Backpacking in Kambodscha: Das Land der Überraschungen

Viele Reisende assoziieren Kambodscha nur mit den Tempeln Angkor Wats. Das Land hat jedoch noch viel mehr zu bieten, von wilden Dschungeln, über bewegende Museen, die sich mit der grausamen Geschichte des Landes befassen, bis zu seltenen Flussdelfinen im Mekong Delta.

 

Ich verbrachte einen Monat in Kambodscha, indem ich das Land bereiste und auf einer Pferderanch arbeitete. In diesem Artikel verrate ich dir, was es dort zu sehen gibt und gebe dir Tipps für deine eigene Reiseplanung.

 

Backpacking in Kambodscha: Alles was du wissen musst!

Bei Einreise am Flughafen erhältst du ein 30-Tage-Visum, das 30 Dollar kostet. Für das Visum brauchst du, abgesehen von der ausgefüllten Arrival und Departure Card, noch ein biometrisches Passbild, ansonsten musst du zwei Dollar Strafe zahlen.

Generell ist das Land sehr einfach zu bereisen. Busse verkehren zwischen den Städten, ansonsten bewegt man sich mit Tuk Tuks, Taxis und vorallem Scootern fort. Bevor man in ein Tuk Tuk einsteigt, sollte man immer den Preis verhandeln, meist in etwa die Hälfte von dem was der Fahrer zu Beginn vorschlägt.

Die Währung ist Riel, wobei man größtenteils mit Dollar bezahlt (4000 Riel= 1 Dollar). Bankautomaten findet man eigentlich in allen größeren Städten. Wichtig vor einer Reise nach Kambodscha ist zudem zu wissen, dass bei bestimmten Banken die SMS-Tans nicht zugestellt werden, so war es jedenfalls bei mir (ich bin bei der Kölner Bank), sodass ich mir das Geld von einer Person zuhause habe überweisen lassen müssen.

Die Regenzeit geht von Mai bis Oktober und ist die Zeit, die von den Touristen eher gemieden wird. Die meisten Reisenden kommen in der Trockenzeit von Dezember bis April. Ich war von Oktober bis November in Kambodscha und abgesehen von einigen Regenschauern im Oktober, war es weitgehend trocken und die Temperaturen waren angenehm.

Route

Die meisten Reisenden halten sich etwa 10 bis 14 Tage in Kambodscha auf, wobei die erste Anlaufstation meist Angkor Wat ist. Nachdem Besuch der Tempelanlagen kann man beispielsweise den Dschungel Kambodschas erkunden, wo es noch Tiger, Leoparden, Flughunde, verschiedene Schlangen- und Bärenarten gibt. Die Chance diese seltenen Tiere zu sehen ist jedoch sehr gering, da die Meisten vom Aussterben bedroht sind, besonders aufgrund des illegalen Holzhandels.

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Kambodschas Süden ist noch ein echter Geheimtipp

Ein absolutes Muss für jeden Kambodscha-Reisenden, ist meiner Meinung nach der Besuch der Killing Fields in Phnom Penh, um sich mit der grausamen und jungen Geschichte des Landes auseinanderzusetzen.

Die restliche Zeit kann man es sich an der Küste Kambodschas gut gehen lassen, zum Beispiel an einem der schönen Strände Sihanoukvilles, oder auf einer der nahegelegenen Inseln, wie Koh Rong Samloem. In Sihanoukville habe ich übrigens auf der Liberty Ranch  gearbeitet, einer wunderschönen Pferderanch, die Ausritte durch die Countryside und zum Strand anbietet.

Wer dann noch Lust und Zeit hat kann in die östliche Stadt Kratie fahren, welche direkt am Mekong Delta gelegen ist und mit etwas Glück Süßwasserdelfine sehen. In Kratie habe ich zudem das beste Fischamok, Kambodschas Nationalgericht, Fischcurry mit Kokoscreme, der ganzen Rundreise gegessen.

