Reise ins Damaraland: Zwischen Wüstenelefanten, Felsmalereien & der lokalen Volksgruppe

Das Damaraland zwischen dem Kaokoveld, Swakopmund und der Skelettküste vereint vieles von dem, was Namibia so besonders macht; die Wildtiere, spektakuläre Landschaften aus Stein- und Geröllwüsten, jahrtausendealte Geschichte und die Kultur einer der ältesten Bevölkerungsgruppen des Landes. Heute ist das Damaraland keine eigenständige Verwaltungseinheit mehr, sondern gehört zur Kunene-Region im Nordwesten Namibias. Dennoch wird der Name weiterhin als geografische und vor allem touristische Bezeichnung verwendet. Er steht sinnbildlich für die einzigartige Landschaft rund um Khorixas mit den berühmten Felsgravuren von Twyfelfontein, den höchsten Bergen Namibias, der Heimat der Damara sowie einer der letzten Regionen im südlichen Afrika, in der Wildtiere außerhalb offizieller Schutzgebiete frei umher streifen. Hier leben Wüstenelefanten, Löwen, Spitzmaulnashörner, Oryxantilopen und viele weitere Tierarten neben den Menschen, in den für die Region so typischen Trockenflusstälern, Berglandschaften und endlosen Steinwüsten. Gleichzeitig macht genau diese Freiheit sie besonders anfällig für illegale Jagd und Wilderei. Das Damaraland hat mich mit seiner Eigenheit und dem Kontrast zum Rest des Landes ziemlich überrascht. Warum genau, erfährst du in diesem Artikel.

Kleiner, geschichtlicher Rückblick

… und mal wieder in die deutsche Kolonialzeit! Denn mit der deutschen Kolonialisierung ab 1884 änderte sich das Leben der dort ansässigen Damara grundlegend. Die Damara gehören zu den ältesten Bevölkerungsgruppen des heutigen Namibia. Es gibt Hinweise darauf, dass ihre Vorfahren bereits lange vor der Ankunft späterer Gruppen wie der Nama oder der Herero in Namibia lebten, nämlich um 2000 v. Chr. Traditionell lebten die Damara unter anderem von Viehhaltung, Gartenbau und Jagd. Außerdem verfügten sie über Kenntnisse in der Metallverarbeitung und im Bergbau. Mit der Ankunft der deutschen Kolonialmacht wurde auch in diesem Teil des damaligen Deutsch-Südwestafrikas Land enteignet, die indigene Bevölkerung zunehmend unter koloniale Kontrolle gebracht und zur Arbeit gezwungen.

Die Wüstenelefanten sind ebenso tief mit der Geschichte des Damaralands verwurzelt, wie auch seine menschlichen Bewohner.

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm dann Südafrika die Verwaltung des Landes und in den folgenden Jahrzehnten wurde die südafrikanische Apartheidspolitik auch auf Namibia ausgeweitet. Im Rahmen der sogenannten „Separate Development“-Politik sollten die verschiedenen Bevölkerungsgruppen räumlich und politisch voneinander getrennt werden. Ab 1960 wurden die Damara daher von der südafrikanischen Regierung zunehmend in dem als Damaraland bezeichneten Gebiet angesiedelt. Dabei kam es auch zu Zwangsumsiedlungen. So wurden Ende der 1950er-Jahre beispielsweise rund 400 Damara aus dem fruchtbareren Gebiet von Aukiegas in das deutlich kargere Okombahe-Reservat umgesiedelt. In den 1960er-Jahren wurde Damaraland schließlich als sogenanntes Homeland im Rahmen des südafrikanischen Systems der ethnischen Trennung institutionalisiert. Mit der Unabhängigkeit Namibias 1990 wurde das Homeland-System abgeschafft, weshalb das Damaraland heute keine offizielle Verwaltungsregion mehr ist, wenn der Name auch vorallem in Reiseführern noch immer für die Region im Nordwesten Namibias verwendet wird – genau jene, um die es in diesem Blogbeitrag gehen soll.

Reiseinformationen fürs Damaraland

Obwohl ich zum Zeitpunkt meiner Reise ins Damaraland bereits seit über einem halben Jahr in Namibia war, haben mich die heißen, trockenen Temperaturen Mitte September in den Wüstengebieten ziemlich umgehauen. Ich versuchte mindestens 3-4 Liter Wasser pro Tag zu trinken, musste mir regelmäßig die Lippen und die Haut eincremen, litt regelmäßig an Nasenbluten (was leider wegen der Trockenheit nicht selten vorkommt) und fand abends den roten Wüstensand in wirklich jeder Ritze. Was du neben Sonnencreme, Lippenpflege und guter Sonnenbrille auf deiner Selbstfahrer-Reise durch Afrika außerdem unbedingt dabei haben solltest, fasse ich dir schon bald in einem Artikel mit der perfekten Safari-Packliste hier auf Horseshoe Travel zusammen.

In dieser Region ist es fast das ganze Jahr über relativ trocken, weshalb die Flussbetten des Ugab und des Huab auch meist ausgetrocknet sind. Meist, denn während der Regenzeit von November bis April können kurze, heftige Gewitter zu reißenden Strömen in den Flussbetten führen (sogenannte flash floods), die während der heftigen Regenfälle 2025 so einige Fahrzeuge mit sich rissen. Besonders in der Regenzeit solltest du das Campen in den trockenen Flussbetten daher auf jeden Fall vermeiden!

