Willkommen zurück! So sehr ich mich während der letzten 10 Jahre des Reisebloggen stets bemüht habe, up to date zu bleiben und pünktlich jeden zweiten Sonntag im Monat einen neuen Artikel zu veröffentlichen, es gab Phasen, da hat es einfach nicht geklappt. Gerade komme ich aus genau so einer Phase, in der so viel los war, weshalb der Blog seit dem letzten Artikel Anfang August so still blieb. Dabei habe ich nicht aufgehört zu reisen – nur aufgehört darüber zu schreiben. Und dafür gab es verschiedene Gründe; Uni, Arbeit, Familie, die Pferde oder einfach das Reisen selbst haben mich die letzten Jahre immer mal wieder zu einer Pause gezwungen. Natürlich hätte ich mir dann auch zwanghaft irgendetwas aus den Fingern saugen können, aber so möchte ich Horseshoe Travel nicht betreiben. Hinter jedem Artikel steckt so viel Wissen, Hingabe und Erlebtes, das ich nicht möchte, dass die Qualität leidet. Gerade in der schnelllebigen Zeit von Social Media, in der Beiträge möglichst kurz und aufmerksamkeitserhaschend sein müssen, wie nur irgendwie möglich, um sich irgendwie von der Masse abzuheben, genieße ich es, lange Artikel zu schreiben, die auch mal mehr als eine Stunde Lesezeit mit sich bringen.
Denn genau das ist für mich der Sinn hinter diesem Blog. Nicht einfach nur möglichst schnell den nächsten Beitrag rauszuhauen, sondern Geschichten zu erzählen, von Orten zu berichten, an denen ich tatsächlich gelebt habe oder hingereist bin, und meine Erfahrungen so ehrlich wie möglich weiterzugeben. Und manchmal bedeutet das eben auch, dass es hier für eine Weile still wird. Jetzt bin ich aber wieder da. Und tatsächlich gibt es einiges nachzuholen.
Die Gründe hinter 2 Monaten Blogpause
Wenn du mir auf meinen Social Media-Kanälen folgst (falls nicht, solltest du das unbedingt nachholen, um nichts mehr zu verpassen), hast du anhand des regelmäßigen Island-Spams sicher mitbekommen, dass ich den Sommer über auf einer Pferdefarm als Guide gearbeitet habe. Fotos von bunten Islandpferden, rauen Vulkanlandschaften, schwarzen Stränden und wunderschönen Polarlichtern haben dieses Jahr meine Instagram-Highlights und Posts dominiert und werden bald natürlich auch auf Horseshoe Travel zu sehen sein. Neben dem täglichen Reiten habe ich dieses Jahr allerdings auch noch meine Masterarbeit zu Ende gebracht. Und zu einem gewissen Zeitpunkt diesen Sommer wirklich Tag und Nacht neben der Arbeit. Aufgrund dieses immensen Drucks, die Thesis und damit das Double Degree an meinen beiden Universitäten in Deutschland und der Slowakei fertigzubekommen, und einem Vollzeitjob mit so einigen Überstunden, wie es in der Hochsaison im Tourismus ja nicht gerade unüblich ist, ist Horseshoe Travel leider ziemlich auf der Strecke geblieben. Wie es übrigens zu dem Doppelschluss an zwei Universitäten in verschiedenen Ländern kam, kannst du hier nachlesen; Studieren in der Slowakei: Mein Auslandssemester in Banská Bystrica.

Nicht weil ich nicht weiter Bloggen wollte, sondern weil ich schlichtweg nicht konnte. Meine Arbeitstage begannen teilweise morgens um 5 oder 6 Uhr und endeten gegen 17 oder 18 Uhr. Oder, wenn wir auf einem Mehrtagesritt waren, eigentlich gar nicht, bis die Tour vorbei war. Nach dem Abendessen folgte meist das Schreiben an der Masterarbeit, bis ich irgendwann einfach nur noch völlig k.o. ins Bett gefallen bin. Natürlich hätte ich es mir während dieser Zeit auch einfach leicht machen können und Beiträge mit KI generieren lassen können. Immerhin nutzte ich ChatGPT, Gemini & Co. ja ohnehin regelmäßig als Unterstützung bei Formulierungen für meine Thesis. Aber ich weiß nicht wie es dir geht – ich sehe in den letzten Wochen unglaublich viele KI-generierte Poster, Beiträge und Fotos im Netz. Und man muss nicht so wie ich eine Grafikerin als Mutter haben, um zu erkennen, das diese KI-generiert sind. Und genau das möchte ich hier auf dem Blog auf keinen Fall. Denn Horseshoe Travel soll weiterhin von meinen eigenen Erlebnissen leben. Von Orten, an denen ich tatsächlich war, von Erfahrungen, die ich selbst gemacht habe, und von Geschichten, die ich selbst erzählen möchte. Es soll echt und authentisch bleiben. Dafür muss ein Artikel dann eben manchmal ein bisschen länger auf sich warten lassen.
Die Herausforderungen eines Reiseblogs in Zeiten von KI & Influencern
Wie ich bereits in meinem letzten Artikel Happy Birthday Horseshoe Travel: Ein ganz persönlicher Artikel zum 10-jährigen Blog- Jubiläum angesprochen habe, empfinde ich es als immer schwieriger, sich in der Welt aus Reisebloggern und Influencern abzuheben. Etwas anderes, etwas Individuelles zu kreieren mit einem Blog. Die besten Sehenswürdigkeiten eines Orts lassen sich inzwischen mit nur ein bis Klicks abrufen. Dazu kommen wunderschöne Aufnahmen von Hotels, Restaurants und Aktivitätsanbietern aus bezahlten Influencer-Shootings. Oft genug war ich sogar diejenige, die genau diese Shootings betreute. Glaub daher nicht alles, was du in der Reiseinfluencer-Szene auf Social Media siehst! Besonders nicht mehr in Zeiten von künstlicher Intelligenz. Blogger, die mit dem perfekten Kameraequipment um die Welt reisen, um in höchster Auflösung vor Ort zu vloggen, zu bloggen und jeden Ort und jeden Moment festzuhalten.

