkundest, erzähle ich dir in diesem Artikel.

 

Geld regiert die Welt… Oder doch nicht?

Auch wenn sich die meisten Länder Südostasiens sehr günstig bereisen lassen und Laos da keine Ausnahme bildet, ist es meiner bescheidenen Meinung nach unmöglich, völlig kostenlos unterwegs zu sein. Ich nutze meist Couchsurfing, günstige Transportmittel und bevorzuge lokale Küche und doch komme ich selten kostenfrei durch den Tag.

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Die freundliche und offene Mentalität der Laoten begrüßte mich schon bei meiner Ankunft in Luang Prabang

Als ich in Luang Prabang ankam stand ich direkt vor dem ersten Problem, da alle Guesthäuser, Hostels und Homestays bereits ausgebucht schienen, denn von Oktober bis März ist Hochsaison in Laos. Schließlich fand ich dann noch ein Bett im Dorm Room eines privaten Homestays, der sogar kostenloses Frühstück anbot. Allein schon um die Möglichkeit zu haben, Preise zu vergleichen und nicht auf der Suche nach einer Unterkunft den Backpack durch die heißen Straßen schleppen zu müssen, lohnt es sich etwas im Vorraus zu buchen.

Aber zurück zum Thema Geld. Geld regiert die Welt, dass wissen wir alle und doch scheint es ja möglich zu sein, ohne Geld auf Reisen auszukommen, diese Botschaft wird zumindest auf vielen Backpackingblogs vermittelt.

Ein Tag mit (fast) keinen Ausgaben

Nach dem kostenlosen Frühstück meiner Unterkunft, spazierte ich durch die ruhigen und besinnlichen Straßen Luang Prabangs. Ein Teil der Stadt ist auf einer Art Insel bzw. Landstreifen gelegen, zwischen dem Mekong Delta und dem Nam Khan Fluss. Generell kann man sagen, dass Luang Prabang eine ziemlich gelassene Stadt ist, deren Altstadt dem Status als UNESCO-Weltkulturerbe absolut gerecht wird. Die Straßen sind im französischen Kolonialstil errichtet und viele Häuser aus dieser Zeit sind noch gut erhalten. Dies und die vielen kleinen Boutiquen, Bäckereien, Schmuckläden und Restaurants erwecken den Anschein als spaziere man durch das Frankreich des 19. Jahrhunderts.

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Zwei Hunde vor einem Tempel, an denen ich natürlich nicht einfach vorbei gehen konnte, ohne sie gestreichelt zu haben

Der erste Tempel den ich an diesem Tag betrat und der von einigen Hunden umringt wurde, war menschenleer und ich genoss einige Minuten der Ruhe und Stille an diesem heiligen Ort. Anschließend besuchte ich noch einige weitere, kostenlose Tempel, die alle an der Sisavangvong Straße gelegen und menschenleer waren. Übrigens findet auf dieser Straße, in der Nähe des königlichen Palastes, täglich ab 17 Uhr der Nachtmarkt mit seinen vielen Souvenirs, günstigen Essenständen und traditionellen, laotischen Kleidungsstücken statt, dessen Besuch ich sehr empfehlen kann, allerdings solltest du hier auf keinen Fall das Handeln vergessen.

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Im Innern des Wat Pak Khan Tempels
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Die goldenen Buddhastatuen des Wat Xieng Muan Tempels

Wer die Sisavangvong Straße bis zum Ende durchgeht, erreicht einen kleinen Park, von wo aus man eine schöne Aussicht auf den Mekong Delta zur Linken und den Nam Khan Fluss zur Rechten hat, die hier zusammenfließen. Für ein paar Kip kann man zudem eine Holzbrücke überqueren und auf der anderen Seite des Flusses spazieren gehen.

Abschied nehmen von Südostasien

Wie schon erwähnt verbrachte ich in Luang Prabang meinen vorerst letzten Tag in Südostasien, welches nach fast fünf Monaten in den Ländern Philippinen, Kambodscha, Thailand und nun auch Laos, zu einer kleinen Heimat geworden war. So verabschiedete ich mich an diesem Abend mit einem kühlen Lao Beer, dem besten Bier das ich die nächsten Wochen kriegen sollte, vom vertrauten und geliebten Anblick des Mekong Deltas, etwas wofür man doch gerne sein letztes Geld ausgibt.

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Die Bezeichnung „Mekong Delta“, leitet sich von dem thailändischen Wort „Mae Num“, was „Mutter Wasser“ bedeutet, ab.

Luang Prabang hat mich, nach fünf Wochen im widersprüchlichen Vang Vieng, was Party- und Naturoase zugleich ist und einigen Tagen im staubigen Vientiane, sehr positiv überrascht, besonders, da es sich trotz der Touristen noch immer treu geblieben ist. Neben den großen Schiffen, die täglich Touristengruppen über den Mekong Delta fahren, ankern die kleinen, alten Fischerboote. Neben den vielen auf Touristen abgestimmten Restaurants, die mit gratis Wifi und westlichen Gerichten locken, befinden sich die „echten“ laotischen Restaurants, wo Laap, Pho oder Tam Mak Hung auf der Speisekarte stehen. Und neben den zahlreichen Hotels, Gästhäusern und Homestays, entdeckt man die bescheidenen Zimmer und Wohnungen der Laoten.

Fazit

In Luang Prabang herrscht keine Hektik, es ist kein Ort für wilde Partys und nur wenige Tuk Tuk-Fahrer, Tourenvermittler und Händler sprechen Touristen auf den Straßen an. Luang Prabang lädt natürlich zum Geld ausgeben ein, dass ist wohl auch eines der französischen Erben, doch auch mit schmalem Budget ist es möglich, viel von der Stadt zu sehen. Als „verantwortungsvoller“ Reisender komme ich aber doch nicht darum herum zu erwähnen, dass man auf solche Vorfälle vorbereitet sein sollte, ob durch eine zweite Kreditkarte, Notfallgeld oder eine sonstige Geldquelle.

Veröffentlicht von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Im September 2016 bin ich auf Weltreise gestartet, auf der du mich auf meinem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Tauchen und tierfreundliches Reisen.

5 thoughts on “Pleite in Luang Prabang

  1. Genau das gleiche Gefühl hatte ich in Luang Prabang auch. Gelassen, ruhig, sich treu geblieben. Eine so tolle Stadt. Sehr schön, dass es auch anderen gefällt und schöner Beitrag übrigens 🙂
    Liebe Grüße, Dorie
    http://www.thedorie.com
    PS. Bei dem Tempel war ich auch und habe auch einen Post dazu geschrieben. Den findest du unter der Kategorie Travel, falls es dich interessiert 🙂

    Gefällt 1 Person

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