Anreise & Unterwegs als Selbstfahrer(in)

Von der Küste kommend führen mehr oder weniger gut befestigte Sandwege weiter landeinwärts. Wir reisten von Swakop aus über die C35 zu unserem Campingplatz. Island und Namibia haben eins gemein; man tankt nicht erst, wenn der Tank leer ist, sondern immer dann, wenn sich eine sichere Tankmöglichkeit bietet. Besonders in Richtung Palmwag solltest du nicht darauf spekulieren, dass die nächste Tankstelle garantiert geöffnet ist oder Treibstoff verfügbar hat. Auch die Tankmöglichkeit bei Twyfelfontein führt nicht immer Kraftstoff. Wir waren aufgrund der großen Reichweite unseres Mietwagens ohne Benzinkanister unterwegs. Je nach Reiseroute durch Namibia kann sich ein solcher jedoch durchaus lohnen und bei den meisten Mietwagenfirmen gegen einen Aufpreis dazu gemietet werden.

Ein geländetauglicher Mietwagen mit ausreichend Bodenfreiheit, ein Dachzelt, gut gefüllte Vorräte und ein voller Dieseltank gehören zur Grundausstattung für einen Campingtrip durch Afrika.

Wichtig für Selbstfahrer im Damaraland ist zudem zu wissen, dass es bis auf den Dreh- und Angelpunkt Khorixas wenig Infrastruktur gibt. Schotterstraßen (die sogenannten Gravel Roads) sind hier der Normalfall, weshalb ein Mietauto mit ausreichend Bodenfreiheit sich empfiehlt. Wir waren mit einem Toyota Hilux von Asco Car Hire unterwegs und damit absolut zufrieden. Schotterstraßen bedeuten aber auch längere Fahrzeiten, weshalb du nicht nach Kilometern, sondern immer nach tatsächlicher Fahrzeit planen solltest. Wer weiter Richtung Palmwag, in noch abgelegenere Konzessionen oder ins Kaokoveld möchte, sollte je nach Strecke zudem auf ein Fahrzeug mit 4×4-Antrieb setzen. Pflicht sind außerdem Ersatzreifen und ein kleines Reperaturset im Auto, denn besonders in den entlegenen Gebieten kann man sich auf Mobilfunkempfang nicht immer verlassen. Auch Wasser und Lebensmittel solltest du vor deiner Reise ins Damaraland ausreichend besorgen.

Reisezeit- & Dauer

Das Damaraland ist mit 48.000 km² etwa so groß wie Niedersachen, nur dass dort deutlich weniger Menschen leben. Dass bedeutet lange Fahrzeiten – ich würde demnach mindestens 3-4 Tage volle Tage einplanen. Wer wenig Zeit hat und nur auf der Durchreise ist, kann in 2 Tagen sicher die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigen, wenn du aber wie wir auch Zeit für Safaris zu den Wüstenelefanten und entspannte Wanderungen zu den Felsmalereien einplanst, ist eine längere Reisedauer auf jeden Fall besser.

Als beste Reisezeit eignen sich vor allem die trockenen Monate von Mai bis Oktober. Besonders zwischen Juli und September sind die Temperaturen angenehm, es fällt kaum Regen und durch die zunehmend trockene Vegetation lassen sich Wildtiere an den wenigen verbliebenen Wasserstellen leichter beobachten. Wüstenelefanten halten sich dann besonders lange in nahrungsreichereren Gebieten auf, immerhin müssen sie bis zu 100 bis 200 Kilogramm Pflanzenmaterial pro Tag fressen. Übrigens deutlich weniger als die anderen afrikanischen Elefanten, da sie sich an das geringe Nahrungsangebot in der Wüste angepasst haben. Während afrikanische Elefanten im Caprivi-Zipfel oder im Etosha-Nationalpark fast täglich trinken müssen, kommen Wüstenelefanten im Notfall bis zu 3 oder 4 Tage ganz ohne Wasser aus. Besonders in der Trockenzeit versammeln sie sich in den Trockenflüssen, um dort Bäume und andere Pflanzen abzufressen. Und sie legen teilweise lange Strecken zu den verbliebenen Wasserlöchern zurück.

Unterkunfts- & Restauranttipps

Eine der größten Überraschungen im Damaraland waren für mich die hohen Preise im Vergleich zu den meisten anderen Gebieten Namibias. Zudem gibt es auf die große Fläche gesehen relativ wenig Unterkünfte. Vorbuchen ist daher vor allem in der Hochsaison notwendig. Ich finde es irgendwie etwas widersprüchlich in weitläufigen Ländern wie Namibia, wie man stundenlang durch absolute Einöde fahren kann, ohne jemandem zu begegnen. Dann aber in der nächsten Lodge plötzlich zahlreiche (oft deutschsprachige) Gäste rund um den großen Pool sitzen, der in einem so starken Kontrast zur sonst so trockenen Landschaft steht. Dabei ist Wasser im Damaraland eine besonders kostbare Ressource und zugleich der Wasserverbrauch touristischer Unterkünfte nicht unerheblich. Untersuchungen an Lodges in der Namib-Wüste zeigen beispielsweise einen Verbrauch von teilweise über 1.000 Litern Wasser pro Gast und Tag.

