Wandern mit Hund im Vogesen-Gebirge

Die Vogesen sind ein Mittelgebirge im Nordosten Frankreichs und bilden gemeinsam mit dem deutschen Pfälzerwald das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord. 14 Gipfel auf über 1.000 Metern Höhe mit den Namen Ballon oder Tête (Kopf) reihen sich an weitläufige Hochweiden und umrahmen wunderschöne Gebirgsseen. Von der Spitze des Großen Belchen kannst du an sonnigen Tagen weit über die Elsässische Ebene, bis zum Schwarzwald und den südlichen Alpen blicken. Die sanft ansteigenden Berghänge machen die Vogesen auch für gemeinsame Wanderungen mit Hund zugänglich, die sich in den heißen Sommermonaten in den erfrischenden Bergseen abkühlen können und in den Restaurants der elsässischen Dörfer und Städte meistens herzlich willkommen sind.

Reiseinformationen

Das französische Vogesen-Gebirge (französisch: Les Vosges) liegt knappe hundert Kilometer von Straßburg entfernt und besteht aus dem Regionalen Naturpark Ballons des Vosges und dem Regionalen Naturpark Vosges du Nord. Die höchste Erhebung der Bergkette ist mit 1.424 Metern der Große Belchen (französisch: Grand Ballon), gefolgt vom Storkenkopf mit 1.366 Metern und dem Hohneck mit 1.363 Metern Höhe. Mit den über 20.000 Kilometer langen Wanderwegen, den vielen klaren Bergseen, malerischen Ortschaften, altehrwürdigen Burgen und der herrlichen elsässischen Küche, sind die Vogesen eines der bezauberndsten Reiseziele Frankreichs und liegen zudem nur unweit der deutschen Landesgrenze.

Einer der vielen schönen Picknickplätze, während unseres Roadtrips durch die französischen Berge

Innerhalb des Landes fahren Regional- und Schnellzüge, sowie Busse in das Vogesen-Gebirge. Im Winter kannst du mit sogenannten Schneebussen zwischen der Vallée de la Thur und dem Markstein bzw. der Vallée de Munster und dem Schnepfenried fahren und so kostengünstig die verschiedenen Skipisten erreichen. Im Sommer fährt der Pendelbus „Navette des crêtes“ die verschiedenen Sehenswürdigkeiten des Gebirges an. Wer mit eigenem Fahrzeug oder Mietwagen anreist, kann in den Sommermonaten, denn nur dann ist die Passstraße befahrbar, einen Roadtrip auf der Vogesenkammstraße unternehmen, die von Sainte-Marie-aux-Mines bis nach Cernay im Süden führt.

Selbst Ende April war die Vogesenkammstraße nur zum Teil überhaupt befahrbar

Es gibt eine Vielzahl eleganter Auberges, erstklassiger Hotels und preiswerter Pensionen für Wanderer. Sehr empfehlen kann ich dir die kleine Pension des waschechten Straßburgers Patrick im malerischen Örtchen Ban-sur-Meurthe-Clefcy, diese findest du hier. Leckere lokale Gerichte gibt es im La Table des Malker in Munster und im Restaurant Caveau de l’cmi Fritz in Ribeauvillé.

Reisen mit Hund

Das Vogesen-Gebirge ist ein wahres Wanderparadies für Reisende mit Vierbeiner. Die Hügel der Nordvogesen mit ihren dichten Wäldern bieten Schatten an sonnigen Sommertagen, während du auf den Bergwiesen in den Hochvogesen im Winter die schönsten verschneiten Landschaften findest. Wenig Verkehr, sichere Wanderwege und viele Bergseen, in denen sich dein Vierbeiner nach einer ausgiebigen Wanderung abkühlen kann, versprechen beste Bedingungen für eine gemeinsame Reise mit Hund. Was du auf Wandertouren mit Vierbeiner unbedingt dabei haben solltest, kannst du in meinem Artikel Reisen mit Hund: Planung und Packliste nachlesen.

Für meinen Husky-Mischling Gismo war das Highlight der Reise das Schwimmen in den Bergseen, wie hier am Lac Noir

Frankreich ist ein sehr hundefreundliches Land. So findest du auch in den Vogesen viele tierfreundliche Unterkünfte und Restaurants. Für die Einreise mit Hund nach Frankreich benötigt dein Hund einen Mikrochip oder eine Tattowierung zur Identifizierung und den blauen Heimtierausweis mit den eingetragenen Impfungen.

Sehenswürdigkeiten

Die bezauberndsten Bergseen

Nachdem am Ende der letzten Eiszeit die Gletscher im Gebirge nach und nach schmolzen, blieben tausende Bergseen zurück. Rund um das Plateau des Mille Étangs in den Südvogesen befinden sich über 1.000 Teiche, doch die spekakulärsten Bergseen liegen in den nördlichen Vogesen. Am Parkplatz Col du Calvaire startet ein etwa 10 Kilometer langer Rundweg von 3,5 Stunden Länge zu den beiden Bergseen Lac Blanc und Lac Noir und durch die weitläufigen Hochweiden der Vogesen im Naturschutzgebiet Tanet Gazon du Faing.

Am Ufer des wohl schönsten Sees der Vogesen, dem Lac Blanc

Der Lac Blanc auf 1.055 Metern ist der wohl bekannteste Bergsee des Gebirges und verdankt seinen Namen dem kristallinen Sand am Boden des Gewässers, der ihn so hell schimmern lässt, während der Karsee Lac Noir auf 950 Metern eher finster wirkt, aufgrund des dichten ihn umgebenden Tannenwalds.