Und ich habe mich oft gefragt, kann ich mit Horseshoe Travel da überhaupt mithalten? Muss ich es überhaupt? Mit Fotos, die ich mit meiner kleinen SONY Digitalkamera und meinem iPhone aufnehme, ohne Stativ, ohne perfekte Belichtung. Ohne ein Team, das sich um IT und Textverfassung kümmert, wie es bei vielen großen Reiseblogs inzwischen der Fall ist. Ohne einen Account auf sämtlichen Social-Media-Plattformen, sondern nur mit dem regelmäßigen Posten von Fotos, Videos und Erfahrungsberichten auf Instagram. Ohne perfektes SEO und endlose Keyword-Recherche, sondern mit Artikeln, die ich vor meinen eigenen Reisen gerne gelesen hätte. Artikel, die ich als alleinreisende Frau wirklich gebraucht hätte. Und noch immer brauche. Vielleicht ist ja genau das der Punkt. Solange es Leser gibt, die sich genau dafür interessieren, für echte Geschichten, für das Leben im Ausland, für Roadtrips an Orte, an die sonst wohl kaum jemand sein eigenes Auto mitnimmt, für Erfahrungsberichte, die manchmal so kurios sind, dass ich mich tatsächlich frage, ob ich nicht besser ein Buch anstelle eines Reiseblogs schreiben sollte, geht es hier auch weiter. Wenn auch ab und an mal mit einer Pause, so wie diesen Sommer.
I’m back
Manchmal gibt es Reisen und Lebensabschnitte, bei denen man erstmal mittendrin sein möchte. Die man erst einmal erleben möchte, bevor man über diese schreibt. So ist es auf jeden Fall auch mit Island. Aber jetzt bin ich wieder zurück! Zwar nur für wenige Wochen in Deutschland, aber zurück auf Horseshoe Travel. Letzte Woche bin ich mit der Fähre wieder in Hirtshals angekommen und nach einigen Tagen mit meiner Mama in Hamburg schließlich in meine Heimatstadt Köln zurückgekehrt. Jetzt genieße ich einfach mal die Zeit daheim mit meiner Familie, bevor es für mich Mitte Oktober für zwei Monate nach Marokko geht. Unzählige Fotos, Erlebnisse und eine lange Liste an Geschichten warten bereits darauf, erzählt zu werden. Und bevor ich mich wieder ganz in Island verliere, geht es hier inhaltlich erst einmal zurück nach Namibia. Denn es stehen noch einige Artikel aus, u. a. übers Damaraland, über die perfekte Safari-Packliste oder wie es wirklich ist, allein als Frau in Afrika unterwegs zu sein.

Auch über meine Reise nach Thailand und zurück in mein asiatisches Zuhause Vang Vieng, ebenso über ein Uni-Projekt im österreichischen Ötztal und natürlich über Island und meine geliebten Faröer Inseln. Außerdem möchte ich die Marokko-Blogreihe während meiner Zeit in Essaouira unbedingt überarbeiten. Es gibt also einiges nachzuholen. Und gibt es einen besseren Zeitpunkt, wieder gemütlich auf der Couch zu sitzen und sich für die nächste Reise inspirieren zu lassen, als jetzt im Herbst? Also: Willkommen zurück bei Horseshoe Travel! 🤎
Falls du noch Themenvorschläge, Wünsche oder Ideen hast, über die du hier auf Horseshoe Travel gerne mehr lesen würdest, dann melde dich jederzeit gerne unter diesem Artikel oder über das Kontaktformular. Ich freue mich immer über Nachrichten, Anregungen und natürlich auch darüber zu erfahren, was euch besonders interessiert.
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