Norwegen Roadtrip mit Hund

Hei Norge! Willkommen im Land der Trolle, Fjorde, Elche und Polarlichter. Land des ewigen Eis, der goldenen Mitternachtssonne und der endlosen Weiten. Die landschaftliche Vielfalt des hohen Nordens kennt keine Grenzen – leider auch die Preise nicht. Denn Norwegen gehört dank seiner riesigen Ölvorkommen zu den reichsten Ländern der Welt und gilt zugleich als das wohlhabendste Land Europas. Sicherlich einer der Gründe dafür, dass die Norweger zu einem der glücklichsten Völker überhaupt gehört. Aber kein falscher Neid! Den mögen die Norweger gar nicht – das zeigt sich in Sprichworten wie Das Geld des andern hat scharfe Zähne. Aber lass dich von den hohen Preisen auf keinen Fall abschrecken.

Nach diversen Reisen durch den europäischen Süden, Nordafrika und Südostasien, war Skandinavien absolutes Neuland für mich. Vor der Reise hatte ich zwar einen Reiseführer und einige Blogs auf der Suche nach den schönsten Sehenswürdigkeiten durchforstet, viel wusste ich über das Land, in dem es mehr Wildtiere als Menschen gibt, jedoch nicht. Leben die Norweger wirklich alle in roten Holzhäuschen? Servieren die Restaurants tatsächlich Walfleisch und Elchburger? Fährt man im norwegischen Winter auf Skiern zur Arbeit? Sehen die Norweger ihren Vorgängern, den Wikingern, wirklich so ähnlich? Ist Englisch in Skandinavien tatsächlich geläufiger als die eigentlichen Landessprachen? Und gibt es in Norwegen tatsächlich mehr Elektroautos als Einwohner? Vier Wochen und 5.500 Kilometer durch Norwegen später sind die meisten dieser Fragen beantwortet – und für dich, nach Durchstöbern meiner Norwegen-Blogreihe, hoffentlich auch!

Reiseinformationen für einen Roadtrip durch das Land der Trolle

Norwegen ist der ideale Startpunkt für einen Skandinavien-Roadtrip! In einer der teuersten Städte der Welt, der norwegischen Hauptstadt Oslo, wirst du bei deiner Anreise direkt mit den norwegischen Preisen konfrontiert. Lebensmittel kosten gut 3- bis 4 Mal so viel wie in Deutschland und ein Abendessen für zwei Personen in einem durchschnittlichen Restaurant hätte mein tägliches Reisebudget mehr als gesprengt. Hingegen ist Trinkgeld in Norwegen absolut unüblich und wird, wenn überhaupt, meist nur von Touristen gegeben. Wer mit Flugzeug oder Bus anreist, landet in der Regel zuerst in Oslo. Allerdings gibt es auch saisonale Flüge nach Bergen oder Tromsø. Für die Anreise mit der Autofähre stehen dir verschiedene Optionen zur Verfügung. Die meisten Fähren starten in Dänemark (Kopenhagen, Frederikshavn oder Hirtshals), du kannst aber auch von Kiel nach Oslo fahren. Hier findest du alle Fährverbindungen und die Fahrzeiten aufgelistet. Ich habe Gismo zuliebe übrigens die kürzeste Fährverbindung (Hirtshals – Kristiansand) gewählt – die Fähre war etwa 2 Stunden und 15 Minuten auf See.

Trollwarnung in Südnorwegen – Humor haben sie, diese Norweger

Ein weiterer Grund für eine Norwegen-Reise? Es gibt im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern keine perfekte Reisezeit. Die unterschiedlichen Jahreszeiten verzaubern den hohen Norden auf ganz besondere Art und Weise. Die Frühlings- und Sommermonate von Mai bis August locken mit milden Temperaturen (zumindest für Skandinavische Verhältnisse – dicke Socken, Pulli und Regenjacke sind dennoch Pflicht), der Mitternachtssonne, die oberhalb des Polarkreises zwischen Mitte Mai und Mitte Juli nie untergeht, und perfekten Bedingungen für Wandertouren und Roadtrips. Allerdings herrscht auch Hochsaison. Auf den Straßen entstehen lange Staus durch die viel zu großen Wohnmobile, Fähren sind ausgebucht und Wanderparkplätze schon früh Morgens belegt. In den Herbstmonaten September bis November herrscht Nebensaison. Die Preise sinken, ebenso wie die Temperaturen. Die Wälder färben sich golden, während am Himmel die ersten Polarlichter die Saison für Fotografen eröffnen. Auch das Frühjahr Februar bis April gilt als Nebensaison. Für Nordlichter und Schnee sind die Monate Dezember bis Februar am besten.

Reicht Englisch aus?

Ja! Obwohl nur knapp 5 Millionen Einwohner in Norwegen leben, verfügen sie über eine eigene Landessprache. Deutschen Muttersprachlern fällt das Erlernen von Norwegisch gar nicht so schwer, schließlich handelt es sich um eine Germanische Sprache. Bloß an der Aussprache hapert es bei Begriffen wie Hobbymosjonist, Kjøleskåp oder jordbær – letzteres heißt übrigens Erdbeere. Schweden, Dänen und Norweger verstehen sich untereinander übrigens sehr gut. Bloß Finnisch gehört einer völlig andere Sprachgruppe an und ist mit nichts, wirklich gar nichts verwandt. Die meisten Skandinavier sprechen hervorragendes Englisch. Ich habe sogar Norweger getroffen, die untereinander Englisch gesprochen haben, so gewohnt sind sie es inzwischen.