Viele dieser bezaubernden kleinen Bergseen gibt es im Vogesen-Gebirge

Ein schöner Gletschersee in den Vogesen ganz in der Nähe des Bergs Hohneck, ist der Lac du Schiessrothried, dessen Namen ich bis heute nicht korrekt aussprechen kann und der einst durch den Bau eines Staudamms entstand. Vorsicht, wenn du den See als Reiseziel bei Google Maps eingibst, landest du schnell auf einer steinigen Offroad-Piste mitten im Wald, die zwar von vielen Anglern täglich befahren wird, aufgrund der Felsen und Engpässe jedoch eher nicht zu empfehlen ist. Stelle dein Fahrzeug besser auf dem Parkplatz direkt vor dem Waldweg ab.

Die schönsten Bergdörfer

Nach einem langen Wandertag in den Vogesen gibt es nichts besseres, als dem geschäftigen Treiben in den kleinen Dörfern aus Einheimischen und Touristen, bei einem elsässischen Glas Weißwein oder einem Craft Beer in einem der Landgasthöfe, zuzusehen. Die lokalen Spezialitäten wie Flammkuchen, Münsterkäse, Dampfnüdle oder deftige Gerichte mit Sauerkraut und Braten, sind meist so mächtig, dass eine warme Mahlzeit am Tag ausreichend ist.

Über Ribeauvillé thront die imposante Burg Château de Saint-Ulrich

Zu den schönsten Orten rund um das Vosges-Gebirge zählen Munster mit dem hier hergestellten Münsterkäse, Ribeauvillé und das umliegende Weinanbaugebiet, Riquewihr mit den traditionellen Fachwerkhäusern und die Bärenstadt Andlau mit der alten Dorfkirche, die mich sehr an das Dorf Cund in Rumänien erinnerte, wo ich vergangenes Jahr neun Monate lebte.

Wandern bis zu den Gipfel der Vogesen

Während in den Wintermonaten viele Passstraßen unpassierbar und einige Gebiete für Skifahrer reserviert sind, kannst du dich in den Sommermonaten auf den Wanderwegen im gesamten Gebirge frei bewegen. Trotz der warmen Temperaturen Ende April, war während meines Besuchs die Straße D431G, die einzige Zufahrtsmöglichkeit für Fahrzeuge zum höchsten Berg der Vogesen, dem Großen Belchen, aufgrund von Schneefall unpassierbar, weshalb der Aufstieg zum Denkmal der Blaue Teufel auf der Gipfelspitze während dieser Reise nicht möglich war. Dagegen konnte der Berg Hohneck, die dritthöchste Erhebung des Vogesen-Gebirges, relativ leicht erklommen werden. Bis zur Gipfelhütte auf knapp 1.363 Metern Höhe kannst du in engen Haarnadelkurven mit dem Auto fahren und von dort einen atemberaubenden Panoramablick auf die umliegenden Bergspitzen, den Lac du Schiessrothried, das Massif du Donon bis zum Elsässer Belchen (Ballon d’Alsace) und dem Schwarzwald genießen.

Eine atemberaubend schöne Aussicht auf den Lac du Schiessrothried vom Gipfel des Hohneck

Einige der spektakulärsten Aussichten, schönsten Wandereinstige und Klettersteige, befinden sich entlang der 77 Kilometer langen und bis zu 1.200 Metern hohen Passstraße Vogesenkammstraße, die über die Gipfel Hohneck, Markstein und den Großen Belchen führt.

Noch mehr spannende Wanderrouten im Vogesen-Gebirge findest du im Routenplaner von Komoot und auf der offiziellen Besucherseite der elsässischen Region.

Zeitreise auf den Burgen

Vor den Ausläufern der Vogesen befinden sich einige der spektakulärsten Burgen des Elsass. Ganze 400 Burgen sicherten eins die Rheingrenze im Elsass, von denen viele aufwendig restauriert und heute für Besucher geöffnet sind. Die wohl bekannteste ist die Château du HautKoenigsbourg bei Orschwiller auf 757 Metern Höhe, am Ostrand des Vogesen-Gebirges. Mit über 500.000 Besuchern jährlich, ist die Burg aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, einer der beliebtesten touristischen Sehenswürdigkeiten Frankreichs, was während unseres Besuchs auch eindeutig zu spüren war. Menschenmassen drängten sich auf das Burggelände hinauf, auf dem Hunde übrigens verboten sind. So beeindruckend der Ausblick bis zum Kaiserstuhl und die mittelalterliche Burganlage auch war, ich genoss die anschließende Ruhe bei der Wanderung zu den drei ebenso schönen Burgen von Ribeauvillé; Château de Saint-Ulrich, Château du Girsberg und Château du Haut-Ribeaupierre.

Alle drei Burgen können heute besichtigt werden, nur die Château du Haut-Ribeaupierre ist zeitweise gesperrt worden, da sie zu baufällig war. Für die Wanderung empfiehlt sich festes Schuhwerk und genügend Trinkwasser, denn besonders das letzte Stück des Aufstiegs ist ganz schön schweißtreibend.

Fazit

Die Vogesen bezaubern ihre Besucher mit wilden Kastanienbäumen, Kiefern- und Tannenwäldern auf den Berghängen der 14 großen Gipfel, den vielen bezaubernden Bergseen, den ursprünglichen Dörfern und Gemeinden, sowie der herrlichen französischen Lebensart, der sich kein Reisender entziehen kann. Wer Ruhe, Ursprünglichkeit, Natur und fantastische Aussichten sucht, der ist in den Vogesen genau richtig.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Im Augenblick studiere im sechsten Semester Pferdewirtschaft und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

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