Kenia: Ein Reisebericht über das Land von Hakuna Matata

Aufregende Safari-Abenteuer, enttäuschende Massai-Begegnungen und Surfen lernen im Indischen Ozean.

 

Einmal in einem schaukelnden Safaribus durch die staubige Steppe fahren, unter sternenklarem Himmel das kenianische Tusker Bier genießen oder den hartnäckigen Händlern erklären, dass man keinen Koffer voller Holzelefanten mit in den Flieger nehmen kann. Das ist Afrika, sowie ich es kennen und lieben gelernt habe.

 

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Affe am Diani Beach

 Das afrikanische Leben

Afrika ist unglaublich und unvergleichbar. Das erste, was ich lernte, als ich in Kenia ankam, waren die Worte „Pole Pole“ (Langsam, Langsam) und „Hakuna Matata“, die mir zwar aus dem „König der Löwen“ bekannt waren, deren wahre Bedeutung mir jedoch erst in Afrika so richtig klar wurde. Denn hier herrscht eine andere Mentalität als in Deutschland. Man lässt es gerne langsam angehen und geht mit Situationen deutlich entspannter um. Als wir zum Beispiel einen Ausflug auf einen kenianischen Markt machten, bretterte direkt neben uns ein Motorrad in einen Stand mit Bananen. Sofort eilten einige Kenianer herbei und halfen dem Motorradfahrer aus den Bananenkisten heraus, während wir völlig verdattert da standen. Schon war der junge Motorradfahrer wieder auf den Beinen und fuhr im Slalom zwischen den Ständen davon.

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Markt in Kenia

Diese Lockerheit vermisse ich in Deutschland, wo es fast schon dazugehört, gestresst zu sein. Als wir eine Schule besuchten und den Elternrat auf Baumstämmen in einem Halbkreis zusammen sitzen und über die Zukunft der Schüler diskutieren sahen, nahm ich mir unweigerlich vor, etwas von dieser entspannten Mentalität der Kenianer mit nachhause zu nehmen.

Serengeti, Masai Mara und der Tsavo-Nationalpark 🐵 🦁 🐃 🐘 🐊

In Kenia kommt jeder Naturliebhaber auf seine Kosten. Ob auf Grzimeks Spuren durch die nördlichen Ausläufer der Serengeti, die unglaublichen Tierwanderungen der Masai Mara oder auf Safari im größten kenianischen Nationalpark, dem Tsavo-Nationalpark, welcher in Tsavo-Ost und Tsavo-West eingeteilt ist. Eine Safari ist ein unglaubliches Erlebnis, dass man nie mehr vergisst.

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Safari durch den Tsavo- Nationalpark

Unsere Safari führte uns durch Tsavo-Ost und Tsavo-West, wo wir Hyänen auf der Morgenpirsch, Löwenbabys auf den Game Drives am Nachmittag, oder Zebra- und Gnuherden in der untergehenden afrikanischen Abendsonne sehen durften. Für mich war auch die zehnte Giraffe oder der gefühlt hundertste Affenbrotbaum auf unserer Safari einzigartig und ein Foto wert.

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Safari im Tsavo-Nationalpark

Besuch im Massai Dorf

Auf dem Rückweg unserer viertägigen Safari, entschieden wir uns noch für den Besuch in einem Massai-Dorf. Im Nachhinein bereue ich es sehr, dass wir ein Dorf an der Schnellstraße wählten und kann jedem, der ein authentisches Massai-Dorf erleben will, nur raten, keines, der an den Hauptrouten der Nationalparks liegenden Dörfer zu besichtigen, sondern stattdessen eines in der Massai-Steppe zu wählen oder sich vor Ort bei den Locals zu informieren.

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Die Massai

Der Massai empfing  uns wie ein professioneller Touristenführer. Er verlangte Eintrittsgelder und nach einer etwa zehn minütigen Führung durch das Dorf, wollte er uns das Stöckchen, mit dem er uns zuvor gezeigt hatte, wie die Massai Feuer machten, verkaufen. Wir lehnten dankend ab und schauten uns stattdessen den traditionellen springenden Tanz der jungen Massai-Männer an. Am Ende der Führung wurden wir zu den Tischen der Massai-Frauen geführt, mit ihren selbst geflochtenen Armbändern, Ketten und Tüchern. Während unseres Besuchs im Massai-Dorf, begegneten uns oft missbilligende Blicke, besonders von einigen Frauen und ich fragte mich, wie sie wohl zu den Touristen, die ihr Dorf besuchten, standen. Natürlich sind diese eine Einnahmequelle, doch bin ich mir nicht sicher, ob alle Massai dies gut heißen.

Weiße Strände und türkis blaues Wasser

Auch das ist Afrika, weiße menschenleere Strände, die man einzig mit einigen aufdringlichen Affen und Strandverkäufern teilen muss, türkis farbiges Meer und Sonnenuntergänge, wie gemalt.

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Windsurfen im Indischen Ozean

Wir waren am Diani Beach, wo ich Kamelreiten und Windsurfen lernte. Nachdem an meinem ersten Tag auf dem Surfbrett eine riesige Qualle unter mir her schwamm, war ich seit diesem Erlebnis sehr darauf bedacht, ja nicht ins Wasser zu fallen. Der Gezeiten Wechsel ermöglichte uns tolle Wattwanderungen, auf denen wir Seeschlangen, bunte Fische und Korallen bewundern durften. Aufgrund der hohen Anzahl von Seeigeln, empfehle ich jedoch jedem, Wasserschuhe zu tragen.

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Kamel Nelson

Wir machten eine Schnorchelsafari im Kisite Marine Nationalpark, auf der wir Delfine, Tintenfische, Schildkröten und Fische in allen Formen und Größen sahen. Das ich auf dem Boot seekrank wurde, hemmte meine Begeisterung für die Natur zugegebenermaßen ein wenig, doch es war trotzdem ein tolles Erlebnis.

Fazit

Unsere Reise nach Kenia war für mich die erste außerhalb Europas und daher auch etwas ganz besonderes. Reiseführer lesen und Internet-Recherchen steigern zwar die Vorfreude und Reiselust, bereiten dich jedoch nicht auf Affen im Hotelzimmer oder anhängliche Strandverkäufer vor, und das ist eigentlich auch gut so, denn wo bliebe sonst das Abenteuer? Als wir schließlich aus Kenia zurückkamen, mit vielen neuen Vorsätzen und doch einigen geschnitzten Holztieren im Gepäck, holte mich die Realität in Deutschland recht schnell wieder ein. Ich musste mein Abi machen und ging wieder in den typischen deutschen Alltagstrott über. Trotz allem blicke ich immer wieder gerne auf unsere Keniareise zurück, auf ein Land, mit unglaublicher Natur und Menschen, die voller Herzlichkeit sind. Menschen, die jedem neuen Besucher den wahren Sinn von „Hakuna Matata“ lehren.

 

Veröffentlicht von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Im September 2016 bin ich auf Weltreise gestartet, auf der du mich auf meinem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Tauchen und tierfreundliches Reisen.

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