Wrap-Abend auf dem Campingplatz.

Übernachtet haben wir hier;

  • Twyfelfontein Elephant Drives & Campsite: Auf diesem neu gebauten Campingplatz verbrachten wir zwei Nächte und waren, abgesehen von einem Pärchen in der zweiten Nacht und einer grellorangefarbenen Schlange, die uns am ersten Abend beinahe über die Füße glitt, die einzigen Gäste. Ich versuche mir im Nachhinein übrigens einfach einzureden, dass es sich dabei nicht um eine Kapkobra, und damit die giftigste Kobra des afrikanischen Kontinents gehandelt hat. Der Campingplatz verfügt über einen (schlangenfreien) Pool, eine Bar, die allerdings zu unserer Reisezeit noch nicht in Betrieb war und es werden Safaris zu den Wüstenelefanten organisiert. Etwas überrascht waren meine Mama und ich, als unsere nachmittägliche Safari um 14 Uhr von einer älteren Damara-Frau geführt wurde. Einheimische Frauen sind in Namibia noch immer vergleichsweise selten in Guidepositionen anzutreffen. Sie wusste jedoch genau, wo wir uns positionieren mussten, und so standen wir schließlich mit dem Jeep an einer Stelle, an der eine Elefantenherde auf dem Weg zum Wasserloch ganz nah an uns vorbeizog. Die Preise fürs Camping beginnen bei 550 NAD/ Nacht und Person und für die Safaris bei 1.100 NAD.
Meine Mama und ich vor einem der Zelte der Brandberg White Lady Lodge.
  • Brandberg White Lady Lodge: Die White Lady Lodge zählt zu den bekanntesten Unterkünften im Damaraland und liegt am Fuße des Brandbergs. Während des namibischen Winters, insbesondere im Juni und Juli, dient die Lodge häufig als Ausgangspunkt für Bergsteiger, die sich hier auf die Besteigung des Königssteins vorbereiten oder sich am Pool von ihrer Tour erholen. Mit 2.573 Metern ist der zum Brandbergmassiv gehörende Gipfel der höchste Berg Namibias. Neben den klassischen Lodgezimmern bietet die Unterkunft Chalets, Zelte und abgelegene Stellplätze am Rande des Ugab-Flussbetts für Camper, vorausgesetzt, du findest dich auf dem riesigen Gelände zurecht. Stellplätze beginnen bei 220 NAD/ Nacht und Person.

Die Entwicklung der illegalen Jagd und Wilderei im Damaraland

Das Damaraland zählt zu den letzten Gebieten im südlichen Afrika, in denen Wildtiere außerhalb klassischer, staatlicher Schutzgebiete leben. Das ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits können sich die Tiere so vergleichsweise frei bewegen und werden nicht durch Zäune in ihren natürlichen Wanderbewegungen eingeschränkt. Andererseits gibt es dadurch auch keine streng bewachten und umzäunten Schutzgebiete oder Reservate. Wüstenelefanten, Spitzmaulnashörner, Wüstenlöwen und zahlreiche Huftiere wie Giraffen, Springböcke, Oryxantilopen und Kudus ziehen hier durch eine Landschaft, die gleichzeitig Lebensraum für die lokale Bevölkerung ist. Das führt immer wieder zu Konflikten, denn Elefanten können auf ihren nächtlichen Streifzügen Felder und Siedlungen schwer beschädigen, während Löwen Nutztiere reißen. Die Wildtierbestände des Damaralands und des angrenzenden Kaokovelds waren allerdings leider nicht immer so beständig und vielfältig wie heutzutage. Intensive Jagd, Wilderei und mehrere schwere Dürrejahre führten insbesondere in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren zu einem dramatischen Rückgang der Tierbestände. Die Wüstenelefanten waren besonders stark betroffen. Anfang der 1980er-Jahre wurden allein in den Einzugsgebieten von Ombonde, Uniab und Huab mehr als 80 Elefantenkadaver gefunden. Bei den meisten Tieren waren die Stoßzähne wegen des Elfenbeins entfernt worden. Für das gesamte nordwestliche Namibia wird geschätzt, dass die Elefantenpopulation innerhalb von zwölf Jahren von etwa 1.200 Tieren im Jahr 1970 auf weniger als 300 Tiere Anfang der 1980er-Jahre zurückging. 1983 wurden bei einer Untersuchung im Kaokoveld 357 lebende Elefanten und 123 Kadaver gezählt. Auch die Spitzmaulnashörner waren von der Wilderei betroffen. Ihre Bestände im nordwestlichen Namibia waren Anfang der 1980er-Jahre auf weniger als 50 Tiere gesunken. Die dramatische Situation führte 1982 schließlich zur Gründung des Save the Rhino Trust (SRT), der sich bis heute gemeinsam mit Menschen aus den lokalen Gemeinschaften für den Schutz der Spitzmaulnashörner einsetzt.