Spontan unterwegs oder vorab reservieren?

Besonders in der Hochsaison empfiehlt es sich, Campingplätze in beliebten Regionen wie dem Geirangerfjord, Hotels und Apartments vorab zu reservieren – so hast du außerdem die Chance auf bezahlbare Preise. Ich habe die meisten Unterkünfte unserer Reise 8-10 Monate im Vorhinein bereits gebucht.

Unterkünfte wie dieses Glamping-Zelt auf dem Dalen Gaard camping og hytter am Geirangerfjord solltest du vorab reservieren

Sparen kannst du auch bei Lebensmitteln. Decke dich am besten noch in Deutschland mit üppigen Lebensmittelvorräten ein. Besonders frisches Obst und Gemüse, aber auch Alkohol und Drogerieartikel sind sehr teuer in Norwegen. Natürlich reicht so ein Vorrat nicht für mehrere Wochen (oder wie in meinem Fall, sogar mehrere Monate on the road). Dann empfiehlt sich der Einkauf in den günstigeren Supermärkten KIWI, REMA und EXTRA. Große Filialen auf dem Festland sind immer teurer als die kleinen Inselsupermärkte. Ein weiterer Spartipp – Leitungswasser hat in Norwegen exzellente Qualität. Im Gegensatz zu anderen Nicht-EU-Ländern, wie Großbritannien oder der Schweiz, gilt in Norwegen außerdem EU-Roaming. Du kannst also mit deinem Vertrag wie gewohnt surfen, telefonieren und SMS schreiben.

Die Kreditkarte als neuer bester Freund 💳

Nirgendwo in Europa wird so wenig mit Geldscheinen bezahlt, wie in Norwegen. Selbst Bettler und Straßenmusiker verfügen über Kartenzahlgeräte – kein Witz! Manchmal benötigst du auf Campingplätzen Münzen für Duschen, Waschmaschinen und Trockner. In der Regel kannst du diese jedoch zusätzlich zu deiner Stellplatzgebühr mit Karte bezahlen, dafür werden dir dann Münzen ausgehändigt. Tatsächlich ist für die Buchung von Aktivitäten wie Whale Watching in Andenes oder ein Besuch im Klimapark 2469 am Fuße des Galdhøppigen eine Debit- oder Kreditkarte notwendig. Eine EC-Karte reicht leider nicht aus.

Autofahren in Norwegen: Höchstgeschwindigkeiten, Straßenverhältnisse und Mautsystem

Das wichtigste zuerst; wer in Norwegen Auto fahren will, muss Mautgebühren bezahlen. Neu gebaute Brücken und Tunnel kosten so lange Gebühren, bis sie fertig finanziert sind. Und das kann schon mal einige Jahrzehnte dauern! Entsprechend hoch sind die Gebühren. Bei der Durchfahrt wird dein Kennzeichen fotografiert und die Rechnung zu dir Nachhause geschickt. Geld kannst du sparen, wenn du dich im Vorhinein bei AutoPass und FerryPay (Autofähren auf den Fjorden) anmeldest. Teilweise kosten die Fähren dann nur 50 % von ihrem üblichen Preis. Bei der Reiseplanung hat mir Artikel von Nordlandblog über die verschiedenen Tarifgruppen, die Epass-Registrierung und den Ferjekort geholfen. Dennoch, am Ende der Reise erhältst du nach Registrierung über AutoPass keine Rechnung und kannst so auch nicht wirklich nachvollziehen, wann dir für welche Strecke wieviel Geld vom Konto abgezogen wurde.

Vor den Fähren kann es zu längeren Wartezeiten kommen – plane dies auf jeden Fall ein

In Norwegen erwarten dich zahlreiche Tunnel (1.100 gibt es insgesamt in Norwegen, 30 davon unter Wasser), enge Haarnadelkurven im Gebirge, meist einspurige Straßen und teure Mautgebühren. Glücklicherweise sind die meisten Straßen in einem hervorragenden Zustand, wenn auch manchmal durch Bergrutsche und Geröll blockiert. Räumungsarbeiten können in entlegenen Gegenden schon mal mehrere Tage dauern. Im Hardangervidda-Nationalpark und entlang des Jotunheimen-Nationalparks kam es während unserer Reise zu Erdrutschen, die uns schließlich zum Umbuchen zwangen (Umwege hätten mehrere Stunden gekostet bzw. teilweise gab es gar keine). Außerdem sorgen die vielen Touristen, besonders die für die engen Straßen eigentlich viel zu breiten Wohnmobile, in der Hochsaison für lange Staus und Verzögerungen auf den europäischen Ferntraßen (die mit dem „E“ vor der Nummer, wie der E39). Diese verbinden Städte, Regionen und führen in die Nachbarländer.

Erinnert dich die norwegische Trollstigen nicht auch an die Transfăgărășan Road in Rumänien?

