Mit Hund nach Straßburg

Nahe der deutsch-französischen Grenze liegt ein romantisches Städtchen mit einer geschichtsträchtigen Altstadt, verwinkelten Flusskanälen mit tiefhängenden Trauerweiden und freundlichen Einheimischen; Straßburg. Hier verbindet sich die französische mit der elsässischen Lebensart, das berühmte Le savoir-vivre, also die Kunst das Leben zu genießen. Unzählige Flammkuchen, so einige gelaufene Kilometer durch das Stadtzentrum und viele Erinnerungsfotos später, gehört Straßburg nun auch zu einem meiner liebsten Reiseziele für Kurztrips. Sie gilt als die schönste Stadt im Elsass und wird auch als die europäische Hauptstadt bezeichnet.

Reiseinformationen

Straßburg (französisch: Straßbourg) liegt im Nordosten Frankreichs und ist das Zentrum des Départements Bas-Rhin. Nur durch den Rhein getrennt, grenzt die deutsche Stadt Kehl an Straßburg. Verbunden werden die beiden Städte durch die Europabrücke. Die Anreise nach Straßburg kann mit dem Bus, dem Zug, dem Flugzeug oder dem eigenen Fahrzeug über die B28 erfolgen. Mit nur knapp 300.000 Einwohnern ist Straßburg keine riesige Metropole, sondern eher eine kleine Stadt, sodass die meisten Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erreichen sind. In Straßburg gibt es zudem ein großes Angebot an günstigen bis zu exquisiten Hotels, charmanten Apartments und lebhaften Hostels. Unser Apartment befand sich im etwas abseits gelegenen Stadtteil Grand Est. Den Link dazu findest du hier.

Auch einige namenhafte Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe lebten und schwärmten von Straßburg

Obwohl ich Frankreich als Reiseziel mit Hund ganz besonders aufgrund der Tierfreundlichkeit vieler Einheimischer liebe, sind mir meine schlechten Französischkentnnisse doch jedes Mal etwas unangenehm. Ein Pluspunkt für Straßburg ist daher, dass die Stadt scheinbar zweisprachig zu sein scheint. So beherrschen die meisten Einheimischen neben Französisch auch Deutsch und sogar viele der Straßenschilder sind zweisprachig.

Kurioses Bauwerk am Rande der Straßburger Altstadt

Die Bezeichnung als Europäische Hauptstadt erlange Straßburg übrigens aufgrund des Standorts zahlreicher EU-Institutionen, wie dem Europaparlament, dem Europarat und dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die Stadtszenerie gehört zudem zum UNESCO-Weltkulturerbe, in der Neustadt glänzen prächtige Jugendstilhäuser und neu errichtete Boulevards um die Wette und in der mittelalterlichen Altstadt befindet sich die älteste gotische Kathedrale der Welt.

Reise mit Hund

Frankreich ist ein unglaublich hundefreundliches Land. Vielleicht sogar der hundefreundlichste Ort, den ich bisher besucht habe. Kein Wunder, über dreißig Prozent der Franzosen haben selber Hunde und so sind diese oftmals gern gesehene Gäste in Hotels, Restaurants und in den Parks. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, daher hilft eine freundliche Nachfrage bei der Buchung deiner Unterkunft bzw. beim Kellner. Für die Einreise mit Hund nach Frankreich gilt, sowie für eigentlich alle EU-Länder, dass dein Vierbeiner über eine Mikrochip oder eine Tattowierung zur Identifizierung verfügen muss, außerdem solltest du stets den blauen Heimtierausweis mit den notwendigen Impfungen, besonders natürlich der Tollwutimpfung, mit dir tragen und für einige Rassen bzw. Kreuzungen gilt ein beschränktes Einfuhrverbot. Alles wichtige zum Thema Reisen mit Vierbeiner kannst du außerdem in meinem Artikel Reisen mit Hund: Planung und Packliste nachlesen.