So war ich wirklich positiv überrascht von den zahlreichen weiteren Schutzorganisationen und Naturschutzinitiativen im Damaraland. Dank eines international beachteten, gemeinschaftsbasierten Schutzkonzepts konnten bei der Eindämmung der Wilderei große Erfolge erzielt werden. Die Integrated Rural Development and Nature Conservation (IRDNC) begann bereits Anfang der 1980er-Jahre gemeinsam mit den lokalen Gemeinschaften, verstärkt gegen die Wilderei vorzugehen. Einheimische wurden als Community Game Guards eingesetzt, die Wildtiere überwachten, Bestände dokumentierten und bei der Bekämpfung illegaler Jagd halfen. Dass diese Bemühungen Wirkung zeigen, lässt sich auch an den aktuellen Zahlen zur Nashornwilderei ablesen; Namibia verzeichnete 2024 noch 91 gewilderte Nashörner, 2025 waren es 43 und bis zum 1. Oktober 2026 bislang 24 Fälle. Damit ist die Zahl der gewilderten Nashörner in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Auch die Desert Lion Conservation Trust setzt sich für den Schutz der Wildtiere sowie der lokalen Conservancies ein. Sie bringen beispielsweise GPS-/Satellitenhalsbänder an Wüstenlöwen an, um deren Bewegungen zu verfolgen und Konflikte mit der lokalen Bevölkerung zu reduzieren. Für all die eben genannten Organisationen kannst du auf deren Webseiten spenden und ihnen so dabei helfen, dass sie sich weiterhin gegen Wilderei und illegale Fleischjagd einsetzen können. Sie entfernen unter anderem auch Schlingfallen für Antilopen, die im Damaraland ein anhaltendes Problem darstellen. Dürreperioden verschärfen diese Dynamik noch, da ländliche Gemeinden wirtschaftlich unter Druck geraten. Umso wichtiger sind lokale Initiativen, Dorfprojekte vor Ort und touristische Arbeitgeber, um den Menschen eine Perspektive und finanzielle Lebensgrundlage zu sichern.

Sehenswürdigkeiten des Damaralands

Je tiefer unser Roadtrip uns ins Damaraland führte, desto vielfältiger wurde auch die Landschaft. Wer von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fährt, sieht am Straßenrand, vor allem entlang der C35, jedoch auch immer wieder Kinder und Damara-Frauen mit leeren Wasserflaschen oder Kanistern, die den vorbeifahrenden Autos zuwinken und sie so zum Anhalten bewegen möchten. Hält man an, wird häufig nicht nur um Wasser, sondern auch um Essen oder Geld gebeten. Um die Spirale des Bettelns nicht noch zu unterstützen, empfiehlt es sich eher, auf organisierte Hilfsangebote zurückzugreifen, etwa durch den Kauf von Handwerkskunst in offiziellen Kulturprojekten wie dem Damara Living Museum oder Sachspenden wie Schulmaterial gezielt und nach Absprache mit lokalen Guides oder Einrichtungen mitzubringen.

Safari zu den Wüstenbewohnern

Fast alle Lodges und Campingplätze im Damaraland bieten auch Game Drives durch die umliegenden Landschaften an. Einige Anbieter haben sich dabei auf besondere Touren zu den seltenen Spitzmaulnashörnern oder den Wüstenelefanten spezialisiert, etwa weil sie mit Tierschutzorganisationen zusammenarbeiten, die einzelne Tiere per GPS tracken. Auf einer Safari durch das Damaraland kannst du aber auch zahlreiche andere Wildtiere beobachten. Mit sehr viel Glück erhascht du vielleicht einen der seltenen Wüstenlöwen, die zwischen Damaraland und Skeleton Coast leben. In den 1970er- und 1980er-Jahren galten die Wüstenlöwen in Teilen der Region sogar als ausgestorben, bevor in den 1990er-Jahren wieder Tiere nachgewiesen wurden. Schätzungen von 2015 zufolge sollen bis zu 180 Tiere wieder im Damaraland und Umkreis leben.

Rhino Tracking

Nirgendwo sonst leben heute so viele Spitzmaulnashörner (black rhinos) in freier Wildbahn, wie im südlichen Teil der Palmwag Concession im Damaraland. Rund 70 Prozent der namibischen Spitzmaulnashornpopulation sollen es sein. Ein wichtiger Grund dafür ist die jahrzehntelange Arbeit zum Schutz der Tiere durch den Save the Rhino Trust. Die Organisation arbeitet unter anderem mit dem Desert Rhino Camp und dem Palmwag Lodge & Camp (beide in Palmwag gelegen) zusammen. Dort werden in Kooperation mit SRT und den lokalen Gemeinschaften Tracking-Touren zu den wüstenangepassten Nashörnern angeboten. Auch das Ugab River Rhino Camp am Brandberg ist mit dem SRT verbunden und ermöglicht Reisenden Einblicke in die Arbeit zum Schutz der Tiere. Unser Campingplatz, der Twyfelfontein Elephant Drives & Campsite, bietet inzwischen ebenfalls Touren zu den Spitzmaulnashörnern an.

Nashörner sind in Namibia ebenso von illegaler Jagd betroffen, wie auch Antilopen und Zebras. Umso wichtiger ist ihr Schutz, wie hier im Reservat von Waterberg Wilderness.