Die meisten dieser Fernstraßen sind einspurig und haben erlaubte Höchstgeschwindigkeiten von 60 bis 80 km/h. Zwischen Oslo und Trondheim/ Stavanger und Halden gibt es sehr gut ausgebaute Autobahnen, auf denen auch 90 bis 110 km/h erlaubt sind. In Norwegen MUSST du immer mit Abblendlicht fahren. Außerhalb der Sommermonate werden Bergpässe häufig aufgrund der Wetterverhältnisse geschlossen, besonders bei starkem Schneefall oder heftigem Wind. Apropos Bergpässe, achte besonders bei langen Abfahrten darauf, dass deine Bremsen nicht überhitzen. Tankstellen gibt es eigentlich im ganzen Land, jedoch ist Benzin aus Umweltschutzgründen und der globalen Versorgungslage deutlich teurer als in Deutschland (und das muss ja schon etwas heißen!). Die norwegische Regierung hat Rauchern den Kampf angesagt! Qualmen im Fahrzeug wird mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 175 Euro bestraft!

Atlanterhavsveien nennen die Norweger ihre Traumstraße zwischen Molde und Kristiansund

Zu den schönsten Straßen in Norwegen gehören übrigens; die Atlantikstraße, die sich über acht Brücken von Insel zu Insel schwingt und auch als „Straße des Meeres“ bezeichnen wird, die spektakuläre Passstraße Trollstigen mit ihren elf engen Haarnadelkurven, die schon so manchen Busfahrer zur Verzweiflung getrieben haben und die sensationelle aber sehr steile Straße hinauf zur Juvasshütte auf 1.850 Metern Höhe, dem Ausgangspunkt für Wanderungen auf Norwegens höchsten Berg, den Galdhøpiggen.

Jedermannsrecht – absolute Freiheit? ⛺️

Wildcamping ist nicht nur kostengünstig, es ist auch offiziell erlaubt in Norwegen. Oder? Das 1957 erlassene Jedermannsrecht erlaubt es grundsätzlich jedem, sich jederzeit frei in der Natur zu bewegen – unter Beachtung bestimmter Regeln. Unter anderem ist ein Mindestabstand von 50 Metern zum nächsten Haus, sowie ein maximaler Aufenthalt von 2 Tagen vorgeschrieben. Außerdem dürfen keine Tiere getötet (Fischen ist eine Ausnahme), Pflanzen beschädigt oder Abkürzungen über Viehweiden genommen werden. Genau genommen gilt diese Regelung entgegen üblicher Annahmen jedoch NICHT für Wohnmobile! 1957 dachte das norwegische Parlament eher an Wanderer, Skifahrer, Segler, Reiter und nicht an Reisende in schweren Campervans. Tatsächlich wird das Wildcampen in großen Teilen Norwegens aktuell noch geduldet, jedoch kippt die Stimmung in touristisch sehr frequentierten Gegenden wie den Lofoten oder dem Geirangerfjord so langsam. Verbotsschilder sind hier die Regel, denn immer mehr Anwohner fühlen sich durch die vielen Wildcamper gestört. Es scheint fast, als sei es nur eine Frage der Zeit, bis die norwegische Regierung ein Gesetz erlässt, dass das Wildcampen einschränkt.

Das Jedermannsrecht in Skandinavien ermöglicht freies Zelten an den schönsten Orten des hohen Nordens

Bis es soweit ist, bleibt das Jedermannsrecht gewissermaßen Auslegungssache. Ein bisschen Klarheit in die Gesetzgebung und die Do’s and Don’ts des Campings in Norwegen, findest du im Artikel Alle Details und Informationen zum Jedermannsrecht in Norwegen vom Nordlandblog.

Reise mit Hund: Einreise, Fähren, Leinenpflicht?

Norwegen ist ein Paradies für Reisende mit Hund! Die Sommer sind mild, die Winter schneereich, es gibt keine Gifttiere- oder Pflanzen, gefährliche Tierkrankheiten, kranke Streuner oder unübersichtliche Hundeverbote. Dennoch gelten in Norwegen als Nicht-EU-Mitglied einige (zum Teil strengere) Vorschriften für die Einreise mit Hund. Du benötigst:

  • Den blauen EU-Heimtierausweis mit der eingetragenen, gültigen Tollwutimpfung (min. 21 Tage alt)
  • Der Hund muss gechipt/ tattowiert sein und die Identitätsnummer muss im Heimtierausweis, sowie in allen Veterinärattesten angegeben sein
  • Hunde (einschließlich Welpen) müssen innerhalb der letzten 24 bis Stunden gegen Bandwurmbefall behandelt worden sein (vom Tierarzt im Hundepass einzutragen)
  • Du darfst maximal 5 Hunde/ Person einführen
  • Verbotene Hunderassen: Pit Bull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier, Fila Brasileiro, Tosa, Dogo Argentino, Tschechoslowakischer Wolfshund sowie Mischlinge dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf

Auf Fähren sind Hunde in Norwegen IMMER erlaubt, wenn auch manchmal nicht an Deck. Für längere Überfahrten bieten viele Fährgesellschaften Hundekabinen, Zwinger und Fjordline sogar die Möglichkeit, Hunde mit an Deck zu nehmen, an. Ich habe Gismo aufgrund der kurzen Fahrzeiten und um ihn keinen unnötigen Stress auszusetzen, jedoch stets im Auto gelassen. Besonders auf den Überfahrten von Bodø auf die Lofoten über den Vestfjord und von Andenes nach Gryllefjord über den Andfjord herrschte ordentlicher Seegang! Es empfiehlt sich daher Hundereisemedikamente wie Beaphar Reisfit bzw. Bachblüten- oder Hanfleckerlis zur Beruhigung dabei zu haben. Besprich die Medikamentenplanung für deinen Vierbeiner am besten im Vorhinein mit deinem Tierarzt!

