Zentralslowenien Highlights: Lipica, Die Höhlenburg Predjama und Die Karsthöhlen von Postojna

Slowenien ist ein wunderschönes kleines Land im Herzen Europas und ist dort gelegen, wo die Kalkalpen auf das Mittelmeer, die Pannonische Tiefebene und den wilden Soča Fluss treffen. Slowenien ist eines der europäischen Länder mit der größten und vielfältigsten Biodiversität und besonders der Triglav-Nationalpark, die Bergformationen am Rande des beschaulichen Ortes Bled und die einzigartigen Felsformationen der Vintgar Klamm, laden zu ausgiebigen Wandertouren ein. Die quirlige Hauptstadt Ljubljana bietet eine reiche kulturelle Szene und einen faszinierenden historischen Hintergrund. Ich verliebte mich während meines Roadtrips durch Slowenien besonders in die smaragdgrünen Flüsse, die schneebedeckten Berggipfel der Julischen Alpen, die tiefgrünen Ebenen und Wälder, sowie die unglaublich gastfreundlichen Einwohner und herrlichen, geschichtsträchtigen Städte.

In Zentralslowenien besuchte ich außerdem einige der absoluten Hauptsehenswürdigkeiten des Landes, das über 400 Jahre alte Gestüt Lipica, das seit 1580 die herrlichen Lipizzaner züchtet und bis in die hohe Dressur ausbildet. Außerdem erkundete ich die größte Höhlenburg der Welt in Predjama, die sich in das Höhlenportal der Erasmushöhle schmiegt und die weitläufigen Karsthöhlen von Postojna.

Das Lippizaner Gestüt

Das Gestüt Lipica wurde 1580 von Erstherzog Karl gegründet und ist somit das älteste Gestüt in Europa und zugleich eines der ältesten der Welt. Lipica ist die Wiege der Lipizzaner, einer Pferderasse, die vor allem durch den Einsatz der Hengste in der Wiener Hofreitschule bekannt wurde. Typischerweise haben sie eine weiße Fellfarbe, es kommen allerdings auch andere Farben vor, und sind eher elegante, mittelgroße und kompakte Pferde, was sie zum perfekten Dressurpferd für die Hohe Schule macht. Die ersten Lipizzaner sind einst aus einer Kreuzung andalusischer Hengste mit slowenischer Stuten entstanden.

Hier zeigt einer der Hengste die Kapriole, eine der Königsdisziplinen der Hohen Schule

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurden zahlreiche Pferde ins österreichische Bundesgestüt Piber und das italienische Staatsgestüt in Monterotondo evakuiert und es dauerte viele Jahre, bis sich das Gestüt Lipica von dem Verlust erholte bzw. sich neu strukturierte. Heute leben über 300 Pferde in Lipica, die sich auf über 300 Hektar Grünfläche frei bewegen können. Wer einige Zeit in der Karstregion verweilt und einige Reiterfahrung mitbringt, kann in dem Gestüt auf den wertvollen Hengsten und Stuten Dressurstunden buchen, Ausritte oder Kutschfahrten unternehmen. Außerdem gibt es öffentliche Trainings der Pferde und regelmäßige Aufführungen.

Alle weiteren Informationen und die Möglichkeit Aktivitäten auf Lipica zu buchen, findest du auf der offiziellen Webseite des Gestüts.

Die Predjama Burg

Die pittoreske, mächtige Höhlenburg Predjama (Predjamski Grad) befindet sich unweit des gleichnamigen Dorfes im Höhlenportal der Erasmushöhle (Erazmova Jam). Die Burg scheint von den mächtigen Felsen rund um umarmt zu werden und ist besonders aufgrund ihrer spektakulären Lage am Höhlenausgang, eines der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Sloweniens. Die Burg selbst ist über 800 Jahre alt und die größte Höhlenburg der Welt. Sie ist in eine senkrechte 123 Meter hohe Felswand eingebaut und thront über dem ruhigen Fluss Lokva, der tief unter der Burg versickert. Heute befindet sich in der Burg ein Museum, indem originale Waffen, Bilder, Werkzeuge und die Haushaltsgegenstände der Ritter ausgestellt sind. Das die Burg von Predjama so gut wie uneinnehmbar ist zeigt die Geschichte des aufständischen Ritters Erasmus, der über ein Jahr der Belagerung der kaiserlichen Armee widerstand und der die geheimen Gänge und Geflechte der Höhlenburg angeblich so gut kannte, wie sonst niemand.

Die Höhlenburg Predjama ist eines der bekanntesten Fotomotive Sloweniens

Die Burg war Drehort und Inspirationsquelle zahlreicher Filmemacher und Schriftsteller, darunter auch Game of Thrones Autor George R. R. Martin. Der Tod des tapferen Ritter Erasmus, der auf seiner eigenen Toilette gestorben sein soll, erinnert ein wenig an den Tod des fiktiven Tywin Lannister aus Game of Thrones.

