Rumänien Roadtrip mit Hund

Rumänien (România) ist ein südosteuropäisches Land mit wunderschönen Naturlandschaften, der kulturreichen Region Siebenbürgen und eleganten Städten. Die rumänische Kultur und Lebensweise der knapp 20 Millionen Einwohner ist von Kontrasten geprägt, was insbesondere auf den staatlichen und auch sozialen Umbruch nach dem Ende des Ceaușescu-Regimes 1989 und dem Beitritt in die EU 2007 zurückzuführen ist.

Neun Monate verbrachte ich insgesamt in Rumänien. Selten hat mich ein Land so tief berührt und einen so nachhaltigen Eindruck hinterlassen; Die großen Kinderaugen in den Romasiedlungen, das herzzerreißende Tierelend auf den Straßen, die landesweite Armut eines großen Teils der Bevölkerung und der Kontrast zu einer sehr wohlhabenden Oberschicht, die unglaublichen Naturphänomene beim Wechsel der Jahreszeiten und die Begegnungen mit wilden Braunbären. Es stimmt was man sagt, man muss Reisen um zu lernen.

Reiseinformationen

Rumänien lässt sich sehr gut mit Direktflügen aus Deutschland, Europaweiten Zug- und Busverbindungen und natürlich mit dem eigenem Fahrzeug erreichen. Bei Reisen mit eigenem Fahrzeug musst du die rumänische Vignette Rovinieta erwerben. Auch tagsüber muss mit Abblendlicht gefahren werden und es gelten folgende Geschwindigkeitsbegrenzungen: 50/90/100/130. Es gibt im Land kaum Autobahnen, dafür aber viele Schnell- und Bundesstraßen. Die Straßenverhältnisse in den ländlichen Gebieten und rund um die Nationalparks sind oftmals einfach katastrophal. Deshalb und aufgrund der vielen totgefahrenen Tiere am Straßenrand, der Vieh- und Pferdekarren, plötzlich kreuzenden Schafherden und der definitiv nicht mehr TÜV-fähigen uralten LKWs, besteht immer ein erhöhtes Aufmerksamkeitsgebot. Außerdem ist die allgemeine Fahrweise sehr ruppig. So wundert es leider wenig, dass Rumänien EU-weit die meisten Verkehrstoten zu beklagen hat.

Zusammen mit meinem Hund Gismo und einem Streuner im Donau Delta

Allgemein ist Rumänien sehr günstig zu bereisen. Bezahlt wird mit rumänischen Lei und besonders auf dem Land sind Geldautomaten sehr rar. Kümmere dich also vor Ausflügen in entlegenere Regionen um genügend Bargeld. Die Preise für Unterkünfte sind in den Städten entsprechend höher als auf dem Land, die Auswahl hochrangiger Restaurants ist besonders in Bukarest besonders hoch und während du gerade im einstigen Land der Siebenbürger Sachsen, Transsilvanien, auf viele Menschen treffen wirst, die der deutschen Sprache mächtig sind, sprechen in den größeren Städten viele Menschen Englisch.

Rumänien grenzt an fünf weitere Staaten: Bulgarien, Serbien, Ungarn, Ukraine und die Republik Moldau und verfügt über einige der schönsten Landschaften Europas. Die rumänische Küstenlinie am Schwarzen Meer erstreckt sich auf über 225 Kilometer Länge. Im UNESCO-Weltnaturerbe Donau Delta fließt die Donau nach ihrem langen Weg quer durch Europa schließlich ins Schwarze Meer. Fast die gesamte Hälfte des südlichen Karpatengebirges befindet sich auf rumänischem Boden und teilt die Provinzen Transsilvanien, Walachei und Moldau. In den Nadelwäldern der 130 geschützten Naturreservate des Landes lebt gut ein Drittel der gesamten europäischen Braunbärpopulation, sowie viele inzwischen sehr selten gewordene Tierarten wie Wölfe und Luchse. Von den über zehn Millionen Schafen im Land werden dank der gewaltigen Hütehunde übrigens relativ selten welche gerissen.