Lasse deinen Hund in der Nähe von Wildtieren und Weiden nicht von der Leine

Weiteres Hundezubehör, das ich auf jeder Reise mit Gismo dabei habe, findest du in meinem Artikel Reise mit Hund: Planung und Packliste. Besonders da Tierärzte und Tierbedarfsläden außerhalb der norwegischen Städte sehr rar sind, solltest du genügend Hundefutter von daheim mitbringen – natürlich auch, um deinem Vierbeiner einen unnötigen Futterwechsel zu ersparen.

Zwischen dem 1. April und 20. August gilt eine landesweite Leinenpflicht zum Schutz von Zucht- und wild lebenden Tieren. Unabhängig von der Jahreszeit darfst du deinen Hund in der Nähe von Nutztieren (Schafe, Rinder) oder Wildtieren nie ab leinen. Vergehen werden mit Strafen von bis zu 300 Euro belangt! Ansonsten sind die Norweger Hunden sehr freundlich gegenüber gestimmt. In keinem Nationalpark oder Strand habe ich je ein Hundeverbotsschild gesehen. Nur in den Restaurants und Cafés ist es leider noch immer nicht üblich, seinen Hund mitzunehmen.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Norwegen

Einmal quer durch Norwegen, von Nord nach Süd, von Oslo bis nach Tromsø, sind meine Mutter und ich im Sommer 2023 zusammen mit Gismo gereist. Unser ständiger Begleiter – die Mitternachtssonne, wenn auch oft hinter einer dichten Wolkendecke versteckt, Hörbuch Nummer 4 oder 5 (ich weiß es nicht mehr), das stete Schleifen der kaputten Radlager des BMW’s und die wahnsinnige Schönheit der norwegischen Landschaft. Die schönsten Sehenswürdigkeiten in nur einem Artikel zusammenzufassen ist schwer – ich habe es trotzdem versucht;

Fjorde & Nationalparks

Es sind die faszinierenden Naturlandschaften, die jährlich rund 18 Millionen Besucher (Stand 2022) nach Norwegen locken. Die gigantischen Naturgewalten; der höchste Wasserfall Europas (der Mardalsfossen in der Provinz Møre og Romsdal mit 655 m Fallhöhe), der tiefste See Europas, der Hornindalsvatnet (461 m), der zweitlängste Fjord der Welt, der Sognefjord in Fylke Vestland (204 km) und der größte Gletscher Kontinentaleuropas, der Jostedalsbreen in Vestland (487 km² – noch!). Norwegens 47 Nationalparks erstrecken sich über Berge, Wälder, Küsten, Inseln und weit hinaus auf die Nordische See. Allein 7 Nationalparks befinden sich auf der Inselgruppe Spitzbergen. Es gibt nicht den einen schönsten Nationalpark – je nachdem ob du dich nördlich oder südlich des Polarkreises befindest, erblüht eine völlig andere Flora, streifen völlig andere Tiere durch die Parks. Insgesamt 250 Berge und zahlreiche Gletscher machen den Jotunheimen Nationalpark zum König der norwegischen Berge. Während im Dovrefjell-Nationalparks die letzten Herden Moschusochsen umherstreifen, ist der Jostedalsbreen-Nationalpark Heimat der wilden Rentiere. Auf zwei der schönsten Zugreisen der Welt können Passagiere tief in das Herz Südnorwegens eintauchen. Die Bergensbana zwischen Oslo und Bergen führt mitten durch den Nationalpark Hardangervidda, während die Flåmsbana von Örtchen Flåm bis zum Aurlandsfjord führt. Auch wer sonst die touristischen Pfade eher meidet und stattdessen nach Geheimtipps auf Reisen Ausschau hältst, kommt um ein Touri-Highlight nicht herum; das UNESCO-Weltnaturerbe Geirangerfjord in Møre og Romsdal.

Der Briksdalsbreen ist ein Seitenarm des größten europäischen Festlandsgletschers, dem Jostedalsbreen, und liegt im Jostedalsbreen-Nationalpark

Neben den Fjorden sind es vor allem die majestätischen Wasserfälle, die mich auf meinem Roadtrip durch den hohen Norden so beeindruckt haben. Immerhin tosen in Norwegen 10 der 30 höchsten Wasserfälle der Welt. Neben dem Vøringsfossen in Eidfjord, zählt der Zwillingswasserfall Låtefossen im Odda-Tal zu den schönsten Wasserfällen des Landes. Welche noch dazu gehören, kannst du in meinem Artikel Roadtrip durch Südnorwegen Teil I nachlesen.

