Das stille Tierleid Thailands

Elefantenreiten, Krokodil- und Tigerfarmen, Schlangen-, Affen- und Delfinshows, Fotos mit wilden Tieren und schließlich noch das grausame Schicksal vieler Hunde. Noch immer leiden Tausende von Tieren in Thailand und doch scheinen viele Touristen dies nicht wahrhaben zu wollen.

 

In diesem Artikel möchte ich dich über die Tierquälerei, die in Thailand tagtäglich von statten geht, aufklären und dir einige tierfreundliche Alternativen vorstellen.

 

Das Geschäft mit den Wildtieren

Auf den ersten Blick bietet Thailand alles für tierbegeisterte Touristen, man kann Fotos mit wilden Tieren machen, sich Riesenschlangen um den Hals legen lassen, Shows mit Affen auf Dreirädern, tanzenden Delfinen und wilden Krokodilen anschauen oder auf einem Elefanten durch den dichten Dschungel reiten. Das dies jedoch für unendliches Tierleid sorgt, wollen viele Touristen nicht wahrhaben.

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Nicht nur Wildtiere leiden in Thailand, auch diese Pferde, die in der prallen Mittagssonne Bangkoks eng angebunden und ohne Wasser auf ihren Einsatz warten

Ein gutes Beispiel der systematischen Tierquälerei ist das Tiger Kingdom, von dem es Zentren auf Phuket, Chiang Mai und in anderen beliebten Orten Thailands gibt und wo Touristen die Möglichkeit haben, für ein Foto mit einem Tiger zu posieren. Das Fotos mit Wildtieren ganz sicher nicht im Sinne der Tiere ist, scheint den meisten Touristen nicht so wichtig zu sein. Ebenso wenig, dass die Tiere misshandelt, geschlagen und narkotisiert werden, um sie ruhig zu stellen.

Das Schlimme ist das bewusste Wegschauen und Ignorieren der Tatsachen, denn all diese Dinge sind schon vor langer Zeit an die Öffentlichkeit gelangt, spätestens nach dem im Juni der bei Touristen aus aller Welt beliebte Tigertempel in Kanchanaburi geschlossen wurde. Hier lebten Mönche angeblich friedlich mit Tigern zusammen, am Ende stellte sich jedoch heraus, dass hier illegaler Wildtierhandel, Misshandlung von Tieren und andere grausame Dinge stattfanden, denn als die Tempelanlagen von thailändischen Polizisten durchsucht wurden, fand man die Kadaver von 40 Tigerbabys.

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Als ein Tier, das vom Aussterben bedroht ist, bedarf der Tiger eigentlich besonderen Schutzes

Es gibt viele ähnlich traurige Orte wie das Tiger Kingdom, zum Beispiel die Krokodilfarmen, wo Massen dieser eindrucksvollen Tiere in einem kleinen Becken zusammengepfercht sind. Zudem finden, besonders auf beliebten Inseln wie Phuket oder Koh Samui, zahlreiche Tiershows, beispielsweise mit fahrradfahrenden Affen oder Kunststückchen vorführenden Delfinen, statt. Die traurigen Augen vieler dieser Tiere sollten eigentlich Warnung genug sein.

Fotos mit Wildtieren

Eine beliebte Touristenattraktion sind Fotos mit Wildtieren, besonders Tierbabys. So findet man oftmals, selbst in Großstädten wie Bangkok, Thailänder die mit Tierbabys, bevorzugt Affen, auf dem Arm herumlaufen und den Touristen Fotos mit dem Tier anbieten.

Besonders grausam ist das Schicksal der Gibbons, einer in Südostasien beheimateten Affenart, die oft als Babys aus den Dschungeln Thailands und der Umgebung gefangen werden, wobei in den meisten Fällen ihre Mutter getötet wird, und die dann ihr Leben als Fotoobjekt verbringen müssen. Um eben solche Tiere kümmert sich das Gibbon Rehabilitation Center auf Phuket.

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Einer der Gibbons des Rehabilitation Centers

Dort werden die gerettete Affen aufgepäppelt und schließlich wieder ausgewildert. Leider ist eine Auswilderung nicht immer möglich, da viele der Tiere so stark auf Menschen geprägt sind, dass sie unfähig wären in der Wildnis alleine zu überleben. Die Organisation finanziert sich einzig und allein durch Spenden, Volontäre und Patenschaften, die man für nur 60 Dollar für ein Jahr abschließen kann, wobei alle Kosten für einen Affen gedeckt wären.

Das Schicksal der Elefanten

Elefanten gelten eigentlich als heilige Tiere in Thailand, doch heute wird ein Großteil dieser eindrucksvollen Tiere dazu gezwungen, in Zirkussen und Zoos Kunststücke vorzuführen, Touristen auf ihrem Rücken durch die Gegend zu transportieren, wobei sie zu einem unnatürlichen Leben auf engstem Raum verdonnert werden.