Beim Rhino Tracking wird zunächst meist eine längere Strecke mit dem Jeep zurückgelegt, bevor man sich den Tieren zu Fuß nähert. Das Auto ist dabei notwendig, da sich die Nashörner in riesigen, ungezäunten Gebieten bewegen, in denen Nahrung und Wasser weit verstreut sind. In den trockenen Ebenen des westlichen Kunene kommt teilweise nur etwa ein Nashorn auf 100 km². Beim Tracking achten die Guides daher besonders darauf, die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Denn ein aufgeschrecktes Nashorn kann über weite Strecken fliehen und dabei wertvolle Energie und Wasserreserven verbrauchen.

Touren zu den Wüstenelefanten

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Wüstenelefanten des Damaralandes zu erleben; auf klassischen Game Drives wie wir sie unternommen haben, auf geführten Selbstfahrertouren etwa mit Elephant-Tours, je nach Region mit dem Mietwagen auf eigene Faust oder bei einer mehrtägigen Wüstenelefantentour mit Tracking im Ugab-Trockenflussbett mit Elephant-Human Relations Aid (EHRA). EHRA bietet außerdem mehrwöchige Volunteer-Aufenthalte an. Dabei helfen die Freiwilligen unter anderem den Rangern, die Elefanten und die lokale Bevölkerung zu schützen, etwa indem sie Schutzwände anlegen oder gemeinsam mit den Rangern die Tiere zählen und ihre Wanderrouten dokumentieren.

Die Gruppen der Wüstenelefanten fassen meist zwischen 7 und 10 Tiere.

Denn das Leben in den trockenen Flussläufen und Wüstenlandschaften des Damaralandes ist hart. Als wir zu unserer Tour unterwegs waren, kamen wir am Kadaver eines Elefantenkalbs vorbei. Unser Guide erzählte uns, dass seine Familie noch tagelang bei ihm geblieben war und die Mutter das tote Kalb sogar über mehrere Kilometer mit sich getragen hatte, bevor sie es schließlich zurückließ.

Felsmalereien im Damaraland

Völlig überrascht war ich davon, wie vielen Touristen wir bei den berühmten Felsmalereien im Damaraland begegneten. Kein Wunder, sie sind inzwischen wohl in absolut jedem Namibia-Reiseführer zu finden und gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region. Die Felskunst am Brandberg geht auf prähistorische Jäger-und-Sammler-Gruppen zurück und ist teilweise mehrere tausend Jahre alt. Zu den bekanntesten Darstellungen gehört die „White Lady“ am Brandberg, nach der die örtliche Lodge benannt ist. Sie befindet sich im Tsisab River Valley und ist Teil einer größeren Felskunststätte mit zahlreichen weiteren Darstellungen. Ihren Namen erhielt die Figur, weil sie lange als „weiße Frau“ interpretiert wurde. Heute gehen Forschende eher davon aus, dass es sich möglicherweise um eine männliche Figur oder einen Schamanen handeln könnte, abschließend geklärt ist ihre Identität jedoch nicht. Und das wird sie wohl auch nicht mehr, denn über die Jahre haben Besucher sie massivst beschädigt und übermalt. Auch die weiteren Malereien am Brandberg, darunter menschliche Figuren und Tiere sowie Szenen, die mit Jagd und rituellen Handlungen in Verbindung gebracht werden, wurden teilweise fast gänzlich zerstört. Insgesamt sind am Brandberg mehr als 43.000 Felsmalereien an rund 900 Fundstellen dokumentiert. Um die Fundstellen heute besser zu schützen, ist der Besuch der White Lady nur im Rahmen einer geführten Wanderung mit lokalen Guides möglich. Der Weg führt mehrere Kilometer durch das Tsisab River Valley und dauert je nach Tempo etwa eineinhalb bis zwei Stunden. Tickets kosten 250-270 NAD/ Person und können beim Brandberg Community Tourist Project direkt am Eingang gekauft werden.

Der Name Twyfelfontein bedeutet etwa „zweifelhafte Quelle“, was sich auf die Trockenheit der Region bezieht.

Die andere bekannte Stätte ist „Twyfelfontein“, eigentlich eher wegen seiner Felsgravuren als für Malereien. Dort gibt es ebenfalls rund 2.000 Darstellungen, darunter sehr gut erhaltene von Giraffen, Elefanten, Nashörnern und Vogelstraußen, sowie menschliche und tierische Fußspuren. Twyfelfontein bzw. Ui-//aes wurde 2007 als erstes UNESCO-Welterbe Namibias aufgenommen, inzwischen ist mit dem Namib-Sandmeer als einzige Küstenwüste der Welt noch eine weitere Welterbestätte hinzugekommen. Die Felskunst stammt von San-Jäger- und Sammlergruppen und reicht mehrere tausend Jahre zurück.

Sieht diese Felsformation bei Twyfelfontein nicht aus wie ein Hippo, welches das Maul aufreißt?

Die Darstellungen stehen vermutlich mit rituellen Praktiken in Verbindung und geben damit Einblicke in eine Welt, über deren Glaubensvorstellungen heute nur sehr bekannt ist. Der Zugang zu den Felsgravuren ist ebenfalls nur mit einem örtlichen Guide möglich. Tickets kosten 270 NAD pro Person und können zwischen 08:00 und 17:00 Uhr am Eingang gekauft werden. Ebenso wie bei der White Lady sind die Kosten für den Guide bereits im Eintrittspreis mitinbegriffen.