Der tägliche Ausblick während meines Praxissemesters in Rumänien

Das traditionelle Siebenbürgen strotz nur so vor Kultur und Pracht, zahlreiche UNESCO Weltkulturerbe- und Stätten sind hier zu finden, jahrhundertealte Kirchenburgen, Klöster und nicht zu vergessen die Geburtsstätte des sagenumwogenden Grafen Dracula. Die historischen Altstädte von Sighisoara, Sibiu und Brașov strotzen nur so vor Pracht, Glanz und Gloria.

Leben und Essen in Rumänien

Die rumänische Küche ist deftig und besonders auf dem Land geprägt von klassischer Hausmannskost. Vegetarier haben es in Rumänien sehr schwer, da die Gastronomie sehr Fleischlastig ist. Die traditionellen Suppen, Ciorbăs, werden auf verschiedene Arten zubereitet und besonders in den eiskalten Wintermonaten serviert. Weitere bekannte Gerichte sind Mămăligă, ähnlich der italienischen Polenta, oder Sarmale, die aus Kohlblättern hergestellt und mit Fleisch, Reis und Gemüse gefüllt und gerollt werden. Die beliebteste und unglaublich süße Nachspeise Papanaşi, solltest du dir auf keinen Fall entgehen lassen. Papanaşi sieht aus wie ein Donut, schmeckt wie süßer Biskuitkuchen und ist gefüllt mit süßem Kuhmilchkäse und dem typischen Joghurt der Balkanküche, Smântână. Serviert wird die Nachspeise meist mit Waldfrüchten oder Kirschen.

Frische Himbeeren kannst du in den Sommermonaten fast überall im Land günstig erwerben

Alkohol spielt in Rumänien ebenfalls eine große Rolle. Es gibt eine Vielzahl einheimischer Wein- und Biersorten, insbesondere die Winzerei hat eine lange Geschichte. In den Dörfern brauen viele Einheimische die hochprozentigen Schnäpse Palinka, deren Alkoholgehalt du auf keinen Fall unterschätzen solltest. Rumänien ist auf Platz fünf der Liste der Länder mit dem höchsten Alkoholkonsum weltweit. Im Durchschnitt trinkt der Rumäne pro Jahr stolze 14,4 Liter Alkohol. Wer im Restaurant mit Prost anstößt, kann von den übrigen Gästen schonmal schief angeschaut werden, denn Prost bedeutet auf Rumänisch blöd. Stattdessen sagt man hier Noroc, was übersetzt einfach Glück bedeutet.

Reisen mit Hund

Rumänien kann ein tolles Reiseziel für dich und deinen Vierbeiner sein. Tiefe Wälder, endlose Felder und verschneite Gebirge laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Im Donau Delta kannst du zusammen mit deinem Hund im Schwarzen Meer schwimmen oder die heißen Sommertage an einer der schönen Buchten verbringen. Für die Einreise nach Rumänien benötigt dein Vierbeiner den EU-Heimtierauweis mit den eingetragenen Impfungen, vor allem der Tollwutimpfung, sowie einen Mikrochip bzw. eine Tattowierung zur Kennzeichnung. Was du sonst noch auf gemeinsamen Reisen mit Vierbeiner beachten solltest, kannst du in meinem Artikel Reisen mit Hund: Planung und Packliste nachlesen.

Rumänien ist das Land mit der größten Straßentierpopulation Europas und du solltest dich auf das Elend auf den Straßen einstellen. In meinem Blogartikel Mit Hund nach Rumänien reisen erzähle ich dir u.a., warum die Situation der Straßentiere in Rumänien so gravierend ist wie in keinem anderen Land Europas.

Sehenswürdigkeiten

Brașov

Im Südosten Siebenbürgens liegt die zweitgrößte Stadt Rumäniens, Brașov (dt. Kronstadt). Einst die Wirtschaftsmacht der historischen Region, ist Brașov heute ein beliebtes Reiseziel, mit seinen gotischen Bauten und mittelalterlichen Toren, der eindrucksvollen Stadtmauer und den historischen Gassen rund um den lebendigen Rathausplatz Piața Sfatului. In Brașov gibt es außerdem eine der engsten Gassen Europas, die Fadengasse, und eines der wichtigsten gotischen Baudenkmäler Rumäniens, die Schwarze Kirche.