Kultur und Wikingergeschichte

Von preisgekrönten Museen und architektonischen Meisterwerken bis hin zu den alten Legenden und Geschichten der Wikinger. Norwegen ist reich an kulturellen Sehenswürdigkeiten, so reich, dass 7 von ihnen sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Zu den wohl bekanntesten Museen in Norwegen zählt das Osloer Munch Museum, in dem sich die Geschenke des norwegischen Künstlers Edvard Munch an die Stadt befinden –  über 1.100 Gemälde, 4.500 Zeichnungen und Aquarelle, 18.000 Grafiken, 6.000 Bücher, Briefe und andere Dokumente. Im Stavanger Kunstmuseum werden repräsentative Sammlungen norwegischer Kunst vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart ausgestellt und das KODE-Kunstmuseum in Bergen beherbergt die drittgrößte Munch-Ausstellung der Welt, aber auch Werke der norwegischen Künstler Harriet Backer, Nikolai Astrup und J. C. Dahl. Neben den vielen Museen zählen die Stabkirchen mit ihren aufwendigen Holzschnitzereien zu den kulturellen Highlights Norwegens. Einst waren es über 700 Stück, heute sind noch 28 der historischen, komplett aus Holz errichteten Kirchen, erhalten. Zu den schönsten zählen die Stabkirchen HeddalGolBorgund, Fantoft und Urnes (UNESCO-Weltkulturerbe).

Leben wie einst die Wikinger in Norwegen – das ist möglich im Lofotr Wikingermuseum

Nein, natürlich sehen heute nicht alle Norweger aus wie Wikinger. Aber sie stammten aus den skandinavischen Ländern Norwegen, Schweden und Dänemark und haben das heutige Bild des blonden, hünenhaften und muskulösen Nordmannes geprägt. Die Wikinger lebten zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert als Seefahrer, Krieger und Händler und wurden aufgrund zahlreicher Raubzüge entlang der Küsten Europas gefürchtet. Ihre fortschrittlichen Schiffe, weiten Handelsnetzwerke und ihre kulturellen Errungenschaften kannst du in zahlreichen Wikingermuseen in ganz Norwegen bewundern. Zu den schönsten zählen definitiv das Lofotr Wikingermuseum, das Wikingerschiffsmuseum auf der Halbinsel Bygdøy und das Wikingerdorf Njardarheimr in Gudvangen. Letztlich wurden die Wikinger übrigens doch christianisiert und assimilierten sich in die Gesellschaften, in denen sie siedelten. Daher fließt vielleicht doch noch ein bisschen Wikingerblut in dem ein oder anderen Norweger.

Mekka für Wanderer und Skifahrer

Es gibt wohl kaum ein Land in Europa, das so viele Wandermöglichkeiten durch spektakuläre Landschaften bietet, wie Norwegen. Allein die Wanderwebseite Alltrails bietet fast 6.000 verschiedene Wander- und Fahrradtouren in ganz Norwegen an. Es gibt Touren in allerlei Schwierigkeitsleveln – von der leichten Wanderung entlang des Geirangerfjords, der Seeumrundung des Mosvatnet in der Gemeinde Sand und dem leichten Aufstieg zum Bitihorn, bis hin zu mehrstündigen Touren auf die Felsplattform Preikestolen oder den Felsvorsprung Trolltunga. Wie hundefreundlich die verschiedenen Wanderungen in Norwegen sind, kannst du übrigens in meiner Norwegen-Blogreihe nachlesen. Auf ihrem Blog Roads & Rivers erzählen Andreas und Sabrina von ihren Erlebnissen auf einer der schönsten Wanderungen Norwegens, der Besseggen-Wanderung in Jotunheimen. Begleitet hat sie dabei ihr Hund Schoko!

Auf Tuchfühlung mit den Huskys von Beito Husky Tours

Wenn du sowieso schon am Bitihorn bist, dann plane unbedingt Zeit für einen Besuch bei Beito Husky Tours in Beitostølen ein – meiner Meinung nach, die beste Huskyfarm Norwegens! Auf jeden Fall aber die mit den süßesten nordischen Hunden. Beito Husky Tours bietet aufregende Husky-Schlittentouren durch den Tiefschnee, Husky-Wanderungen und einen Einblick in das Welpentraining der angehenden Schlittenhunde an. Die Huskys sind alle gepflegt, gesund und werden von den internationalen Mushern gut betreut. Auf der Farm gibt es auch einen kleinen Laden mit tollen Souvenirs, Andenken an die Huskys und flauschigen Rentierfellen.

