Safari im Udawalawe-Nationalpark

Im Süden Sri Lankas liegt das Elefantenparadies der Insel, der Udawalawe-Nationalpark. Über 500 asiatische Elefanten leben in dem seit 1972 zum Schutzgebiet ausgewiesenen Nationalpark, gemeinsam mit zahlreichen anderen faszinierenden Tierarten, wie Wasserbüffel, Wildschweine, Krokodile, viele exotische Vögel und sogar eine kleine Leopardenpopulation. Eine Safari auf Sri Lanka ist ein einzigartiges Erlebnis, von dem du auch nach der Reise noch lange träumen wirst. An so manch regnerischen Tag in Deutschland, schaue ich aus den Fenstern des Hörsaals meiner Hochschule und sitze in Gedanken noch einmal in dem großen Jeep mit aufklappbaren Dach, während vor der Motorhaube die mächtigen Dickhäuter den Weg von einem Wasserloch zum nächsten kreuzen und die Erde durch das Stampfen ihrer mächtigen Füße erbebt.

Reiseinformationen

Der Udawalawe-Nationalpark liegt etwa 200 km südöstlich der Hauptstadt Colombo und ist relativ einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Am besten nimmst du den Bus der privaten Busstation Colombos, denn es gibt zwei Busstationen hier, nach Embilipitiya. Entweder du übernachtest dort in einem der zahlreichen Guesthouses oder du nimmst einen weiteren Bus oder ein Tuk Tuk nach Udawalawe. Hier befinden sich ebenfalls viele Safariunternehmen und Unterkünfte, die sowohl Halb- als auch Ganztagesausflüge zum Nationalpark anbieten. Sehr empfehlen kann ich das Greenwood Safari Resort, ein günstiger und guter Safari-Anbieter, der im Resort-eigenen Restaurant zudem köstliche Currys serviert.

Wasserbüffel im Udawalawe-Nationalpark

Als Besucher des Udawalawe-Nationalparks zahlst du zum einen den allgemeinen Eintrittspreis, der bei etwa 3000 Rupien (circa 18 Euro) liegt, und zum anderen für die Dienstleistung des Fahrers. Letzteres variiert je nach Anbieter, ich zahlte 3500 Rupien (circa 21 Euro) für die dreistündige Morgenpirsch und als ich Nachmittags noch eine weitere Safari unternahm, gemeinsam mit einem deutschen Pärchen, zahlte ich aufgrund der Gruppenermäßigung etwas weniger. Safaris auf Sri Lankas sind somit um einiges günstiger als in Afrika. 2014 reiste ich zusammen mit meiner Mutter nach Kenia und allein für eine 3-4 tägige Safari zahlst du dort für zwei Personen mindestens 1.000 Euro.

Der Udawalawe-Nationalpark

Die Safaris starten üblicherweise sehr früh am Morgen, so holte mich mein Fahrer bereits um 4:30 Uhr ab. Anschließend ging es, auf der umgebauten Tragfläche einer der vielen Safari Jeeps, vorbei am Udawalawestausee, zum Ticket Office des Parks, welches um sechs Uhr seine Tore für die Besucher öffnet. Schon beim Warten am Ticket Office fiel mir auf, dass im Udawalawe-Nationalpark deutlich weniger Touristen unterwegs sind, als im beliebtesten Safariziel des Landes, dem Yala-Nationalpark. Hier wirst du keine Jeeps sehen, die im wahnsinnigen Tempo an dir vorbei rasen, aufgrund einer vermeintlichen Leopardensichtung, die Wartezeiten am Ticket Office sind viel geringer und du fährst oft lange Zeit, ohne überhaupt einer anderen Menschenseele zu begegnen. Letzteres ist im Yala-Nationalpark leider absolut undenkbar.

Am größten Wasserloch des Udawalawe-Parks tummeln sich natürlich auch viele Jeeps mit Touristen

Der Udawalawe-Nationalpark ist vor allem für seine große Elefantenpopulation bekannt, zugegebenermaßen bieten andere Nationalparks im Land aber deutlich spektakulärere Flora und Fauna. Der Park ist mit 306 km² vergleichsweise klein und besteht zu größtem Teil aus Grasland und Steppe und nur sehr wenig Wald, was es jedoch einfach macht Tiere zu entdecken.