Brașovs Rathausplatz und der an die Stadt grenzende Tampaberg

Bei schönem Wetter kannst du den nahegelegenen Tâmpa Berg besteigen oder dich mit der Seilbahn auf 960 Meter Höhe kutschieren lassen. Der Tâmpa Berg ist heute größtenteils als Naturschutzgebiet ausgewiesen, was besonders den vielen Wildtieren zu Gute kommt. Wem das noch nicht genug ist, der kann auch das nahegelegene Bucegi Gebirge besuchen, deren höchster Punkt die Omu-Spitze mit 2.505 Metern ist. Einen detaillierten Reisebericht über meinen Besuch in Brașov findest du hier; Mit Hund nach Brașov.

Bukarest

Die rumänische Hauptstadt Bukarest ist mit 2,6 Millionen Einwohnern das Zentrum des Landes und wird auch als Das Paris im Osten bezeichnet. Nirgendwo sonst im Land liegen Prunk und Zerfall so dicht bei einander wie in Bukarest. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zählen; Der Parlamentspalast, das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt und Schaubild des Größenwahns des einstigen rumänischen Diktators Nicolae Ceaușescu, das 1888 eröffnete Athenäum, das heute die Staatsphilarmonie George Enescu beheimatet, sowie der legendäre Triumphbogen an der Kreuzung der Kiseleff-Straße, des Mareșal Alexandru-Boulevards und der Alexandru Constantinescu-Straße.

Ausblick vom höchsten Gebäude Bukarests, dem Intercontinental Hotel

In Bukarest gibt es außerdem einige der schönsten Museen des Landes, wie z.B. das Nationale Kunstmuseum und besonders in der Altstadt einige bezaubernde Gebäude, Gassen und Viertel. Sehenswert ist außerdem die Buchhandlung Cărturești Carusel, die sich auf über über 1000 m² und insgesamt sechs Etagen erstreckt und zu einer der schönsten Buchhandlungen der Welt zählt. Mehr über meine Zeit in Bukarest kannst du in meinem Artikel Mit Hund nach Bukarest nachlesen.

Burg Bran

Transsilvanien ist außerdem bekannt für die vielen Vampirgeschichten- und Mythen. Vorbild all dieser Erzählungen ist Bram Stokers Roman Dracula von 1897, dessen Hauptfigur auf der Person des walachischen Fürsten Vlad dem Pfähler (Vlad III. Drăculea) basiert. Die Burg Bran bildet die natürlich Grenze zwischen Transsilvanien und der Walachei und wird fälschlicherweise oft als das Dracula Schloss bezeichnet.

Die wohl bekannteste Burg Rumäniens; Burg Bran

Fälschlicherweise, weil Burg Bran zwar alleine im Jahr 2017 über 835.000 Besucher verzeichnete, aber der tatsächliche Fürst Vlad III. Drăculea nie dort gelebt hat.

Burg Hunedoara

Die Felsenburg Hunedoara wurde im 14. Jahrhundert errichtet und befindet sich in der gleichnamigen Stadt Hunedoara (dt. Eisenmarkt) in Westrumänien. Die Burg ist heute denkmalgeschützt und gehört zu den bedeutendsten gotischen Bauten Siebenbürgens. Sie kann täglich von Besuchern besichtigt werden, die hier tief in die Welt der Siebenbürger Hunyadi-Dynastie eintauchen.

Die Burg Hunedoara bei herrlichem Wetter im Oktober

Sie ist außerdem ein begehrter Schauplatz für Dreharbeiten, beispielsweise für historische Spielfilme wie „Nostradamus“, „Martin Luther“ oder auch „Ghost Rider“ mit Nicolas Cage.

Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark

Der Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark ist der Geheimtipp in Rumänien schlechthin. Der Park ist tatsächlich so unbekannt, dass sogar die meisten Einheimischen, denen ich von meiner Reise erzählte, diesen nicht kannten. Er taucht in kaum einem Reiseführer oder Artikel über Rumänien auf. Völlig zu unrecht, denn er zählt zu einer der beeindruckendsten Naturlandschaften des Landes. Im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark findest du herrliche Karstlandschaften, uralte Buchenwälder, tiefblaue Seen, die von tosenden Wasserfällen gespeist werden und die längste Schlucht Rumäniens.

Die magische Szenerie im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark

Mehr Informationen über den Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark findest du hier; Abseits der touristischen Pfade im Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark.

Donau Delta

Das Biosphärenreservat Donau Delta ist das zweitgrößte Delta Europas und ein weitestgehend unberührtes Feuchtgebiet mit einer einzigartigen Artenvielfalt, einem Labyrinth aus Kanälen, Flussbetten, Fischerdörfern und den schönsten Sandstränden Rumäniens. Während überall sonst an der rumänischen Schwarzmeer-Küste alles zugebaut scheint, findest du im Donau Delta endlose Strände, auf denen die Fußspuren der wilden Pferde und Rinder zu sehen sind.

Einer der viele Pelikane im Delta

Im Donau Delta gibt es drei Ortschaften mit kleiner touristischer Infrastruktur; Tulcea, Sulina und Sfântu Gheorghe. Ein absolutes Muss bei einer Reise ins Delta ist eine Exkursion, um die vielen unterschiedlichen Vogelarten, die Herden wilder Pferde und die abgelegenen Wälder vom Wasser aus zu besichtigen. Mehr über meine Reise ins Delta kannst du hier nachlesen; Das Donau Delta: Der Ort, an dem die Donau ins Schwarze Meer fließt.

Făgăraș-Gebirge

Das Făgăraș-Gebirge liegt in Zentralrumänien und ist ein beliebtes Reiseziel bei Wintersportlern, Wanderern und Kletterern. Die alpine Hochstraße Transfăgărășan Road, die auch als Die Straße in den Wolken bezeichnet wird, und aufgrund des hohen Schneeaufkommens nur von Juni bis Oktober überhaupt befahrbar ist, zieht sich quer durch das Gebirge. Außerdem kannst du den Gletschersee Bâlea-See auf über 2.000 Metern Höhe oder den abgelegenen Vidraru See, einen künstlichen Stausee, eingebettet zwischen den Fruntii-Bergen und dem Ghitu-Massiv, besichtigen.

Am Rande des Balea Sees im Făgăraș-Gebirge

Auf der walachischen Seite des Făgăraș-Gebirges befindet sich die Burg Poeinari, die wahre Dracula-Burg. Denn im 15. Jahrhundert soll hier tatsächlich der walachische Fürst Vlad III. Drăculea gelebt haben. So vielfältig das Land auch ist, das Făgăraș-Gebirge hat mich während meiner neun Monate in Rumänien tatsächlich am meisten begeistert. Warum erfährst du in meinem Artikel Transfăgărășan Road: Mit Oldtimer durch das höchste Gebirge der südlichen Karpaten.

Retezat-Nationalpark

Im Hochgebirge der Südkarpaten liegt der Retezat-Nationalpark, der seit 1979 auch zum Biosphärenreservat der UNESCO zählt. Nirgendwo sonst in den Karpaten gibt es so viele Gletscherseen und eine so hohe Dichte an Braunbären. Der Retezat-Nationalpark gilt daher zurecht als einer der spektakulärsten Abschnitte der Südkarpaten. Zwischen den 2.000 Meter hohen Berggipfeln führen schwindelerregende Wanderwege durch tiefe Wälder, entlang steiler Schluchten, reißender Flüsse und zu den vielen Gletscherseen. Die extremen Wetterbedingungen aufgrund der Höhenlage solltest du auf keinen Fall unterschätzen, ebenso wenig wie die große Population verschiedener Wildtiere.