Der See im Parc de l’Orangerie bietet Lebensraum für viele verschiedene Vogelarten

Straßburg verfügt über einige schöne Parks, sowie ein ausgesprochen grünes Umland und eignet sich daher perfekt für Reisen mit Hund. Vor meiner Reise habe ich mich auf verschiedenen Reiseblogs über die Bedingungen für Hunde in Straßburg informiert und verstehe absolut nicht, weshalb so viele Leute ihre Hunde anscheinend nur durch das volle Stadtzentrum schleppen, anstatt mit ihnen die Parks und Gärten zu besuchen. Der wohl bekannteste ist der Parc de l’Orangerie im Nordosten der Stadt. Mit 26 Hektar ist er der größte Stadtpark Straßburgs und steht seit 1989 unter Denkmalschutz.

Der Parc de l’Orangerie ist auch bekannt für seine bunten Blumenbeete

Hier befinden sich neben einem Restaurant, einem Zoo, der Orangensammlung und Blumenfeldern, auch eine Storchenaufzuchtstation am See. Südlich von Straßburg gibt es einige hundefreundliche Badeseen, z.B. den Lac Achard, an dessen Ufern du einen fantastischen Sonnenuntergang beobachten kannst.

Sehenswürdigkeiten in Straßburg

Die Altstadt

Die historische Altstadt von Straßburg ist unglaublich gut erhalten und liegt im Herzen der Stadt, auf einer komplett von Wasser umschlossenen Insel namens „Grande Île.“ Sie besteht aus guterhaltenen Fachwerkhäusern, herrlichen mittelalterlichen Prachtbauten, schmalen Kopfsteinpflastergassen, mit Blumen geschmückten Brücken und verwinkelten Kanälen.

Du kannst die Straßburger Altstadt auch auf einer Bootstour erkunden

Außerdem gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist tatsächlich einfach riesig, weshalb du beim Bummeln entlang der historischen Bauten, bezaubernden Boutiquen, elsässischen Restaurants und urigen Weinstuben, schonmal Zeit und Orientierung verlieren kannst. Aber genau so sollte es auch sein, lass dich einfach durch die verschiedenen Gassen treiben und genieß ein Glas Wein am Flussufer zwischen dem Palais Rohan und dem Quai des Pêcheurs.

Das Straßburger Münster

Als Meisterwerk gotischer Baukunst ist das Straßburger Münster (französisch: Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg) das absolute Wahrzeichen der Stadt. Der 142 Meter hohe Turm thront über den Dächern Straßburgs und macht die Kathedrale zu einem der größten Sandsteinbauten der Welt. Fast drei Jahrhunderte nahm der Bau des Straßburger Münsters in Anspruch, wobei er auf das Jahr 1176 zurück geht. Die große astronomische Uhr erwacht jeden Tag um 12:30 Uhr zum Leben und erinnerte mich ein wenig an die legendäre Prager Rathausuhr.

Selbst mit Weitwinkelkamera ist es schwer, die massive Fassade des Straßburger Münsters einzufangen

Wer Lust hat kann außerdem die 66 Meter hohe Aussichtsplattform erklimmen. 329 Treppenstufen führen steil nach oben und belohnen jeden der sie bezwingt mit einem herrlichen Panoramablick über die Dächer der Stadt. Der Eintritt in die Kirche selbst in kostenlos, der Zutritt zur Astronomischen Uhr kostet zwei Euro und zur Aussichtsplattform acht Euro pro Person. Alle weiteren Informationen findest du auf der offiziellen Webseite Cathedrale Strasbourg.

Der Kléberplatz 

Der Kléberplatz (französisch: Place Kléber) ist einer der zentralen Stadtplätze in Straßburg, Treffpunkt der Einheimischen und Standort für Wochen- und Flohmärkte, sowie Versammlungen. In der Platzmitte befindet sich die Bronzestatue des in Straßburg geborenen Generals Jean-Baptist Kléber (1753–1800).

