Südtirol Roadtrip mit Hund und VW-Bus: Reiseroute

Südtirol zählt zu einer meiner liebsten Reiseziele mit Hund in Europa und eignet sich hervorragend für Roadtrips. Die nördlichste Provinz Italiens liegt komplett in den Alpen und verfügt daher ganzjährig über ein relatives mildes Klima, sowie eine einzigartige Landschaft aus schneebedeckten Berggipfeln, weiten Tälern, die von Flüssen und Seen gespeist werden und dichten, wilden Wäldern.

Mein viertes Mal in Südtirol war gleichzeitig das erste mal, dass ich mit meinem VW-Bus in die Region reiste. Mein 41-Jahre alter Oldtimer kämpfte sich tapfer über die häufig sehr engen und steilen Serpentinenstraßen und brachte mich stets ans Ziel.

Quer durch Südtirol

Der Reschensee als Startpunkt der Reise

Eine Alternative zur Brennerautobahn, deren Mautgebühren ziemlich teuer sind und auf der du häufig mit Stau und Wartezeiten rechnen musst, ist der Reschenpass, der sich quer über den Alpenhauptkamm bis zum Reschensee schlängelt. Ein atemberaubender Moment war der erste Morgen am Reschensee, als ich mich nach dem Aufwachen plötzlich inmitten der Alpen wiederfand. Auf der Hinfahrt die Nacht zuvor, hatte ich die Berge nur als unscharfe Konturen ausmachen können.

Mein Hund Gismo mit seinen Freunden am Reschensee

Der Reschensee ist ein Stausee auf 1.500 Metern Höhe, vor den Ausläufern der Tiroler Alpen gelegen, aus dem ein markanter Kirchturm herausragt, das Überbleibsel der alten Stadt Gaun. Die Wassertemperatur beträgt selbst in den Sommermonaten nie mehr als 16 Grad und eignet sich daher nur bedingt zum Schwimmen. Für meinen Huskymischling Gismo hatte der See gerade die richtige Temperatur

Der blaueste See der Alpen

Obwohl ich während vorangegangen Roadtrips durch Österreich (Österreich Roadtrip: Mit Hund über die Alpen bis nach Südtirol) bereits viele glasklare Bergseen in wunderschöner Farbe gesehen habe, war der Anblick des Vernagtsees doch ein wahrer Gänsehautmoment. Es handelt sich nämlich um einen Stausee, auf 1.600 Metern Höhe, mit smaragdgrünem Wasser. Wie unter dem Reschensee, liegt auch unter dem Vernagtsee eine Stadt begraben, die in den 1950er Jahren den steigenden Wassermassen bei Errichtung der Staumauer zum Opfer fiel.

Mein Hund Gismo und ich im Vernagtsee

Hätte ich den Vernagtsee nicht mit eigenen Augen gesehen, hätte ich niemals gedacht, dass ein so blauer See überhaupt existiert. Die Farbe ist absolut unglaublich und sieht in echt noch viel schöner aus, als auf den Fotos.

Städtefeeling in Norditalien

Entlang des Naturparks der Texelgruppe fuhr ich weiter zu den größten und dicht besiedelsten Städten Südtirols, Meran und Bozen. Besonders Bozen verzaubert seine Besucher durch seine einzigartige Lage in einem Tal inmitten hügeliger Weinberge und durch seine Altstadt im mittelalterlichen Flair und mit den geschichtsträchtigen Gebäuden. Meran ist ebenfalls eine wunderschöne Stadt und bietet mit den am Stadtzentrum gelegenen Gärten von Schloss Trauttmansdorff, ein weiteres Highlight. An Bekanntheit haben die Gärten des Schlosses Trauttmansdorff, durch den mehrmonatigen Kuraufenthalt der österreichischen Kaiserin Sissi 1870, gewonnen.

Der Regenbogensee

Nur 25 Autokilometer von Bozen entfernt liegt einer der schönsten Bergseen der Dolomiten, der Karersee im Eggental. Aufgrund seines unglaublichen blau-grünen Farbspektrums wird er auch als „Regenbogensee“ bezeichnet.

Die einzigartige Kulisse des Karersees, aus Gebirge, Wald und See

Der Karersee ist ein beliebtes Fotomotiv bei Reisenden und besonders an den Wochenenden füllt der Parkplatz sich sehr rasch. Im Winter wird der See häufig von Tauchern besucht, die unter der dicken Eisschicht das einzigartige Unterwasser-Farbspiel fotografieren. Ich verbrachte die Nacht mit sensationeller Aussicht auf die Dolomiten am Rande eines Waldes nahe am See.

Die schönsten Seen des Pustertals

Abgeschreckt von den Besuchermassen am Karersee zog es mich wieder in ruhigere Gegenden, genau genommen zum Antholzer See im Pustertal, dem drittgrößten Bergsee Südtirols. Der Antholzer See ist ein auf 1.642 Meter Höhe gelegener natürlicher Bergsee, der mit seinem türkis-grünen Wasser und der wunderbaren Bergwelt des Naturparks Rieserferner Ahrn besticht. Die direkten Zuflüsse aus dem Gebirge kühlen das Wasser ziemlich ab.