Geologische Besonderheiten erkunden

Das Damaraland ist voller geologischer Besonderheiten. Kein Wunder, denn viele der Gesteine dort sind mehrere Milliarden Jahre alt. Vor allem in der Region des Brandbergs finden sich zudem vulkanische Gesteine und zahlreiche mineralische Vorkommen, darunter Quarz, Kupfer, Uran und verschiedene Erze. Viele dieser ungewöhnlichen Landschaften haben wir auf unserem Roadtrip einfach ganz zufällig am Straßenrand entdeckt, andere sind ausgeschildert. Dazu zählen auch die „Organ Pipes“, nahezu senkrechte Basaltsäulen unweit von Twyfelfontein. Übersetzt bedeuten sie Orgelpfeifen und entstanden vor etwa 120 bis 130 Millionen Jahren, als heißes Magma in bereits vorhandene Gesteinsschichten eindrang und dort unter der Erdoberfläche erstarrte. Beim Abkühlen zog sich das Gestein zusammen und bildete die typischen senkrechten Risse und Säulen. Erst durch die spätere Erosion wurden diese Strukturen freigelegt.

Wie Orgelpfeifen ragen die bis zu fünf Meter hohen Doleritsäulen aus dem trockenen Flussbett.

Sie entstanden nicht direkt durch einen Vulkanausbruch an der Oberfläche, sondern durch Magma, das unterirdisch in ältere Gesteinsschichten eindrang. Der Eintritt kostet 250 NAD und einen Guide brauchst du dafür diesmal nicht.

Zwischen den versteinerten Bäumen wachsen die uralten Welwitschia Pflanzen.

Ebenfalls kostenpflichtig, aber auch sehenswert ist ein Besuch des „Petrified Forest“, einem über 280 Millionen Jahre alten versteinerten Wald. Der Name kann dabei etwas in die Irre führen, denn es handelt sich nicht um einen tatsächlichen Wald, sondern um eine Ansammlung großer auf dem Boden liegender Baumstämme. Die Stämme wurden vermutlich während einer Zeit großer Überschwemmungen durch gewaltige Wassermassen in die Region transportiert und schließlich unter Schlamm und Sedimenten begraben. Im Laufe von Millionen Jahren wurden die organischen Bestandteile des Holzes durch Mineralien ersetzt und die Baumstämme dadurch versteinert. Auf dem Gelände liegen heute rund 50 bis 60 solcher Stämme auf einem Areal von etwa 300 × 800 Metern. Die längsten sollen bis zu 40 oder 45 Meter messen. An einigen lassen sich sogar noch die Jahresringe erkennen. Zwischen den versteinerten Baumstämmen wachsen außerdem Welwitschien, die selbst mehrere hundert Jahre, teilweise sogar über tausend Jahre alt werden können. Die außergewöhnlichen Pflanzen sind endemisch und kommen wild ausschließlich in der Namib vor. Der Besuch des Petrified Forest ist nur mit einem örtlichen Guide möglich und kostet 270 NAD pro Person.

Wandern in den Bergen und Gebirgszügen

Das Damaraland ist ein echtes Paradies für Wanderer und Bergsteiger in Namibia. Streng genommen liegt das Gebirgsmassiv des Brandbergs zwar am Übergang zwischen Damaraland und Kaokoveld, offiziell wird es jedoch ersterem zugerechnet. Hier befindet sich mit dem Königstein auf 2.573 Metern der höchste Gipfel Namibias. Einen hohen Wiedererkennungswert haben auch die Twyfelfontein-Berge mit ihren markanten rötlichen Sandsteinformationen. Im südöstlichen Teil des Damaralands liegt das Erongo-Gebirge, zu dem auch die berühmte Spitzkoppe gehört. Zwar überschneidet sich das Erongo-Gebirge geografisch nur teilweise mit dem Damaraland bzw. angrenzenden Regionen, der Übersicht halber ordne ich es hier dennoch ersterem zu. Das Gebirge ist nicht nur zum Wandern, sondern vor allem auch zum Klettern beliebt, insbesondere rund um den Hohenstein und die großen Granitdome. Die Spitzkoppe ist eine der markantesten Granitformationen der Region und erreicht mit ihrem höchsten Punkt 1.728 Meter. Aufgrund ihrer charakteristischen Form trägt sie den Spitznamen des „Matterhorns Namibias“. Lohnenswert ist hier unter anderem die Wanderung zum Rock Arch, einem beeindruckenden natürlichen Felsbogen. Weitere markante Berglandschaften im Damaraland sind der Grootberg und der Grootberg Pass, die Huab-Berge und die Dorè-Berge.

Blick auf den Brandberg von der White Lady Lodge.

