Ein Wochenende in Portsmouth

Die südenglische Hafenstadt Portsmouth ist vor allem für drei Dinge bekannt; Beeindruckende Schiffsmuseen aus der Zeit der Royal Navy, die frischesten Fish & Chips des Landes und das Geburtshaus des britischen Schriftstellers Charles Dickens. Einst der wichtigste Marinestützpunkt der Royal Navy, ist Portsmouth heute ein besonders beliebtes Reiseziel bei Kreuzfahrttouristen, die auf ihrem Weg die englische Südküste entlang sind.

Reiseinformationen

Portsmouth liegt an der südenglischen Küste in der Grafschaft Hampshire und ist durch und durch eine maritime Stadt mit Tradition. Die beiden Stadthäfen, der Hafen von Portsmouth an der Westküste und der im Osten liegende Langstone Harbour, bilden das Herz der von Portsmouth. Das 1890 erbaute städtische Rathaus Guildhall wird gesäumt von traditionellen Pubs, modernen Restaurants und netten Cafés. Fast überall stehen frischer Fisch und Meeresfrüchte auf dem Speiseplan und die Hotels, Touristenapartments und B&Bs schmücken ihre Gästezimmer mit Gemälden von berühmten Seeschlachten und Abbildungen der HMS Victory, der HMS Warrior und dem Mary Rose Museum. Übrigens, die Einwohner von Portsmouth belehrten mich, dass der Stadtname „Portsmiff“ ausgesprochen wird.

Hunde sind in den meisten Pubs gern gesehene Gäste

Portsmouth ist relativ klein und hat eine weit weniger imposante Innenstadt wie die Nachbarstädte der englischen Südküste, Bath, Brighton oder Southampton. Die Unterkünfte in Portsmouth werden größtenteils von englischen Touristen gebucht, welche die Stadt für einen Strandurlaub besuchen. Denn rund um den South Parade Pier befinden sich neben einer kleinen Spielhalle, auch zahlreiche Fast Food-Restaurants, mobile Eis- und Souvenirstände. In den Sommermonaten wird es aufgrund der milden Durchschnittstemperaturen von 20 Grad und wenig Niederschlag, oft sehr voll in Portsmouth. Zu dieser Jahreszeit sind Hunde an allen Stadtstränden verboten!

Ich reiste Anfang Oktober nach Portsmouth, die Sommerurlauber waren zu dieser Zeit längst abgereist und Hunde wieder gern gesehene Gäste an den windigen Stadtstränden. Übernachtet habe ich im wirklich schönen Eden Apartment, direkt an den Southsea Rock Gardens gelegen. Die besten Fish & Chips gibt es übrigens im The Florence Arms Gastro Pub, indem auch Hunde erlaubt sind.

Sehenswürdigkeiten in Portsmouth

Isle of Wight

Die Isle of Wight ist nur eine kurze Fährfahrt von Portsmouth entfernt und ist bekannt für seine ursprünglichen Dörfer mit den reetgedeckten Dächern, die wunderschönen Strände und grandiosen Felsformationen, wie man sie sonst in England nur an der Jurassic Coast findet. Heraus sticht die Felsformation The Needles, die aus drei länglichen steilen Felsen besteht, die ins Meer hinausragen. Die Isle of Wight, die von ihren insgesamt 138.700 Einwohnern bloß „die Insel“ genannt wird, misst gerade einmal 35 km Länge und 20 km Breite. Statt großer Hotel- und Restaurantketten findest du in den kleinen Städtchen der Insel bezaubernde Boutiquen, viele kleine Cafés oder Teestuben und natürlich die traditionellen englischen Pubs. Gerade einmal 45 Minuten dauert die Überfahrt mit der Fähre von Portsmouth nach Fishbourne auf der Isle of Wight und kostet für eine einfache Fahrt mit eigenem Auto ab 45 Pound pro Person.

Spinnaker Tower

Das höchste begehbare Bauwerk außerhalb Londons ist mit 170 Metern Höhe der Spinnaker Tower. Er verdankt seinen Namen dem Spinnaker, einem bauchig geschnittenen Vorsegel, das verwendet wird, um die Segelfläche zu vergrößern. Der Aussichtsturm grenzt an das bekannte Factory-Outlet-Center, Portsmouths beliebter Shoppingmeile und ist nahe dem Westhafen gelegen, und gehört so zum Teil der maritimen Tradition der Stadt.

Der sensationelle Spinnaker Tower

Der Spinnaker Tower hat täglich von 10.30 bis 18 Uhr geöffnet und der Eintritt kostet 13,95 Pfund für einen Erwachsenen, als Student zahlst du nur 12,95 Pfund und diese sind die spektakuläre Aussicht auf jeden Fall wert.

Die Kathedralen von Portsmouth

Die anglikanische Kathedrale von Portsmouth liegt nahe des Victoria Piers und ist dem heiligen Thomas von Canterbury gewidmet. Sie kann täglich von 10 bis 16 Uhr besichtigt werden, wobei Besucher besonders auf ihre beeindruckende Fassade und die imposante Orgel mit insgesamt 60 Registern achten sollten.

Die anglikanische Kathedrale von Portsmouth

Übrigens gibt es in Portsmouth eine weitere, gleichnamige Kirche, nämlich die römisch-katholische Kathedrale von Portsmouth, die im 19. Jahrhundert im neogotischen Baustil errichtet wurde und dem heiligen Johannes dem Evangelisten gewidmet ist.