Der Kléberplatz liegt im Herzen der Straßburger Altstadt

In der Fußgängerzone rund um den Kléberplatz gibt es zahlreiche Geschäfte und Läden, daher ist hier stets besonders viel los. In der Vorweihnachtszeit reihen sich auf dem Kléberplatz die Stände des Straßburger Weihnachtsmarkts aneinander und in einer Ecke befindet sich ein reich dekorierter Weihnachtsbaum aus dem Vogesen-Gebirge.

La Petite France

Das malerische Viertel „La Petite France“, das einstige Gerberviertel der Stadt, zählt zu den schönsten Bereichen der Altstadt. Wo früher Fischer, Müller und Gerber arbeiteten und das Wasser der Ill zum Gerben der Felle und Tierhäute gräulich färbten, was außerdem einen üblen Geruch zur Folge hatte, befinden sich heute schöne Fachwerkhäuser, bunt geschmückte Brücken und entzückende französische Cafés.

Nirgendwo in Straßburg gibt es so romantische Restaurants wie im La Petite France

Direkt am Ufer der Ill liegt übrigens das bekannteste Gerberhaus, das Maison des Tanneurs.

Terrasse Barrage Vauban und die Gedeckten Brücken

Die Vauban-Wehr (französisch: Barrage Vauban) war einst Teil der Straßburger Befetsigungsmauer von Ludwigs XIV., die die Bewohner der Stadt ab dem 17. Jahrhundert vor feindlichen Angreifen schützte. Bei Angriffen schlossen sich die Schleusen, das Wasser der Ill staute sich und überflutete innerhalb kürzester Zeit das gesamte Gebiet südlich von Straßburg.

Im Hintergrund thront das Straßburger Münster

Die gedeckten Brücken (französisch: Ponts Couverts) stammen aus dem 14. Jahrhundert und überbrücken die vier Kanalarme des Gerberviertels.

Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst

Das Museum der modernen und zeitgenössischen Kunst (MAMCS) wurde 1973 auf dem Gelände der ehemaligen städtischen Schlachthöfe eröffnet und beherbergt heute ein beträchtliche Sammlung von Skulpturen, Gemälden, modernem Design und weiteren Werken namenhafter Künstler, wie Claude Monet.

Eine Wand vor dem Museum ist dem Street Art gewidmet

Der Eintritt für Erwachsene kostet 10 Euro und mit Ermäßigung 6,50 Euro. Alle weiteren Informationen für deinen Besuch findest du auf der Mueseumseigenen Webseite.

Das elsässische Museum

In einem historischen Innenhof eines tradtitionellen Fachwerkhauses, mit von Weinranken bewachsener Fassade, befindet sich das über 120 Jahre alte elsässische Museum (französisch: Musée Elsacien). Mit Führung des Audio-Guides kannst du hier tiefer als irgendwo sonst in die elsässische Lebensweise, Gebräuche und Historie eintauchen.

Einen Blick hinter die Kulissen der elsässischen Fachwerkhäuser erhältst du im Museum

Ausgestellt werden z.B. Haushaltsgegenstände, Werkzeuge, traditionelle Trachten und Kostüme, sowie die Abbildungen von Wohnräumen. Der Eintritt für Erwachsene liegt bei 7,50 Euro. Weitere Informationen findest du auf der Webseite des Museums.

Die Jung-Sankt Peter Kirche

Die römisch-katholische Kirche Jung-Sankt-Peter (französisch: Saint-Pierre-le-Jeune Catholique) ist zwar nicht ganz so imposant wie das Straßburger Münster, aber dennoch ein beeindruckender Kirchenbau. Der Bau der Kirche begann im Jahre 1889 und ist zwar innerhalb weniger Jahre fertiggestellt worden, allerdings bröckelt der Putz im Innenrau, an den Buntglasfenstern fehlt der ein oder andere Teil und auch die Kerzen im Innenraum brannten nicht mehr alle bei meinem Besuch.