Die Wege der sri lankischen Nationalparks sind ziemlich abenteuerlich, denn die meiste Zeit ruckelt der Jeep über unebenen Boden und durch Schlaglöcher und du musst dich gut festhalten, wenn der Fahrer aufs Gaspedal drückt, damit der Wagen nicht in einem der Schlammlöcher stecken bleibt. Die beiden verschiedenen Fahrer meiner Morgen- und Abendsafari kannten sich sehr gut in der Umgebung aus und wenn ihnen ein englischer Begriff fehlte, zeigten sie mir in einem dicken Buch mit zahlreichen Tierbildern, welches Tier sie gerade entdeckt hatten.

Das Wohl der Tiere

Eine Safari in einem der vielen Nationalparks ist definitiv empfehlenswert, denn Wildtiere in der freien Natur zu sehen ist um einiges besser als das fragwürdige Geschehen in den sogenannten „Tierwaisenhäusern“ und „Sanctuarys.“ Am bekanntesten ist wohl das Pinnawela-Waisenhaus für verwaiste und misshandelte Elefanten, das heute eher einer kommerziellen Zuchtstation ähnelt, wo Tiere zu Kunststücken gezwungen und anschließend von Besuchern gefüttert werden, als einer Auffangstation für gerettete Tiere.

Ähnliche Erfahrungen habe ich leider bereits in Thailand gemacht und in vorherigen Artikeln auch schon darüber berichtet (Das stille Tierleid ThailandsAuf den Spuren von Colonel Hathi im Dschungel).

Der Asiatische Elefant ist das größte Landsäugetier Asiens, jedoch etwas kleiner als seine afrikanischen Artgenossen

Wir als Touristen haben eine nicht zu unterschätzende Verantwortung gegenüber dem Land, welches wir bereisen, den Menschen und vor allem der Natur gegenüber. Daher sollten Besuche vermeintlicher Schildkrötenfarmen, Elefantenwaisenhäuser und die Teilnahme an Aktivitäten wie Elefantenreiten unbedingt vermieden werden. Einen interessanten Artikel über das traurige Schicksal vieler in Gefangenschaft gehaltener, gequälter Elefanten auf Sri Lanka, findest du hier.

Fazit

Ach Sri Lanka, was bist du doch für ein wunderschönes Fleckchen Erde. Safaris sind einfach der beste Weg die verbliebenden Wildtiere eines Landes zu überwachen und Touristen für ihren Schutz und Erhalt zu sensibilisieren. Natürlich sind auch die lauten Jeeps, lärmenden Touristen und deren Dauerpräsenz in den Nationalparks störend für die Tiere, doch da in den meisten Parks überhaupt nur bestimmte Regionen für Besucher geöffnet sind, der Rest unzugänglich ist und sie zu bestimmten Monaten komplett geschlossen sind, der Yala-Nationalpark beispielsweise zwischen August und Mitte Oktober, haben die Tiere noch immer genügend Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten.

Ranger, Guides und Tierschützer werden durch die Eintrittskosten der Nationalparks finanziert, die wichtige Arbeit im Kampf gegen Wilderei und zum Schutz der Tiere leisten. Und so ist das Beste was wir heute für die Wildtiere dieser Erde tun können, sie auf Safaris zu bewundern und darauf zu verzichten, sie zu reiten, streicheln und füttern, denn am glücklichsten sind diese Tiere am Ende doch, wenn wir sie einfach in Ruhe leben lassen.

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Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 24 Jahre alt und komme ursprünglich aus Köln. Seit einer achtmonatigen Soloreise durch Asien nach dem Abitur hat mich das Reisefieber gepackt. Vor vier Jahren kaufte ich mir meinen 42 Jahre alten VW-Bus "Henry" mit dem ich seither quer durch Europa bis nach Marokko und Russland reiste. Begleitet werde ich dabei von meinem Hund Gismo. Ich studiere Pferdewirtschaft im siebten Semester und nutze natürlich weiterhin jede Gelegenheit zum Reisen.

2 Kommentare zu „Safari im Udawalawe-Nationalpark

    1. Vielen lieben dank 🙂 euer Video hat mich etwas sentimental werden lassen, fühlt sich an, als wäre ich erst gestern da gewesen,

      Ich wünsche euch auch weiterhin sichere und tolle Erlebnisse auf Reisen!

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