Einer der vielen Gletscherseen im Retezat-Nationalpark

Bei gemeinsamen Reisen mit Hund ist es wichtig darauf zu achten, dass dieser nicht alleine umherstreift oder gar wildert, weil er dadurch nicht nur die vielen vom Aussterben bedrohten Tierarten bedroht, sondern auch selbst in Gefahr geraten kann. Noch mehr über den Retezat-Nationalpark kannst du hier nachlesen; Wandern mit Hund im Retezat-Nationalpark.

Schloss Peleș 

Das Schloss Peleș ist ein ehemaliges Königsschloss und liegt nur eine Autostunde südlich von Brașov. Es wurde 1873 von König Karl I. von Rumänien erbaut und ist das erste Schloss überhaupt, das mit Elektrizität betrieben wurde.

Schloss Peleș

König Karl I. soll sich bei seinem Besuch in die wunderschöne Natur verliebt und sich so für den Standort am östlichen Rand des Bucegi Gebirges entschieden haben. Seit 1993 ist das Schloss auch für Besucher zugänglich.

Salina Turda

Nur 10-Autominuten vom Stadtzentrum Turdas entfernt, lieg das ehemalige Salzbergwerk Salian Turda, das heute in ein Museum mit angrenzenden unterirdischen Freizeitpark umgewandelt wurde. Die ersten Dokumente des Salzbergwerks gehen auf das Jahr 1271 zurück. Heute kannst du durch verschiedene unterirdische Korridore laufen, die alten Minen und Arbeitsräume besuchen, in der Theresa Mine auf einem unterirdischen See Boot fahren und dabei die über 90 Meter hohe Decke bestaunen.

In der Theresa Mine der Salina Turda

Westlich von Turda liegen die wirklich beeindruckenden Schluchten Cheile Turzii und Tureni Schlucht, in denen du wandern und klettern kannst. Die Wanderung zwischen den 300 Meter hohen Felswänden der Turda Schlucht, entlang eines Flusses und durch tiefe Wälder, ist ein wirklich wunderschönes Erlebnis. Einen ausführlichen Reisebericht findest du hier; Mit dem VW-Bus nach Turda: Salzminen und Cheile Turzii.

Sibiu

Sibiu ist meine rumänische Lieblingsstadt, was vor allem an dem einzigartigen Flair, der blühenden Kulturszene, der sächsischen Baukunst in der Altstadt, dem vor Pracht nur so strotzenden Hauptplatz (Piaţa Mare) und der hervorragenden lokalen Küche liegt. Nirgendwo sonst in Rumänien habe ich so gut gegessen wie in Sibiu. 2007 wurde Sibiu übrigens zur Kulturhauptstadt Europas ausgezeichnet.

Glanz und Gloria in Siebenbürgens Juwelstadt Sibiu

Die Altstadt besteht aus drei miteinander verbundenen Plätzen, von denen jeder einzelne eine wunderschöne Sehenswürdigkeit darstellt. Im Brukenthal-Museum kannst du über 1.200 Gemälde bewundern, am Rande des Piaţa Mică die zweitälteste gußeiserne Brücke der Welt, die Lügenbrücke, überqueren, und in den nahegelegenen Ortschaften Cisnădie und Cisnădioara auf einem Tagesausflug noch tiefer in das siebenbürgischen Leben eintauchen. Alles was die Stadt Sibiu sonst noch auszeichnet, die besten Restaurant- und Ausflugtipps fürs Umland, kannst du in meinem Artikel Zu Besuch in Transsilvaniens Juwel Sibiu nachlesen.

Sighisoara

Neun Monate arbeitete ich in dem beschaulichen Dorf Cund und hatte das Glück, nur etwa 30-Autominuten von der Stadt Sighisoara entfernt zu leben. Sighisoara ist die wohl charmanteste und bezauberndste Stadt Siebenbürgens, mit ihren pastellfarbenen Häuserfassaden, den Kopfsteinpflaster-Gassen, mittelalterlichen Wachtürmen und den traditionellen gutbürgerlichen Restaurants.