Der Pragser Wildsee ist Teil des UNESCO-Welterbes der Dolomiten
Für acht Euro kannst du auf einem Parkplatz direkt am Pragser Wildsee übernachten

Ein weiteres Highlight im Pustertal ist der Pragser Wildsee, inmitten der Pragser Dolomiten. Eingerahmt durch den imposanten Seekofel ist der Pragser Wildsee eines der beliebtesten Reiseziele Südtirols. Es lohnt sich, die Nacht auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz am See zu verbringen und schon beim Morgengrauen zu einer Seeumrundung aufzubrechen, denn bereits um kurz vor acht ist der Parkplatz meist brechend voll. 

Der kälteste Bergsee der Reise

Nur wenige Kilometer entfernt vom Pragser Wildsee, liegt der Dürrensee im Naturpark der Drei Zinnen. Aufgrund der fehlenden Zu- und Abflüsse zählt er zu einem der wärmsten Seen in der Region, jedoch kann ich nur das Gegenteil bezeugen. Der Dürrensee zählt mit Abstand zu einem der kältesten Gewässer, in dem ich jemals geschwommen bin. Die sensationelle Kulisse des hellblauen Wassers und die mächtigen Dolomiten im Hintergrund ist jedoch absolut sehenswert. Da am Rande des Sees bereits relativ viele italienische Wohnmobile geparkt hatten, fuhr ich gegen Abend weiter zum Misurinasee.

Mein treuer VW-Bus Henry am Ufer des Misurinasees

Er ist der einzige See indem ich nicht schwamm, denn er hat nur eine maximale Wassertiefe von fünf Metern und ist mit Algen zugewachsen. Eigentlich wollte ich am nächsten Tag eine Wanderung zu den Drei Zinnen ausgehend vom Rifugio Auronzo unternehmen, mit kaltem Motor schaffte es mein Bus jedoch nicht den steilen Pass hinauf. Mir blieb aufgrund fehlender Wendemöglichkeiten nichts anderes übrig, als rückwärts wieder hinunterzurollen.

Kaltern an der Weinstraße

Nach einem Stopp am Toblacher See, an dessen Ufern in den Frühjahrs- und Herbstmonaten seltene Zugvögel nisten, fuhr ich ins wahre Herz Südtirols, nach Kaltern. Kaltern an der Weinstraße zählt seit jeher zu einem meiner liebsten Orte in ganz Italien und bei fast jeder Fahrt Richtung Süden versuche ich einen Stopp in dieser wunderschönen Region zu machen. Als einer der schönsten Weinorte verläuft Kaltern entlang der legendären Straße, eingebettet in Weinberge- und Felder. Hier liegt der größte natürliche Badesee Südtirols und gleichzeitig der wärmste der Alpen, der Kalterer See, der jedoch für Hunde nicht zugänglich ist. Außerdem kannst du mit der Seilbahn von St. Anton hinauf zum Mendelpass fahren. Hierbei kann dich auch dein Vierbeiner begleiten.

Nur wenige Kilometer entfernt befinden sich die Montiggler Seen, zwischen ausgedehnten Misch- und Kieferwäldern in der Gemeinde Eppan und auch auf einer bequemen Wanderung vom Kalterer See gut zu erreichen. Die Montiggler Seen eignen sich hervorragend zum gemeinsamen Schwimmen mit Hund, verfügen über klares Wasser und ruhige Uferbuchten.

Der Zufrittsee

Bevor es schließlich wieder Richtung Deutschland ging, verbrachte ich die letzte Nacht am Zufrittsee. Dieser See und seine atemberaubende Lage inmitten der Ortler-Alpen waren das wahre Highlight meines Roadtrips.

Die erste Wanderung mit warmer Kleidung Anfang August in Südtirol

Auf 1.850 Meter Höhe gelegen und nur durch eine Serpentinenstraße mit 13 Prozent Steigung zu erreichen, war ich die einzige, die an diesem Tag um den See wanderte und am Berghang parkte und übernachtete. Die Temperaturen lagen mehr als 10 Grad unter denen in Kaltern und doch war das Klima eine angenehme Abkühlung nach den vielen Tagen der Hitze.

Die Reiseroute im Detail

Reschensee * Vernagtsee * Meran * Bozen * Karersee* Antholzer See * Pragser Wildsee * Dürrensee * Misurinasee * Toblacher See * Kaltern an der Weinstraße * Montiggler Seen* Zufrittsee

Fazit

Einzigartige Landschaften aus Bergen, Wäldern, Seen und Flüssen, fehlende Sprachbarrieren und das von verschiedenen Ländern beeinflusste kulturelle Brauchtum machen Südtirol zu einer der sehenswertesten Regionen in Europa überhaupt.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 22 Jahre alt und ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor zwei Jahren kaufte ich mir meinen 41 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im September steht die nächste Reise nach Slowenien und Kroatien an.

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