Elefanten sind wilde Tiere die niemals freiwillig einen Menschen auf ihrem Rücken tragen würden und so ist Elefantenreiten niemals tierfreundlich, egal was dir die Tourenvermittler erzählen wollen. Wer Elefantenreiten unterstützt, unterstützt Tierquälerei und zugleich auch die illegale Wilderei.

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Ein Elefanten, der Glück hatte und im Elephant Jungle Sanctuary gelandet ist

Mehr zu dem Thema findest du in meinem Artikel Auf den Spuren von Colonel Hathi im Dschungel, wo ich dir vom Elefantenschutz in Thailand und nachhaltigen Organisationen und Camps berichte.

Hundefleisch in Südostasien

Als ich vor einigen Tagen in Laos Zeuge davon wurde, wie ein Hund bei lebendigem Leibe gehäutet und ausgeblutet wurde, nachdem man ihm zuvor halbherzig die Kehle durchgeschnitten hatte, beschäftigte ich mich etwas intensiver mit dem Thema Hundefleisch und war zutiefst schockiert. Hundefleisch gilt in einigen Ländern Südostasiens, vor allem Laos und Vietnam, noch immer als Delikatesse. Oftmals kommt das Fleisch aus Thailand, wo die Tiere gefangen werden, häufig sogar Hunde die eigentlich einen Besitzer haben, in engen Käfigen zusammengepfercht und schließlich zu Tode gequält werden, bis man sie über die Grenze bringt. Denn das aus Angst ausgeschüttete Adrenalin soll den Geschmack verbessern.

Zum Thema Hundefleisch Handel in Thailand, hier noch ein interessanter und zugleich erschütternder Artikel von Spiegel Online.

Fazit

Es macht mich einfach nur wütend, wie egoistisch und respektlos sich manche Touristen während ihres Urlaubs verhalten. Ich kann nur an jeden Einzelnen appellieren, Dinge wie Elefantenreiten, Tiershows und ähnliches nicht zu unterstützen und alle Aktivitäten bei denen Tiere involviert sind, aufs genaueste zu hinterfragen, damit man am Ende keine böse Überraschung erlebt.

Als Touristen haben wir eine Verantwortung dem jeweiligen Land gegenüber, und die sollten wir wahrnehmen, indem wir uns fragen, ob wir anderen mit unserem Verhalten schaden können. Doch solange es noch Touristen gibt, die all diese Tierquälerei unterstützen und solange Thailand keine Tierschutzgesetze erlässt, wird sich an der Situation der Tiere wohl nichts ändern. Denn die Strafe auf Tierquälerei liegt bei lächerlichen 25 Euro und wird wohl niemanden ernsthaft davor abschrecken, ein Tier zu quälen.

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Nach einer achtmonatigen Asienreise, befinde ich mich nun auf einem Roadtrip durch Europa, auf der du mich und meinen Hund Gismo auf diesem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Roadtrips und Reisen mit Hund.

5 Kommentare zu „Das stille Tierleid Thailands

  1. Tja Nadine, Hundefleisch, Tigerfotos mit Touristen. Geqüalte Elefanten. Thailand hat nicht umsonst den Ruf eines unseriösen Touristenlandes. Von Sextourismus gar nicht zu reden. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen der mir erzählt hat, was für tolle Frauen er sich immer im Thailandurlaub kaufen würde. Ich fragte Ihn, wieso kaufen da kannste doch bestimmt abends in eine Bar gehen und etwas rumflirten. Da sagt der zu mir, das geht da nur mit Geld. Das gibt wahrscheinlich auch noch in anderen Länderen, aber von Thailand liest man es leider immer wieder. Bei den Chinesen ist Hund auch sehr beliebt, deshalb mache ich mit Gismo immer einen Bogen um Chinesische Restaurants, wer weiß was die wirklich kochen. Peking-Ente oder doch Peking-Dackel?

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    1. Mmh.. es ist nicht so als hätte Thailand nicht auch sehr schöne Seiten, aber diese negative hat mein Bild dieses Landes doch ein wenig getrübt! Nichts desto trotz passieren solche Dinge leider fast überall auf der Welt und die Augen davor zu verschließen, ist sicher nicht die ideale Lösung.

      Grüße an Gismo

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      1. Ja das stimmt, auch in Bulgarien und Rumänien werden Hunde bekanntlich schlecht behandelt. In Thailand hängt es aber nur von dem Verhalten der Touristen ab. Würden diese Leute einfach die Rechte der Tiere respektieren würde es anders aussehen. Aber Haifischflossensuppe schmeckt doch prima und das Foto mit dem Tiger findet die Oma zu Hause auch ganz doll. Aufgrund dieser Tatsachen käme ein Urlaub in Thailand für mich nicht in Frage. Aber es gibt auch Leute die gehen hierzulande in Zoo’s, oder kaufen sich ihr Fleisch bei Lidl oder Aldi und tragen so dazu bei, das auch in Deutschland Tiere schlecht behandelt werden. Ganz vorsichtigt ausgedrückt!

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