Abseits der touristischen Pfade im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark

Der Nationalpark Cheile Nerei-Beușnița liegt zwischen zwei Gebirgen im Südwesten Rumäniens und ist noch ein echter Geheimtipp. Die beeindruckenden Nera-Schluchten mit ihren zahlreichen Quellen, den Kalkstein-Wasserfällen und den bezaubernden Naturseen, machen den Reiz dieser wenig besuchten Region aus. Der Nationalpark steht aufgrund seiner einzigartigen Karstformationen und den Jahrhunderte alten Buchenwäldern heute besonders unter Schutz. Im Jahre 2000 wurde der Cheile Nerei-Beușnița von der Weltnaturschutzunion IUCN als Schutzgebiet der Kategorie II (Nationalpark) anerkannt und seit 2017 gehören über 4000 ha des Parks zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Reiseinformationen

Der Nationalpark Cheile Nerei-Beușnița liegt im Kreis Caraș-Severin und umfasst den südlichen Teil des Anina-Gebirges und den nördlichen Teil des Locva-Gebirges. Im Süden grenzt der Nationalpark an den Naturpark Eisernes Tor, einem der schönsten Flussabschnitte der Donau, an der Grenze von Rumänien und Serbien. Im Norden des Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark befindet sich der Nationalpark Semenic. Insgesamt umfasst der Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark eine Fläche von 36.364,8 ha und ist in sechs Reservate eingeteilt: Das Naturschutzgebiet Cheile Nerei Beuşniţa, das Valea Ciclovei – Ilidia, Ducin, Izvorul Bigăr, die Susara-Schlucht und Liciovacea. Die höchste Erhebung des Parks ist der Leordis Gipfel mit 1.116 Metern Höhe. Der Eintritt in den Nationalpark kostet fünf Lei, umgerechnet etwa einen Euro. Weitere Informationen zum Schutzgebiet Cheile Nerei Beuşniţa findest du auf der offiziellen Webseite; cheilenereibeusnita.ro.

Du erreichst den Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark über die Nationalstraße DN57B. Ohne eigenes Auto bzw. Mietwagen bist du jedoch ziemlich aufgeschmissen, denn öffentliche Verkehrsmittel verkehren hier so gut wie gar nicht. Die nächste größere Stadt und häufig Ausgangspunkt für einen Besuch im Nationalpark ist Timișoara in Westrumänien. Aufgrund seines Status als Schutzgebiet befinden sich wenige Unterkünfte direkt im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark, sondern in den angrenzenden Dörfern. Wenn du für einige Tage in einem solchen Dorf unterkommst, erlebst du das „wahre“ Leben im traditionellen Südwesten Rumäniens.

Eine Katzenfamilie besuchte uns täglich in unserem Apartment im kleinen Dorf Socolari

So kamen meine beste Freundin, die mich einige Tage auf meinem Roadtrip durch Rumänien begleitete, und ich in einem hundefreundlichen Apartment im beschaulichen Dorf Socolari, direkt am Rande des Nationalparks, unter. In Socolari gibt es ein keine befestigen Straßen, dafür ein Magazin, also einen typischen rumänischen Dorfladen, indem du dich mit Lebens- und weiteren Bedarfsmitteln ausstatten kannst, einige wenige kleine Häuser, deren Bewohner von Landwirtschaft leben und im Nachbardorf Potok befindet sich außerdem das kleine Restaurant Ness Box Potoc. Wir fühlten uns hier mitten im Nirgendwo richtig wohl. Das wirklich empfehlenswerte Apartment unserer Gastgeberin Anca im kleinen Dorf Socolari kannst du unter folgendem Link buchen; booking.com.

Wandern im Nationalpark

Im Gegensatz zum Făgăraș-Gebirge oder dem Retezat-Nationalpark gibt es im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark abgesehen von dem Leordis Berg keine nennenswerten Berge bzw. Erhebungen. Dadurch sind die Temperaturen im Nationalpark nicht nur ganzjährig deutlich milder als im Gebirge, die Wanderwege sind außerdem flach und somit weniger anspruchsvoll. In den Sommermonaten findest du unter dem Schatten der mächtigen Buchenwälder im Nationalpark ein kühles Plätzchen und kannst frisches Wasser aus den vielen kleinen Quellen trinken. Die Wanderwege sind gut ausgezeichnet und meist einfach zu absolvieren.

Die schönste Wanderung führt durch Rumäniens längste Schlucht. In der Schlucht befinden sich zwei wunderschöne Karstseen, der Ochiul Beiului mit seiner spektakulären Farbe und der Lacul Dracului (Teufelssee). Außerdem gibt es in der Schlucht drei der bekanntesten Wasserfälle des Cheile Nerei-Beușnița Nationalparks; Beuşniţa, Văioaga und Bigăr.

Unterwegs mit Hund

Für die Einreise nach Rumänien benötigt dein Vierbeiner den EU-Heimtierausweis mit eingetragener Mikrochipnummer bzw. dem Vermerk über eine Identifkationstattowierung, sowie allen notwendigen Impfungen. Die Tollwutimpfung muss mindestens 21 Tage alt sein und darf höchstens 12 Monate zurück liegen. Welpen dürfen erst ab einem Alter von 15 Wochen nach Rumänien einreisen. Außerdem gibt es in Rumänien ein Einreiseverbot für die Rassen Amerikanischer Pitbull Terrier, Boerboel, Bandogs oder Kreuzungen aus den genannten Rassen und Maulkorbpflicht für Deutsche Schäferhunde, Dobermänner, Malinois, Dogo Canario, Komondor, Kuvasz und Riesenschnauzer. Allgemein ist eine Leinenpflicht in ganz Rumänien vorgeschrieben. 

Hunde sind im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark ebenfalls gestattet. Aufgrund der flachen Wanderwege, geringen Steigungen und der vielen Abkühlmöglichkeiten in den Gewässern am Wegesrand, war die Wanderung auch für meinen 13-jährigen Husky-Mischling bei milden Temperaturen Ende September kein Problem. Achte jedoch besonders bei Hunden mit ausgeprägten Jagttrieb darauf, dass sich dein Tier nicht außerhalb deiner Sichtweite aufhält, zum Schutz des Hundes sowie der vielfältigen Fauna im Schutzgebiet. Denn im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark sind einige große Beutegreifer wie Braunbären, Wölfe, Luchse aber auch viel Wild wie Rothirsche, Wilschweine, Wildkatzen und Baummarder beheimatet. Zudem leben im Nationalpark einige sehr seltenen Vogel- und Reptilienarten, die besonderen Schutzes bedürfen.

Alles was du sonst noch zum Thema Reisen mit Hund wissen musst, erfährst du hier; Reisen mit Hund: Planung und Packliste.

Fazit

Die Wasserfälle im Nationalpark Cheile Nerei-Beușnița gehören zu den schönsten Kalksteinwassefällen Rumäniens. Besonders sehenswert sind die Nera-Schluchten, entlang derer der Lacul Dracului (Teufelssee), das Beusnita-Tal mit seinen herrlichen Wasserfällen und das Veiului-Tal mit dem See Ochiul Beiului und dem Wasserfall Văioaga liegen.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Ich studiere Pferdewirtschaft im sechsten Semester und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

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