Wandern kannst du hier eigentlich fast überall. Auf eigene Faust sollte man aufgrund der Hitze, der sehr begrenzten Wasserquellen, fehlender Wegmarkierungen und der (zum Glück) wieder zunehmenden Population an Wüstenlöwen und anderen Wildtieren nicht einfach so losziehen. Touristisch gut erschlossene Gebiete wie die Spitzkoppe sind teilweise ausgeschildert, anderswo sieht das jedoch ganz anders aus. Anbieter für Touren durch das Damaraland sind:

  • African Reservations vermittelt eine 3-tägige Brandberg-Wanderung mit Königstein-Besteigung.
  • Wild Cherry Adventures führt 9-tägige Touren auf und rund um den Brandberg durch.
  • Top Mountain Tours hat ebenfalls eine spezielle 6-tägige Bergsteigerreise „Spitzkoppe und Königstein“ im Programm.
  • Etendeka Hiking Trails bietet eine 3- oder 4-tägige geführte Wanderung durch die Etendeka-Region am Grootberg, also eine richtige Mehrtagestour mit Übernachtungen unter freiem Himmel, was ich besonders spannend finde. Diese Region ist zudem nur für Besucher des Camps überhaupt zugänglich.
  • Climb Away zählt zu den bekanntesten Anbietern für Klettertouren an der Spitzkoppe, inklusive Mehrseillängen und einer zweitägigen Spitzkoppe-Summit-Tour.
  • Desert Dive Namibia richtet sich ausdrücklich an Outdoor-Reisende und bietet individuell anpassbare Hiking- und Climbing-Touren, unter anderem durch Erongo und Etendeka, aber auch in anderen Teilen Namibias.
  • Mehr-Namibia vermittelt ebenfalls eine mehrtägige Wandertour durch Etendeka mit Nächten unterm freiem Himmel.

Einen weiteren Berg wollte ich dir übrigens nicht vorenthalten, nämlich den „Burnt Mountain“. Dabei handelt es sich um einen Berg mit ungewöhnlichen Farben, der auf der Farm Verbrandeberg liegt und für Besucher frei zugänglich ist. Durch sein auffällig dunkles, teilweise rötlich-violettes Gestein sieht es tatsächlich so aus, als wäre der Berg verbrannt. Die Ursache dafür liegt Millionen Jahre zurück. Vor rund 200 bis 280 Millionen Jahren lagerten sich hier Sedimente ab. Später drang heißes Magma in diese Gesteinsschichten ein und erhitzte sie auf extreme Temperaturen. Dadurch wurden die Sedimente stark verändert und das enthaltene organische Material verbrannt bzw. umgewandelt.

Wie die Überreste eines längst erloschenen Vulkans wirken die Berghänge des Brandbergs.

Zurück blieb das heute so auffällig dunkle Gestein, dessen Farben durch verschiedene Mineralien noch verstärkt werden. Der Burnt Mountain liegt recht nahe an der Straße und den Organ Pipes, und für den Besuch war kein weiteres Ticket notwendig.

Abstecher zur Vingerklip

Die Vingerklip („Fingerfels“) ist eine etwa 35 Meter hohe, säulenförmige Felsformation im Ugab-Tal zwischen Khorixas und Outjo. Sie steht auf einem schmalen Sockel und erinnert tatsächlich an einen riesigen Finger, der aus der Landschaft ragt. Jetzt, wo sich dieser Artikel sowieso schon so viel mit Gesteinen beschäftigt, muss ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass die Vingerklip geologisch gesehen ein Erosionsrest ist. Vor Millionen Jahren lagerten sich hier Sedimentschichten ab, die im Laufe der Zeit durch Wasser und Wind abgetragen wurden. Während das weichere Gestein nach und nach verschwand, blieb eine härtere Gesteinsschicht bestehen und schützte das darunterliegende Material teilweise vor weiterer Erosion. So entstand schließlich der heute so steil aufragende Fels.

Wie ein steinerner Finger ragt die Vingerklip aus der sonst so flachen Landschaft empor.

Um die Vingerklip zu erreichen, biegst du auf der D2743 irgendwann auf das Gelände der Vingerklip Lodge ab. An einem Schalter zahlst du 15 NAD, fährst anschließend weiter und erreichst einen guten Aussichtspunkt auf die Felsformation. Von hier aus kannst du noch weiterfahren und das Gelände zu Fuß erkunden.

Besuch eines Living Museums/ traditionellen Damara-Dorfs

Die Sache mit den afrikanischen Dörfern … Nachdem ich bereits in einem Massai-Dorf in Kenia einst gelernt hatte, mit Holz und Steinen ein Feuer zu entzünden, mir in einem weiteren einheimischen Dorf eine Musikshow vorgeführt wurde und ich während meiner Reise durch den Caprivi gleich zweimal die „Sensation“ eines ganzen Dorfes war, weil ich diese als Living Museum ausgewiesenen Dörfer als alleinreisende Frau besuchte, fehlte mir ehrlich gesagt etwas die Lust, auch noch ein Living Museum der Damara aufzusuchen. Daher basieren meine Empfehlungen hierzu ausschließlich auf Internetrecherchen. An sich finde ich das Prinzip sogenannter Living Museen nämlich wirklich gut. Menschen werden hier nicht einfach wie Tiere ausgestellt und Einheimische nicht dauerhaft durch die Anwesenheit von Touristen gestört. Denn bei einem Living Museum handelt es sich nicht um eine historisch erhaltene Siedlung, in der die Menschen dauerhaft leben. Vielmehr kommen die Bewohner für ihre Arbeit ins Living Museum und kehren anschließend wieder in ihre eigentlichen Dörfer zurück. Durch Eintrittsgelder und den Verkauf von Kunsthandwerk können sie dabei direkt vom Tourismus profitieren.

