Die Delfine von Sagres

Einer der besten Orte der Atlantikküste, um Delfine in freier Wildbahn zu beobachten, ist das an der Südwestküste Portugals gelegene Dorf Sagres. In dem Naturreservat rund um die Küstenlinie, die Costa Vicentina, wird besonders viel Wert auf nachhaltigen und tiergerechten Tourismus und den Schutz bzw. Erhalt der Meeresbewohner des Atlantiks gelegt. Anders als in den Touristenhochburgen der Algarve, rund um Albufeira, Lagos oder Portimão, leben die Einwohner von Sagres nicht vom Massentourismus. Hier werden keine Delfine mit Booten gejagt, Schwärme durchfahren und auch das Schwimmen mit den Tieren ist verboten. In Sagres dürfen maximal drei Boote zur gleichen Zeit aufs Meer hinausfahren, um Ausschau nach Delfinen zu halten. Die Fahrten unterliegen dabei strengen Richtlinien und Gesetzen.

Tourenanbieter

Im Hafen von Sagres gibt es drei verschiedene Tourenanbieter, die Delfinsafaris anbieten. Ich empfehle dir eine Fahrt mit Seaxplorer. Einem Unternehmen, das von der Deutschen Auswanderin Martina geführt wird, die seit über 10 Jahren in Sagres lebt und die Gäste täglich auf die Touren vorbereitet. Zur allgemeinen Einweisung gehören neben den Sicherheits- und Verhaltensregeln auf dem Boot und gegenüber den Tieren, auch wissenswerte Informationen aus dem Bereich der Meeresbiologie und Verhaltensforschung insbesondere der Delfine. Außerdem erfährst du mehr über die verschiedenen Tierarten, denen du auf See begegnen kannst, natürlich mit besonderem Schwerpunkt auf den Delfinen. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist Martinas Schilderung der Lebensbedingungen vieler Delfine in Delfinarien und Shows, und wie sehr diese vom Leben der freien Delfine doch abweichen.

Bevor es aufs Schiff geht, erhältst du eine Schwimmweste. Falls du sowie ich an Seekrankheit leidest, solltest du dir im Büro von Seaxplorer Tabletten gegen Seekrankheit geben lassen. Empfehlenswerte Reisetabletten gegen Übelkeit und Seekrankheit, die ich eigentlich immer dabei habe, sind die Vomacur Tabletten. Eine ausführliche Liste der Medikamente mit denen ich auf Reisen gehe, kannst du in meinem Blogartikel Reiseapotheke für die Weltreise nachlesen.

Eine Delfingruppe nur wenige Fahrminuten vom Hafen in Sagres

Im Gegensatz zu den anderen beiden Tourenanbietern, fährt Seaxplorer nur mit Katamaranen und nicht mit Schnellbooten raus aufs Meer. Die Delfine lieben es, im Bugwasser des Katamarans und den Wellen mit zu schwimmen. Bei einer Delfinsichtung funken sich die Kapitäne der Boote gegenseitig an. Der Katamaran von Seaxplorer wird von Skipper Carlos gesteuert, der stets von einem Meeresbiologen begleitet wird, um ihn bei der Gästebetreuung und beim Absuchen der Wasseroberfläche auf der Suche nach den Delfinen zu unterstützen.

Neben den Delfintouren bietet Seaxplorer auch Touren zum Cabo de São Vicente, Vogelbeobachtungstouren und Exkursionen zum Schnorcheln an. Das Dorf von Sagres selbst verfügt nicht über besonders viele Sehenswürdigkeiten, aber ein paar nette Strände, wie z.B. dem Praia do Martinhal, der sich aufgrund seiner ruhigen Lage in einer Bucht perfekt zum gemeinsam Schwimmen mit Hund eignet.

Tierschutz in Sagres

Jedes Boot, das zu einer Delfinsafari aufbricht, darf nur mit maximal 12 Passagieren besetzt sein. Die Delfine dürfen nicht gejagt, gehetzt und die Schwärme nicht auseinander getrieben werden. Außerdem ist es für die Skipper selbstverständlich, in der Nähe der Tiere den Motor abzustellen. Nach Auffinden eines Delfinschwarms, dürfen sich die Boote maximal dreißig Minuten bei den Tieren aufhalten und müssen dann zum Hafen zurückkehren.

Delfine lassen sich eigentlich das ganze Jahr über an der portugiesischen Küste blicken, die Wale, wie Orcas, Finnwale, Buckelwale, Minkwale und Pilotwale, aber auch andere Tiere wie Haie und Thunfische, ziehen vor allem im September und Oktober vorbei.

Vermeide Delfinarien

Sowohl auf meinem Blog als auch im wahren Leben ist es mir sehr wichtig, Tierschutzprojekte zu unterstützen und auf Reisen nur an tiergerechten, nachhaltigen Projekten bzw. Touren teilzunehmen.

Wer einmal freie Delfine in ihren natürlichen Lebensraum gesehen hat, der wird in keinem Delfinarium der Welt mehr glücklich werden. In Freiheit leben die Tiere oftmals in großen Sozialverbänden, schwimmen täglich viele Kilometer und tauchen dabei bis zu 300 Meter in die Tiefe. Atmen tun die Delfine übrigens an der Wasseroberfläche, durch das Blasloch, oben auf ihrer Stirn. Die Tiere, die wir nach nur wenigen Minuten Fahrzeit entdeckten, spielten ausgelassen in den Wellen, jagten sich gegenseitig, sprangen und drehten sich in der weißschäumenden Gischt des Katamarans und schossen blitzschnell unter ihm hindurch. Der Anblick dieser glücklichen, ungezähmten Tiere hat mich nachhaltig beeindruckt. Die tristen, grauen Betonbecken vieler Delfinarien dagegen, in denen die Meeressäuger Tag ein Tag aus damit verbringen, Kunststücke für die Besucher vorzuführen, um schließlich mit totem Fisch belohnt zu werden, stet für mich im größten Widerspruch zu den freien Delfinen vor Portugals Küste.

Mehr über die traurige Realität der Delfinarien, kannst du hier nachlesen; https://www.peta.de/delfinarien-hintergrundwissen.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 22 Jahre alt und ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor zwei Jahren kaufte ich mir meinen 41 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im Februar steht die nächste Reise nach Berlin an.

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