Safari im Udawalawe-Nationalpark

Der Udawalawe-Nationalpark liegt im Süden Sri Lankas und ist vor allem für Elefantenliebhaber ein absolutes Highlight.

 

Eine Safari auf Sri Lanka sollte sich kein Reisender entgehen lassen. Der Nationalpark Udawalawes ist besonders für seine große Elefantenpopulation, 550-600 Tiere, bekannt, doch auch Wasserbüffel, Wildschweine, Krokodile, viele exotische Vogelarten und eine kleine Leopardenpopulation leben hier.

Allgemeines

Der Park liegt etwa 200 km südöstlich der Hauptstadt Colombo und ist relativ einfach mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Am besten nimmst du den Bus der privaten Busstation Colombos, denn es gibt zwei Busstationen hier, nach Embilipitiya. Entweder du übernachtest dort in einem der zahlreichen Guesthäuser oder du nimmst einen weiteren Bus oder ein Tuk Tuk nach Udawalawe. Hier befinden sich ebenfalls viele Safariunternehmen und Unterkünfte, die sowohl Halb- als auch Ganztagesausflüge zum Nationalpark anbieten. Sehr empfehlen kann ich das Greenwood Safari Resort, ein günstiger und guter Safari-Anbieter, wo ich zudem eines der besten Currys während meiner Zeit auf Sri Lanka serviert bekam.

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Wasserbüffel im Udawalawe-Nationalpark

Als Besucher des Udawalawe-Nationalparks zahlt man zum einen den generellen Eintrittspreis, der bei etwa 3000 Rupien (um die 18 Euro) liegt, und zum anderen für die Dienstleistung des Fahrers. Letzteres variiert je nach Anbieter, ich zahlte 3500 Rupien (circa 21 Euro) für die dreistündige Morgenpirsch und als ich Nachmittags noch eine weitere Safari unternahm, mit einem deutschen Pärchen zusammen, zahlte ich aufgrund der Gruppenermäßigung etwas weniger.

Der Nationalpark

Die Safaris starten üblicherweise sehr früh am Morgen, so holte mich mein Fahrer bereits um 4:30 Uhr ab. Anschließend geht es, auf der umgebauten Tragfläche einer der vielen Safari Jeeps, vorbei am Udawalawestausee, zum Ticket Office des Parks, welcher um sechs Uhr seine Tore für die Besucher öffnet.

Angenehm an einem Besuch des Udawalawe-Nationalparks ist, dass sich hier deutlich weniger Touristen tummeln als im Yala-Park, weshalb alles etwas entspannter ist. Keine Jeeps rasen im irrem Tempo aneinander vorbei aufgrund einer angeblichen Leopardensichtung und man fährt auch mal einige Zeit, ohne einem anderem Fahrzeug zu begegnen, etwas das im Yala-Park so gut wie undenkbar ist.

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„Weniger Touristen“ ist natürlich auch immer relativ, wie hier bei einer Elefantensichtung am Wasserloch

Der Udawalawe-Nationalpark ist vor allem für seine vergleichsweise große Elefantenpopulation bekannt, jedoch bieten andere Nationalparks deutlich spektakulärere Flora und Fauna. Der Park ist mit 306 km² vergleichsweise klein und besteht zu größtem Teil aus Grasland und nur wenig Wald, was es jedoch einfach macht Tiere zu entdecken.

Die Wege der sri lankischen Nationalparks sind ziemlich abenteuerlich, denn die meiste Zeit ruckelt der Jeep über unebenen Boden und Schlaglöcher und man muss sich gut festhalten, wenn der Fahrer aufs Gaspedal drückt, damit der Wagen nicht in einem der Schlammlöcher stecken bleibt. Die beiden verschiedenen Fahrer meiner Morgen- und Abendsafari kannten sich sehr gut in der Umgebung aus und wenn ihnen ein englischer Begriff fehlte, zeigten sie mir in einem dicken Buch mit zahlreichen Tierbildern, welches Tier sie gerade entdeckt hatten.

Das Wohl der Tiere

Eine Safari in einem der vielen Nationalparks ist definitiv empfehlenswert, denn Wildtiere in der freien Natur zu sehen ist um einiges besser als das fragwürdige Geschehen in den sogenannten „Waisenhäusern“ und „Sanctuarys.“ Am bekanntesten ist wohl das Pinnawela-Waisenhaus für verwaiste und misshandelte Elefanten, das heute eher einer kommerziellen Zuchtstation ähnelt, wo Tiere zu Kunststücken gezwungen und anschließend von Besuchern gefüttert werden, als einer Auffangstation für gerettete Tiere.

Ähnliche Erfahrungen habe ich leider bereits in Thailand gemacht und in vorherigen Artikeln auch schon darüber berichtet (Das stille Tierleid ThailandsAuf den Spuren von Colonel Hathi im Dschungel).

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Die wilden Elefanten Sri Lankas

Auch wenn ich es bereits häufig auf meinem Blog erwähnt habe, werde ich doch nicht müde erneut zu bemerken, dass wir als Touristen eine nicht zu unterschätzende Verantwortung gegenüber dem Land das wir bereisen, den Menschen und vor allem der Natur haben. Daher sollten Besuche angeblicher Schildkrötenfarmen, Elefantenwaisenhäuser und die Teilnahme an Elefantenreiten unbedingt vermieden werden. Einen interessanten Artikel zum Thema Elefantenreiten auf Sri Lanka findest du übrigens unter diesem Link der Südwest Presse.

Fazit

Safaris sind häufig der beste Weg die wenigen verbliebenden Wildtiere zu überwachen und die Touristen für deren Schutz und Erhalt zu sensibilisieren. Natürlich sind auch die lauten Jeeps, lärmenden Touristen und deren Dauerpräsenz in den Nationalparks störend für die Tiere, doch da in den meisten Parks nur bestimmte Regionen für Besucher geöffnet sind, der Rest unzugänglich ist und sie zu bestimmten Monaten komplett geschlossen sind, der Yala-Nationalpark beispielsweise zwischen August und Mitte Oktober, haben die Tiere noch immer genügend Rückzugs- und Ruhemöglichkeiten.

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Elefantenherde in Udawalawe

Ranger, Guides und Tierschützer werden durch die Eintrittskosten der Nationalparks finanziert, die wichtige Arbeit im Kampf gegen Wilderei und zum Schutz der Tiere leisten. Und so ist das Beste was wir heute für die Wildtiere dieser Erde tun können, sie auf Safaris zu bewundern und darauf zu verzichten, sie zu reiten, streicheln und füttern, denn am glücklichsten sind diese Tiere am Ende doch, wenn wir sie einfach in Ruhe leben lassen.

Veröffentlicht von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Im September 2016 bin ich auf Weltreise gestartet, auf der du mich auf meinem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Tauchen und tierfreundliches Reisen.

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