Heute kann sowohl die Burg Predjama als auch die darunterliegende Karsthöhle besucht werden, letztere allerdings nur mit einer offiziellen Führung. Es werden sowohl reguläre Besichtigungen als auch abenteuerliche Höhlentouren, die nur mit entsprechender Ausrüstung möglich sind, angeboten. Der Eintritt in die Burg kostet 13,80 Euro pro Person, für Kinder, Schüler und Studenten gibt es Ermäßigungen. Außerdem können vergünstigt Kombi-Tickets für den Eintritt in die Burg und die Postojna-Höhle erworben werden. Alle weiteren Informationen zu Öffnungszeiten, Ticketbuchungen und Angeboten findest du auf der offiziellen Webseite.

Die Postojna Höhlen

Die Höhlen von Postojna sind die zweitgrößten für Besucher erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt, größer ist bloß die Jeita-Grotte im Libanon. Der erste Besuch der Höhlen ist für das Jahr 1213 belegt. Seither wurden hier Winnetou-Filme gedreht und bis zum Jahre 2017 sind mehr als 39 Millionen Besucher verzeichnet. Die Beliebtheit der Höhlen von Postojna wundert kaum bei dem spektakulären Anblick prächtiger Tropfsteinskulpturen, der einzigartigen Tierwelt und malerischer unterirdischer Gänge. Die Höhlen verfügen über ein 24 Kilometer langes Höhlensystem, wovon fünf Kilometer ganzjährig für Besucher geöffnet sind. Einen Teil der Höhle kannst du mit der weltweit einzigen zweigleisigen unterirdischen Eisenbahn erkunden, einer gelb-roten Lok, die durch enge Tunnel und an kleinen Seen vorbeirattert. Achte dabei auf jeden Fall auf die wunderschönen Kronleuchter aus Muranoglas und darauf, dir in den Tunneln nicht den Kopf anzustoßen.

Die einzigartigen Tropfsteinformationen der Höhlen von Postojna
Das Highlight der Höhle; Der wertvollste Brillant in Form eines Tropfsteines

Besonders stolz sind die Slowenen auf den Grottenolm, eine blinde und scheue Tierart, die ausschließlich in Karstwelten wie den Postojna-Höhlen vorkommt. Du kannst die Tiere im Vivarium der Höhle sehen, wo einige Grottenolme in einem Becken gehalten werden. Insgesamt sind bereits 175 verschiedene Tierarten in den Höhlen von Postojna entdeckt worden.

Die Höhlen von Postojna sind über den unterirdischen Lauf des Flusses Pivka zu einem Höhlensystem mit weiteren Höhlen, beispielsweise der Pivka Jama, der Črna Jama und der Planinska Jama, verbunden, die du ebenfalls besuchen kann. Die Höhlen von Postojna sind ganztägig geöffnet und die geführten Besichtigungen inklusive Fahrt mit der Höhlenbahn und dem Spaziergang entlang der Tropfsteine, dauern etwa anderthalb Stunden. Neben dem obligatorischen Höhlenführer besteht die Möglichkeit sich einen Audio-Guide zu leihen, umso noch mehr über die Höhlen zu erfahren. Beachte, dass die Temperatur in der Höhle ganzjährig bei etwa 10 Grad liegt, weshalb du dir warme Kleidung mitbringen solltest. Alle weiteren Informationen zu Öffnungszeiten, Ticketbuchungen und Angeboten findest du auf der offiziellen Webseite.

Rakov Škocjan

Nach der Empfehlung unserer Air BnB-Gastgeberin besuchten meine Mutter und ich vor dem Tag unserer Weiterreise nach Piran noch das Tal Rakov Škocjan, das ebenso wie die Höhlen von Postojna bereits als Drehort für die Winnetou-Filme diente. Das Tal ist seit 1949 ein Naturreservat und wird vom Fluss Rak durchkreuzt.

Die Weberhöhle, die als Kulisse von Winnetou 2 (1964) diente

Du kannst entlang des schattenspendenden Waldweges dem Flussverlauf folgen, über die Heuwiesen wandern, in ruhigen Abschnitten des Flusses baden und dir die beiden Naturbrücken anschauen, die etwa 2,5 Kilometer auseinander liegen. Aber Vorsicht, besonders in dem anschließenden Waldgebieten wimmelt es nur so von Stechmücken. Der Fluss verschwindet schließlich in der Weberhöhle.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 23 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor drei Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Bis September befinde ich mich im Praxissemester in Transilvanien.

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