Die kambodschanische Lebensweise

Kambodschaner sind sehr freundliche und ehrliche Menschen. Wenn du von einem Kambodschaner ein Lächeln bekommst, ist es in den meisten Fällen ernstgemeint.

Kambodschanerinnen sind der Boss im Haus und arbeiten genauso hart und lange wie die Männer. So ist es üblich das man auch Frauen auf Baustellen und Reisfeldern schuften sieht.

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Familie hat oberste Priorität in Kambodscha

Die Familie steht für Kambodschaner an erster Stelle, ebenso wie der Glaube des Buddhismus, der dem Land über die furchtbare Zeit der Roten Khmer hinweggeholfen hat.

Die Geschichte des Landes ist sehr jung, gerade einmal 45 Jahre ist es her, dass das Schreckensregime der Roten Khmer ein Drittel der Bevölkerung ermordete. Die Auswirkungen dieser Zeit sind noch heute spürbar. Man sieht nur wenige ältere Menschen in Kambodscha und viele von ihnen tragen noch immer die Narben und Verletzungen am Körper, die sie zur Zeit der Roten Khmer erlitten haben. Trotzdem ist das Volk herzlich und offen geblieben und hat an Optimismus nicht verloren.

Sicherheit

Ich habe mich in Kambodscha eigentlich immer sicher gefühlt, trotzdem handelt es sich hierbei um eines der ärmsten Länder der Welt und es gibt bestimmte Dinge, die du beachten solltest.

Zum einen sind das Überfälle auf Touristen, die in Tuk Tuks oder auf Scootern sitzen. Die Diebe fahren dabei dicht an ihr Opfer heran und entreißen ihm dann seine Tasche. Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, wie schwer das Opfer sich verletzen kann. So ist es in den letzten Jahren zu vielen Unfällen gekommen. Daher solltest du deine Tasche im Tuk Tuk immer zwischen deinen Beinen und auf dem Roller nicht am Rücken, aufbewahren.

Zum anderen leidet Kambodscha noch immer an den Auswirkungen des Vietnamkrieges, denn es ist voller unentdeckter Minen. Niemals solltest du die üblichen Wege verlassen, denn viele Minenfelder sind nicht gekennzeichnet.

Diashow meiner 10 Lieblingsbilder aus Kambodscha 🇰🇭:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Fazit

Vor meinem Besuch Kambodschas, habe ich nicht sehr viel von dem Land erwartet. Gerade deshalb war ich so überrascht über die Vielfältigkeit des Landes. Auch wenn die Amtssprache Khmer noch immer ein Rätsel für mich ist, habe ich doch viel für über den kambodschanischen Lebensstil gelernt.

Erschreckend finde ich jedoch die Müllproblematik. Die Menschen haben keine Ahnung wohin mit all dem Müll, welcher natürlich auch zum Großteil durch den Tourismus produziert wird. So ist es in Kambodscha üblich, den Müll einfach am Straßenrand liegen zu lassen, den Plastik zu verbrennen oder in Flüssen und im Ozean zu entsorgen. Wichtig wäre, dass man die Menschen über die Folgen ihres Handelns aufklärt und ihnen vor allem hilft, eine Lösung zu finden, denn diese Müllproblematik betrifft nicht nur Kambodscha, nicht nur Südostasien, sondern uns alle und daher ist Wegschauen keine Lösung.

 

Wie ist deine Meinung zur Müllproblematik in vielen asiatischen Ländern? 

Verfasst von

Hi, ich bin Nadine, 19 Jahre und komme aus Köln! Nach einer achtmonatigen Asienreise, befinde ich mich nun auf einem Roadtrip durch Europa, auf der du mich und meinen Hund Gismo auf diesem Blog begleiten kannst. Hier dreht sich alles um die Themen Backpacking, Roadtrips und Reisen mit Hund.

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