Warm anziehen müssen sich Skifahrer und Wanderer auch im Sommer am Galdhøpiggen

In Norwegen kannst du selbst im Sommer Skifahren. Cool, oder? Auf der Piste des Galdhøpiggen Summer Ski Centre lockt eine 1.400 m lange Abfahrt. Allerdings nur zwischen Mitte Juni und Mitte August. Den Rest des Jahres ist die Passstraße zum Galdhøpiggen nicht befahrbar). Weshalb diese uns jedoch auch Mitte Juli zur Herausforderung wurde, erfährst du im Blogbeitrag Roadtrip durch Norwegen Teil II nachlesen. Weitere Sommerskizentren in Norwegen sind das Sommerskicenter Stryn in den Bergen von Strynefjellet und das Skicenter Fonna auf 1.200 Metern Höhe bei Jondal in Hardanger. Und wie war das jetzt noch gleich mit den Norwegern die auf Skiern zur Arbeit fahren? Tatsächlich machen die niedrigen Temperaturen auf Spitzbergen nicht nur den E-Autos, sondern auch vielen Verbrennermotoren in der kalten Jahreszeit zu schaffen. Viele Norweger greifen daher neben Schneemobilen tatsächlich zu Skiern, um zur Arbeit zu kommen. Spitzbergen ist damit jedoch eher die Ausnahme. Insgesamt ist Norwegen weltweiter Spitzenreiter im Bezug auf neu zugelassene E-Autos.

Norwegische Küche genießen – trotz der hohen Preise

Die traditionelle norwegische Küche ist geprägt von klassischer Hausmannskost der Fischer und Bauern. Die meisten Gerichte bestehen aus Fleisch, Fisch und Getreide – nicht unbedingt geeignet für Vegetarier. Aufgrund der langen Winter ist es besonders im abgelegenen Norden gang und gebe, Nahrungsmittel zu räuchern, salzen, einzulegen oder zu trocknen. Auf den Lofoten zählt Stockfisch zu einer der traditionellen norwegischen Delikatessen, der aus Kabeljau, Seelachs, Schellfisch oder Leng hergestellt wird. Durch die Trocknung der Fische an der Luft, verlieren sie einen Großteil ihres Wassergehalts und die Haltbarkeit verlängert sich. Stockfisch wird zum Beispiel in Eintöpfen, Suppen oder als Snack verarbeitet. Neben fangfrischen Lachs und einer Vielzahl an Meeresfrüchten, zählen Lammgerichte wie Fårikål (Lammeintopf), Fenalår (Lammkeule) oder Smalahove (geräucherter Schafskopf) zur ursprünglichen norwegischen Küche. Im kargen Norden landet auch viel Wild auf den Tellern – Elch, Rentier, Hirsch oder Auerhahn. Walfleisch wird in der norwegischen Küche als preiswerter Ersatz zu Rindfleisch gesehen.

Selbst gekocht, aber umso besser – norwegischer Seelachs

Größere Supermärkte in Norwegen führen in ihren Frischetheken auch Elch- und Bärenfleisch. Elchburger sind auf dem Fischmarkt in Bergen und in touristischen Restaurants absolut hipp. Typisch norwegisch sind auch die dicken Fischsuppen (beides am besten ganz frisch auf den Fischmärkten in Stavanger & Bergen) und der braune Käse (Brunost) mit dem etwas gewöhnungsbedürftigen Karamellgeschmack, der in Norwegen auf jeden Frühstückstisch gehört. Meine Mutter und ich begeisterten uns neben dem wirklich hervorragenden norwegischen Lachs, eher für die Süßspeisen. Fast jeder Ort in Norwegen hat eine Bäckerei, welche die köstlichen Zimtschnecken (Kanelboller) backt. Auch süße Krapfen (Smultring), frisch gebackene Waffeln (Vafler) und die norwegischen Pfannkuchen (Sveler) eignen sich hervorragend zur Stärkung nach einer langen Wanderung. Nicht zu vergessen, der Kaffee! Die Norweger lieben Kaffee und schlürfen das koffeinhaltige Heißgetränk zu jeder Tageszeit. Beim weltweiten Pro-Kopf-Verbrauch konsumieren nur die Finnen jährlich mehr Kaffee als die Norweger (kein Wunder, bei der Eiseskälte in Lappland). Bei den Norwegern sind es aber immerhin auch 9 kg Kaffee/ Person und Jahr.

Städte des hohen Nordens

Auch wenn es die meisten Reisenden vorrangig wegen der fantastischen Natur nach Norwegen zieht, hat das Land doch einige moderne Städte zu bieten, die je nach Region unterschiedlicher nicht sein könnten. In Südnorwegen kommt niemand um die Hauptstadt Oslo herum. Sie ist Dreh- und Angelkreuz für den internationalen Reiseverkehr und für viele der Startpunkt ihrer Rundreise. Mit knapp 650.000 Einwohnern ist sie außerdem die größte Stadt des Landes und lockt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten einerseits und der Nähe zum malerischen Oslofjord andererseits. 45 Kilometer von Kristiansand (dem Ort wo die Fähren aus Hirtshals anlegen), befindet sich die südlichste Stadt Norwegens, Mandal. Die Stadt verzaubert mit ihren weißen Holzhäusern in direkter Hafenlage, den Traumstränden und Europas erstem Unterwasser-Restaurant. Der Speisesaal des Under-Restaurants befindet sich in 5,5 Metern Tiefe und ist bekannt für sein 18-gängiges Fischmenü. Ebenfalls in Südnorwegen gelegen ist die Hafenstadt Bergen – spaziere durch das UNESCO-Weltkulturerbe das Hanseviertels Bryggen, probiere fangfrischen Fisch auf einem der Märkte oder Markthallen, erklimme einen der 7 Hausberge oder genieße die umliegenden Fjorde bei einer Fjordrundfahrt. Denn Bergen ist bekannt als Das Tor zu den Fjorden. Stavanger schließt die Reihe der großen Städte Südnorwegens. Die viertgrößte Stadt des Landes ist das Zentrum der Erdöl- und Erdgasindustrie und einer der wichtigsten Industriestandorte Norwegens. Doch lass dich davon nicht abschrecken! Stavanger verfügt über eine wunderschöne Altstadt (Gamle Stavanger), eine großen Auswahl an Fischrestaurants am betriebsamen Stadthafen (Vågen), eine Straße mit den buntesten Häusern die du je gesehen hast (Øvre Holmegate) und zahlreiche Museen.