Besonders die Damara sind eine interessante Bevölkerungsgruppe. Einige meiner Damara-Kollegen auf der Düsternbrook Guestfarm, auf der ich 3 Monate arbeitete, versuchten mir ihre ausgesprochen schwierige Sprache Khoekhoegowab mit den charakteristischen Klicklauten beizubringen. Die Sprache gehört heute zu den offiziell anerkannten Nationalsprachen Namibias. Ich muss wohl kaum erwähnen, dass ich kläglich gescheitert bin.

Wer die Damara-Kultur kennenlernen möchte, ohne sich dabei wie ein lästiger Eindringling oder Zuschauer einer eigens für Touristen aufgeführten Show zu fühlen, findet hier einige gute Adressen. Sie geben Einblicke in traditionelle Handwerkstechniken, Musik, Tänze, Jagdmethoden und den früheren Alltag der Volksgruppe:

  • Das Damara Living Museum etwa 10 km nördlich von Twyfelfontein vermittelt Einblicke in das traditionelle Dorfleben der Damara, von Schmiedekunst über Lederverarbeitung und Schmuckherstellung bis hin zu einer kleinen kulturellen Darbietung mit Tanz und Gesang. Zudem kann ein Bush Walk unternommen werden, auf dem die Mitarbeiter des Museums den Gästen zeigen, welche Pflanzen traditionell für Nahrung, Medizin und Parfum gesammelt wurden und wie Fallen gebaut bzw. früher gejagt wurde. Betrieben wird das Museum durch die Living Culture Foundation Namibia (LCFN).
  • Im Anmire Cultural Village in Khowarib am Hoanib River können Besucher ebenfalls in die Damarakultur eintauchen und mehr über Pflanzenwissen, Medizin, die Kunst des Feuer machens und die Lehre der Jagd lernen. Das Dorf wurde von einer Damara aus Khowarib gemeinsam mit Mitgliedern der lokalen Gemeinschaft aufgebaut und wird auch weiterhin von ihnen betrieben.
  • Die Damara Cultural Tour der Grootberg Lodge führt dich in lokale Damara-Homesteads und ein Conservancy-Büro, wo Besucher mehr darüber erfahren, wie die lokale Gemeinschaft vom Tourismus profitiert. Die Tour beinhaltet auch einen Besuch der Erwee Primary School.

Fazit

Wenn es einen Ort in Namibia gibt, den ich noch als echten Geheimtipp in Sachen Safaris empfinde, dann ist es das Damaraland. Zwar sind die Lodges rund um den Brandberg und die Stätten der Felsmalereien und -gravuren touristisch gut besucht, dahinter erstreckt sich jedoch eine Landschaft, die für Namibia einzigartig ist. Ausgetrocknete Flussbetten schlängeln sich entlang zerklüfteter Bergketten und Tafelberge, während einzelne Mopane-Bäume den Wüstenelefanten, Spitzmaulnashörnern, Springböcken und anderen Wüstentieren etwas Schutz vor der sengenden Hitze bieten. Dabei haben sich Tiere und Menschen längst an die extremen Bedingungen der Wüste angepasst. Die Damara sind eng mit ihrem Land verbunden, und umgekehrt, wie es für viele der Volksgruppen Namibias typisch ist.

Überrascht hat mich vor allem, wie leer die sandigen Straßen und wie voll im Kontrast dazu die Unterkünfte im Damaraland waren. Vielleicht liegt das auch an der sehr begrenzten Infrastruktur? Auf die vergleichsweise hohen Preise war ich jedenfalls ebenso wenig vorbereitet wie darauf, dass nahezu jede noch so kleine touristische Sehenswürdigkeit Eintritt kostet. Andererseits schafft der Tourismus dadurch auch wichtige Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung, etwa im Ticketverkauf, als Parkplatzwächter oder Guides. Viele Menschen aus den Conservancies sind zudem selbst in den Naturschutz eingebunden und arbeiten beispielsweise bei der Bekämpfung illegaler Jagd und Wilderei mit. Dafür setzen sich im Damaraland erstaunlich viele Naturschutzorganisationen und lokale Initiativen ein. Die IRDNC hat dabei den wohl wichtigsten Grundsatz geprägt: Wildlife is the goal. Und das gilt für alle von uns, ob Damara oder Tourist…

… damit die Elefantenkids des Damaralands auch weiterhin so glücklich aufwachsen können.

Wenn du diesen Artikel liest, befinde ich mich bereits auf dem Weg nach Süden in Richtung Marokko, mit voll bepacktem Auto (was vor allem am Fahrrad liegt) und mit all den Erinnerungen ans Damaraland im Herzen. Ab jetzt gibt es wieder pünktlich jeden zweiten Sonntag einen neuen Blogbeitrag.

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Hi, ich bin Nadine, 28 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer 8-monatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Gemeinsam mit meinem Hund Gismo war ich auf zahlreichen Roadtrips durch Europa bis nach Nordafrika unterwegs. Nach seinem Tod reise ich nun wieder viel mit dem Backpack durch ferne Länder. Hier auf meinem Blog Horseshoe Travel verbinde ich meine beiden großen Leidenschaften: das Reisen und das Reiten – und das schon seit 2016!

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