Ausblick auf die Dächer von Sighisoara

In Sighisoara kannst du einen Spaziergang durch die beschauliche Altstadt machen, auf den Stundturm steigen und einen wunderschönen Ausblick über die Stadt genießen, die 176 Stufen der Schülertreppe erklimmen, die Geburtsstädte von Vlad Țepeș besuchen und im nahegelegnen Breite Ancient Oak Tree Reserve zwischen den bis zu 800 Jahre alten Bäumen zur Ruhe kommen.

Zărnești Bear Sanctuary

Das Liberty Bear Sanctuary im rumänischen Zărnești ist mit einer Fläche von 69 Hektar das größte Braunbärschutzreservat der Welt. Hier leben über 100 Braunbären, die von teils grausigen Bedingungen aus Zirkussen, Zoos oder aus Hinterhöfen, wo sie in engen Käfigen gehalten wurden, gerettet. Viele der Bären stammen auch direkt aus der freien Wildahn, teilweise wurden sie durch die rumänischen Behörden zum Abschuss freigegeben, weil sie den Dörfern zu nahe kamen, manche wurden auch als verwaiste Jungtiere gefunden.

Die Bären im Sanctuary werden morgens von den Tierpflegern gefüttert

Das Liberty Bear Sanctuary leistet wichtige Tierschutzarbeit nicht nur für die Braunbären in Rumänien, auch andere Wildtiere wie Rehe, Füchse, Hasen und gerettete Arbeitspferde finden hier Zuschlupf. Zu dem Sanctuary gehört auch ein Tierheim für rumänische Straßenhunde.

Mehr Informationen über das Liberty Bear Sanctuary, das Tierheim und die Möglichkeit zu Spenden, findest du auf der Webseite; millionsofffriends.org.

Die Reiseroute im Detail

Turda * Cund * Sighisoara * Sibiu * Transfăgărășan Road * Brașov * Burg Bran * Schloss Peleș * Bucegi Gebirge * Zărnești Bear Sanctuary * Donau Delta * Bucharest * Schloss Hunedoara * Retezat Nationalpark * Cheile Nerei-Beușnița Nationalpark * Orșova

Fazit

Für mich zählt Rumänien zu einem der landschaftlich schönsten Länder Europas. Die vielen Nationalparks, das Gebirge der Karpaten, die schier endlosen Felder und die vielfältige Tierwelt haben mich sehr beeindruckt. Auf der anderen Seite steht die bedrückende Perspektivlosigkeit und die teils flächendeckende Armut, die in Rumänien bei 33 Prozent liegt. Bettelnde Kinder am Straßenrand, Prostituierte, die unter absolut menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten und abgemagerte Straßenhunde, soweit das Auge reicht. Rumänien ist definitiv kein Land für zarte Gemüter und doch einer der sehenswertesten Orte Europas.

Weitere Artikel über das Reisen in Rumänien:

Mit Hund nach Rumänien reisen

In keinem anderen Land Europas gibt es so viele streunende Hunde und Katzen, wie in Rumänien. Obwohl sie seit Erlass des Tötungsgesetzes 2013 verfolgt und grausam getötet werden, haben sich die Populationen der streunenden Katzen und Hunde im Land nicht nachhaltig verringert, ganz im Gegenteil. Und ausgerechnet in dieses Land reiste ich für die Dauer […]

Weiterlesen

Mein Praxissemester in einem rumänischen Reitstall

Neun Monate arbeitete ich in dem kleinen rumänischen Dorf Cund (dt. Reussdorf) tief im Herzen von Transsilvanien mit den sieben Reitpferden eines Ferienresorts. Eigentlich wollte ich in Rumänien nur das sechsmonatige Praxissemester im Rahmen meines Studiengangs Pferdewirtschaft absolvieren, letztendlich verliebte ich mich jedoch so sehr in das Land, das ich nach einem einmonatigen Roadtrip im […]

Weiterlesen

GEFÄLLT DIR MEIN BLOG?

→ Folge mir auf Instagram
→ Melde dich für den Newsletter von Horseshoe Travel an:

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Ich studiere Pferdewirtschaft im sechsten Semester und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s