In Nordnorwegen geht es ruhiger zu. Die drittgrößte Stadt des Landes, Trondheim, gilt mit ihren vielen Sterne-Restaurants als Heimat der Genüsse. Bei einem Stadtbummel kannst du den über 1.000 Jahre alten Nidarosdom, die bunten Häuser an der alten Stadtbrücke, die Festung Kristiansten und die lebhafte Altstadt Bakklandet entdecken. Über 1.000 km weiter nördlich, am Rande der Arktis, befindet sich die Winterhauptstadt Tromsø. Neben einigen schönen Museen und der Eismeerkathedrale auf Tromsdalen, ist Tromsø dank seines internationale Flughafens ein beliebtes Winterreiseziel. In keiner anderen norwegischen Stadt ist die Chance auf Polarlichter während der kalten Monate so hoch, während die Mitternachtssonne im kurzen Sommer nie untergeht. Auf der nahegelegenen Rentierfarm Tromsø Arctic Reindeer kannst du in das Leben einer samischen Rentierzüchterfamilie eintauchen, lokale Speisen probieren, auf Tuchfühlung mit den flauschigen Tieren gehen und mehrstündige Touren mit dem Rentier-Schlitten unternehmen.

Alle norwegischen Städte haben eins gemein. Sie unterscheiden sich in ihrem Stadtbild sehr vom Rest des Landes. Moderne Viertel wie Aker Brygge in Oslo, das Industriezentrum Stavangers oder der moderne Hafen in Tromsø stehen im krassen Kontrast zu den kleinen, roten Holzhäusschen an der norwegischen Küste. Also nein, schon lange leben nicht mehr alle Norweger in bunten Holzhäusern. Die Moderne hat im hohen Norden längst Einzug erhalten.

Trauminseln in der norwegischen See

Ungefähr 239.000 Inseln gibt es in Norwegen – nach Schweden und Finnland ist Norwegen damit das Land mit den meisten Inseln weltweit. Viele von ihnen sind unbewohnt (zumindest von Menschen) und bieten so den perfekten Lebensraum für die norwegische Vogelwelt. Über 9.000 verschiedene Vogelarten leben in Norwegen. Zusätzlich brüten jedes Jahr rund 200 verschiedene Zugvogelarten an der zerklüfteten Küste. Weniger abgeschieden aber umso schöner ist die Lofoten-Inselgruppe im Nordwesten Norwegens. Dank des spektakulären Panoramas aus markanten Berggipfeln, kleinen Fischerdörfern mit bunten Holzhütten und dem Meer, sind die Lofoten allerdings schon lange kein Geheimtipp mehr. Wer in der Nebensaison anreist, hat die Traumstrände jedoch meist ganz für sich allein.

Seinen einzigartigen Naturlandschaften verdankt das Vega-Archipel am Polarkreis heute seinen Status als UNESCO-Welterbe. Einst kauften die großen europäischen Herrscher die Daunen der Eiderente von den Inselbewohnern. Heute ist Vega bekannt für seine natürlichen Moore, typisch norwegischen Holzhäuser und die uralte Fischereigeschichte.

Schön, schöner, Lofoten

Im Herzen der Arktis bildet die Inselgruppe Spitzbergen die nördlichste Siedlung Norwegens. Glitzernde Gletscher, majestätische Berge und die schneereichen Landschaften (und das fast ganze Jahr über) bieten Schutz für die letzten Eisbären Europas, wilde Rentierherden, die seltenen Polarfüchse und allerlei weitere arktische Tierarten. Spitzbergen ist ein Sehnsuchtsort, den man einmal im Leben gesehen haben muss! Auf Gindeslebens berichtet Ines von ihrer Reise ans buchstäbliche Ende der Welt, nach Longyearbyen. Katrin von viel unterwegs ist sogar noch einen Schritt weitergegangen und hat eine Expeditionsreise mit der M/S Kinfish quer durch das Packeis auf Spitzbergen unternommen.