Die eindrucksvolle Fassade der Jung-Sankt-Peter Kirche im Norden der Stadt

Doch gerade diese Unperfektheit macht den besonderen Charme der Jung-Sankt-Peter Kirche aus und die fehlenden Besuchermassen sind eine willkommene Abwechslung nach einigen Tagen Sightseeing im gut besuchten Straßburger Stadtzentrum.

Das Europa-Parlament

Der 2,5 Kilometer lange Fußweg des Europa-Parcours führt in mehreren Etappen durch das Europaviertel und an den wichtigsten Einrichtungen vorbei. Der Besuch des Europarlaments (französisch: Palais de l’Europe) ist kostenfrei, war jedoch leider während meines Besuchs in Straßburg über die Ostertage nicht möglich.

Vor dem Europaparlament wehen die Flaggen der 27 Mitgliedsstaaten

Allein um den Plenarsaal des Europarlaments zu sehen, lohnt es sich noch einmal nach Straßburg zurückzukehren.

Die Neustadt

Als Deutsches Kaiserviertel bekannt, steht die Straßburger Neustadt im ziemlichen Kontrast zur Altstadt. Auch die Neustadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und wurde von deutschen Architekten gestaltet, denn zwischen 1871 und 1918 gehörte die gesamte Region Elsass zum deutschen Kaiserreich. Trotz der Rückeroberung durch die Franzosen wurde die im Französischen gleichnamige Bezeichnung „Neustadt“ übrigens beibehalten.

Das Palais du Rhin in der Straßburger Neustadt

Anstatt der schmalen Kopfsteinpflastergassen, verwinkelten Kanäle und historischen Fachwerkhäuser der Altstadt, findest du in der Neustadt breite Alleen, imposante Gebäude aus Gründerzeiten und prunkvolle Bauten aus den verschiedenen Epochen der Neurenaissance, der Neugotik, des Jugendstils und weiteren prägenden Kunstzeitaltern.

Essen und Trinken in Straßburg

Die Cafés und Restaurants in Straßburg haben mich so begeistert, dass ich diesem Thema einen eigenen Unterpunkt widmen musste. Hier kannst du die feine französische Haute Cuisine genießen, in einer der urigen Weinstuben die Zeit vergessen oder die deftigen elsässischen Spezialitäten wie Flammkuchen, Spätzle und Schweinshaxe bei einem Glas Crémant herunterspülen. Zu meinen elsässischen Lieblingsrestaurants in Straßburg zählen das Au Vieux Strasbourg, das La Fignette und die Weinstube Fink’Stuebel.

Im Weinkeller des Cave Historique des Hospices de Strasbourg

Noch ein kleiner Geheimtipp, im historischen Weinkeller Cave Historique des Hospices de Strasbourg, kannst du den wohl besten Wein der Stadt kaufen. Der Weinkeller wurde zusammen mit dem darüber liegenden Krankenhaus im Jahre 1395 errichtet und dient seither als Lagerstätte für die riesigen Weinfässer. Unter anderem wird hier der älteste in einem Fass aufbewahrte Weißwein der Welt aus dem Jahre 1472 gelagert, der aufgrund seines inzwischen sauren PH-Werts jedoch nicht mehr genießbar ist.

Fazit

Straßburg ist einfach eine wunderschöne Stadt und aufgrund der direkten Nähe zu Deutschland auch schnell zu erreichen. Wenn also das nächste verlängerte Wochenende ansteht, überlege dir doch einen Trip nach Straßburg zu buchen, denn für eine reine Tagestour hat die Stadt meiner Meinung nach viel zu viel zu bieten. Lass dich vom altertümlichen Charme der mittelalterlichen Altstadt, sowie dem Prunk der Neustadt faszinieren, quäle dich der tollen Aussicht wegen die 332 Treppen aufs Straßburger Münster hinauf, unternimm eine Bootstour durch die Kanäle des La Petite France und probiere die verschiedenen Flammkuchenvariationen in der elsässischen Stadt.

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Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im Augenblick studiere im sechsten Semester Pferdewirtschaft und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

2 Kommentare zu „Mit Hund nach Straßburg

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