South Parade Pier

Portsmouth verfügt über weitläufige Strände mit lebhaften Promenaden in den Sommermonaten und den beiden Stadtpieren Clarence Pier und South Parade Pier. Die Strände ziehen im Sommer aufgrund der seichten Brandung und milden Temperaturen vor allem englische Badeurlauber mit Kindern an. Zwischen Oktober und Mai kannst du alle Stadtstrände mit deinem Hund besuchen, allerdings gibt es hier keinen Sand wie an den meisten Stränden der englischen Südküste, sondern Steine, die für viele Hunde unter den Tatzen unangenehm sind.

Das typische Bild der Steinstrände in Portsmouth

Auf beiden Stadtpieren befinden sich heute, ähnlich wie auch in Brighton, kleine Vergnügungsparks, Souvenirläden, Eisdielen und auf dem South Parade Pier gibt es sogar ein eigenes Angeldeck. Während meiner Reise durch Großbritannien hatte ich des öfteren das Gefühl, dass so manch Vorurteil über die englischen Urlauber der Wahrheit entspricht; sie feiern gerne laut und wild, egal ob jung oder alt, sie lieben bunte Vergnügungsparks, Fast Food wird besonders in Strandnähe bevorzugt und es zieht sie dahin, wo viel los ist.

Charles Dickens‘ Geburtshaus

Der englische Schriftsteller und Sozialkritiker Charles Dickens ist am 7. Februar 1812 in der Gemeinde Landport in Portsmouth geboren. Eben dieses kleine Haus, in dem er den größten Teil seiner Kindheit verbrachte, wurde in den letzten Jahren aufwendig restauriert und im Stil der damaligen Zeit wieder eingerichtet. Das Museum kann von von Ende März bis Ende September von Freitag bis Sonntag, zwischen 10 und 17.30 Uhr besucht werden.

Das Geburtshaus von Charles Dickens ist heute ein Museum

Eine kleine Ausstellung zeigt Gemälde und Werke von Dickens, sowie das grüne Samtsofa, auf dem das literarische Genie 1870 mit 58 Jahren in Gad’s Hill (Kent) starb. Charles Dickens gilt als einer der größten Schriftsteller seiner Zeit, besonders aufgrund von Werken wie David Copperfield, Bleak HouseOliver Twist und A Christmas Carol (Eine Weihnachtsgeschichte)

Portsmouth Museum and Art Gallery

Wer mehr über Tradition und Moderne in Portsmouth lernen will, der sollte das Portsmouth Museum and Art Gallery nicht verpassen. Hier befindet sich zum Beispiel die weltgrößte Ausstellung über Sir Arthur Conan Doyle und seinen berühmten Detektiv Sherlock Holmes, sowie faszinierende lokale Kunstwerke und die Geschichte des Traditionsvereins FC Portsmouth.

In der Parkanlagen rund um das Museum, leben übrigens die typisch britischen, sehr zahmen Eichhörnchen

Der Eintritt in das Museum ist kostenlos und es kann von Dienstag bis Sonntag, von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden.

Portsmouth Historic Dockyard

Der alte Hafenbereich Portsmouth Historic Dockyard ist eine Art Freilichtmuseum für die britische Marinegeschichte. Neben dem beeindruckenden Hafengelände kannst du in den Dockyards einige der bedeutendsten Schiffe der Royal Navy bewundern, u.a. die HMS Warrior von Königin Victoria und das einzige noch existierende Schiff aus dem Gallipoli-Feldzug des Ersten Weltkriegs, die HMS M.33. Direkt neben dem Mary Rose Museum, das die Überreste des ehemaligen Flaggschiffes von Heinrich VIII. und zahlreiche Originalobjekte aus der Zeit, ausstellt, befindet sich die HMS Victory, das einstige Flaggschiff von Lord Nelson in der Schlaft von Trafalgar im Oktober 1805. Die HMS Victory galt einst als das perfekte Linienschiff mit ganzen 104 Kanonen. Auch die HMS Alliance aus den Zeiten des kalten Krieges befindet sich im Hafengelände der Dockyards und kann heute von Besuchern betreten werden.

Die HMS Warrior in den Historic Dockyards

Etwas verwirrend war die Frage nach den Eintrittskosten zu den Dockyards. Tatsächlich kannst du im Eingangsbereich Tagestickets für die gesamten Dockyards erwerben, die dir für 27 bis 31 Pfund Zugang zu allen geöffneten Schiffsmuseen ermöglichen. Auf Nachfragen stellte sich aber heraus, dass du über die Portsmouth Historic Dockyards auch ohne Ticket spazieren kannst, allerdings kannst du dir die Schiffe so nur von außen ansehen. Hunde sind auf den Dockyards nicht erlaubt.

Fazit

Portsmouth ist das perfekte Reiseziel für ein Wochenende, am besten im Frühjahr oder Herbst, wenn die sommerlichen Besuchermassen ausbleiben. Die Stadt lebt die maritime britische Tradition, wie sonst keine andere in England. Noch heute zeugen die wichtigsten Kriegsschiffe in den Historic Dockyards von der einstigen Blütezeit der Royal Navy. Neben den interessanten Museen bietet die Stadt schöne Strände und Piers und mit der nur wenige Meilen entfernten Isle of Wight, eine Insel, deren Strände zu den schönsten Europas zählen.

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charles Dickens in David Copperfield

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Ich studiere Pferdewirtschaft im siebten Semester und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

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