Wildtiersafari auf den Spuren der arktischen Tiere 🐻‍❄️🦌

In den über 3.000 geschützten Naturgebieten Norwegens sind viele Vertreter der arktischen Tierwelt beheimatet. Viele dieser Artkisbewohner kennen wir in Deutschland nur von Fotos oder aus dem Zoo. In Norwegen hast du die Möglichkeit, wilde Herden Moschusochsen im Dovrefjell–Sunndalsfjella Nationalpark zu beobachten oder Elche, Rentiere, Bären und Wölfe in freier Wildbahn zu entdecken. Paddle mit einem Kanu dicht an die gut versteckten Biberbauten auf dem Hurdalselva-Flusses heran, lerne mehr über die gigantischen Königskrabben im norwegischen Grenzgebiet zu Russland oder folge den Clowns der Meeere, den Papageientauchern, auf die Insel Røst. Nördlich der Lofoten, in Vesterålen, kannst du beinahe das ganze Jahr über Pottwale, Buckelwale und Orcas auf einer Whale Watching-Tour entdecken und im südnorwegischen Lista bietet das Vogel-Observatorium einen der besten Beobachtungsorte für seltene Zugvögel. Neben den Wildtieren gibt es in Norwegen auch eine Vielzahl faszinierender gezähmter und gezüchteter Tierarten. Visitnorway hat eine ausführliche Liste mit Fjordpferdehöfen in ganz Norwegen erstellt – die Fjordpferde gelten aufgrund ihrer blonden Fellfarbe, dem stämmigen Körperbau und der robusten Zucht auch als Wikinger-Falben.

Du merkst es vielleicht schon beim Lesen – die arktische Tierwelt hat mich begeistert und fasziniert. So sehr, dass ich ihr einen eigenen Blogbeitrag gewidmet habe; Die schönsten Tierbegegnungen in Norwegen. So sehr, dass ich einfach noch einmal wieder kommen muss, in die Heimat der Eisbären, Elche & Co.

Ziele für die nächste Norwegenreise – ich werde wiederkommen!

Norwegen im Sommer zu bereisen, hat so viele Vorteile: Die Mitternachtssonne schenkt dir je nach Region 24 Stunden goldenes Licht, überall blüht und zirpt es, zum Wandern brauchst du keine Schneeschuhe oder Skier und neben dem knisternden Lagerfeuer hälst du es selbst in den Abendstunden im leichten Sweatshirt aus – im Winter unvorstellbar! Dennoch bleibt besonders Nordnorwegen einfach eine Winterreise-Destination mit den bunten Polarlichtern, sowie den Husky- und Rentierschlitten. Was ich auf der nächsten Reise nach Norwegen außerdem gerne erleben würde:

  • Eisbären, Polarfüchse und Schneehasen auf Spitzbergen
  • Eine mehrtägige Reise mit dem legendären Postschiff der Hurtigruten
  • Eine Wanderung durch den Dovrefjell-Nationalpark auf der Suche nach den Moschusochsen
  • Das volle norwegische Winterprogramm: Husky-Schlittentouren, Besuch der traditionellen Tromsø Arctic Reindeer Farm und Polarlichter
  • Und vielleicht, aber nur vielleicht, endlich einmal Papageientaucher auf den norwegischen Inseln sehen

Die Reiseroute im Detail

5.500 km durch Norwegen später, bin ich um einige Erfahrungen reicher. Die meisten Autofähren über die Fjorde fahren in der Hochsaison mehrmals die Stunde und bedürfen keinerlei Reservierung. Auch die Fähre von Andenes nach Gryllefjord kann nicht vorab reserviert werden. Das führt zwischen dem 18. Mai und 3. September (nur in diesem Zeitraum fährt das Schiff überhaupt) zu riesigen Staus rund um das Hafengebiet. Die Fähre legt nur 2 Mal täglich ab und der Fahrplan ändert sich jedes Jahr. Meine Mutter und ich wählten stattdessen die alternative Route Richtung Norden, über die Road 82 und 83, um noch einen Stopp am Polar Park in Bardu zu unternehmen. Unbedingt vorab reservieren solltest du in der Hochsaison die Fähre von Dänemark/ Deutschland nach Norwegen und die Überfahrt auf die Lofoten.

Oslo * Sandnes * Gullingen (Sand) * Bergen * Vestre Slidre * Skjåk * Geirangerfjord * Farstad * Grong * Bodø * Sørvågen (Lofoten) * Andenes * Tromsø

Fazit nach fast 4 Wochen Norwegen

Eine Reise nach Norwegen ist zugleich auch eine Reise fürs Herz. So umschwärmt La dolce vita im Süden auch ist, die skandinavische Weite, die unberührte Natur und die Ursprünglichkeit regen zum Nachdenken an. Norwegen, ein Land so vielfältig wie seine bunten Polarlichter am Himmel, vermittelt jedem Reisenden das Gefühl, plötzlich ganz klein und unbedeutend zu sein. Die Naturgewalten sind einzigartig in Europa – Gletscher, die sich vor Millionen von Jahren formten, die arktische Tierwelt, riesigen Gebirgszüge und tiefen Wälder. Norwegen vermittelt einfach ein Gefühl von Freiheit und Sehnsucht. Auch deutschen Großstadthunden, die an Leinenpflicht, Hundeverbote und Hundewiesen gewohnt sind. Takk Norge – für eine der schönsten, aber leider auch letzten Reisen mit Gismo.

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Hi, ich bin Nadine, 27 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer 8-monatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Gemeinsam mit meinem Hund Gismo war ich auf zahlreichen Roadtrips durch Europa bis nach Nordafrika unterwegs. Nach seinem Tod reise ich nun wieder viel mit dem Backpack durch ferne Länder. Hier auf meinem Blog Horseshoe Travel verbinde ich meine beiden großen Leidenschaften: das Reisen und das Reiten – und das schon seit 2016!

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